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Kommunalpolitik

CSU-Familie kämpft für eigene Mehrheit

Der Maxhütter Ortsverband präsentiert seine Liste. Zusammen mit der JU sollen mindestens zwölf Plätze im Rat erobert werden.
Von Norbert Wanner

Sechs Frauen finden sich auf der Maxhütter CSU-Liste. Listenführer und Bürgermeisterkandidat ist Stadtrat Matthias Meier (rechts). Foto: Norbert Wanner
Sechs Frauen finden sich auf der Maxhütter CSU-Liste. Listenführer und Bürgermeisterkandidat ist Stadtrat Matthias Meier (rechts). Foto: Norbert Wanner

Maxhütte-Haidhof.Die CSU-Mannschaft steht. Die Betonung lag bei der Nominierung der 24 Kandidatinnen und Kandidaten der Christsozialen genau auf diesem Wort: „Mannschaft“. Zusammen mit dem Wort „CSU-Familie“, der Ansatz, mit dem das Wahlziel einer eigenen Stadtratsmehrheit in Angriff genommen wird.

Denn wie CSU-Vorsitzender Josef Stadlbauer bei der Versammlung im Nebenraum der Stadthalle vorrechnete: 48 Kandidaten aus Junger Union, Frauen Union und CSU sind es, aus denen die Wählerinnen und Wähler auswählen können. Der Nachwuchs der Familie, die JU, ist erstmals mit einer eigenen Liste (wir berichteten) am Start und stellt mit Matthias Meier den Bürgermeisterkandidaten.

Seinen Part nutzte Stadlbauer zu mahnenden Worten. Jeder Wahl würden gern Etiketten wie Schicksals- oder Richtungswahl angehängt. Vergessen würde dabei, dass es viele Menschen gebe, die „froh wären wählen zu dürfen“. Was zur Mahnung führte: „Wir leben in einer Zeit, in der eine gesunde Demokratie nicht mehr selbstverständlich ist.“ Es gäbe Kräfte, die nicht erkennen würden, dass Europa „ein Garant für Frieden und Freiheit“ wäre, die behaupteten „wir leben in keinem Rechtsstaat“. Hart behandelt werden sollten aus Sicht dieser Kräfte nur die Anderen.

Das Wahlziel steht fest

Um wirklich etwas auf die Beine stellen zu können, brauche es eine eigene Mehrheit im Stadtrat, so Stadlbauer. Aussagen wie „ohne Mehrheiten“ im Gremium würden Diskussionen zu „besseren Lösungen“ führen, wertete der Vorsitzende als „Gerede“. Er selber habe deswegen statt vorn in der Liste zu stehen, für sich Platz zwölf gewollt. „Genau bis dahin muss es mindestens gehen“.

Listenführer Meier nutzte seine Rede in weiten Teilen, um zu motivieren und auf den Wahlkampf einzuschwören. Er berichtete von seinem Start mit der „Sommertour“, bei der er derzeit mit den Veranstaltungen bei der Halbzeit angelangt.

Dieser frühe Einstieg sei wichtig, um die Bürger im Prozess mitzunehmen. Die Anregungen, Vorschläge und Wünsche aus dieser Tour sollen laut Meier, die Grundlage für das Wahlprogramm der CSU werden. Zweiter Aspekt sei, die Menschen für Politik zu begeistern. Ansatz müsse ein Wahlkampf für „alle Generationen“ sein und entsprechend will der Spitzenkandidat moderne Medien nutzen.

Wahlkampf

CSU-Bewerber fordert ein Innehalten

Bürgermeisterkandidat Matthias Meier will auf größere Baulandprojekte in Maxhütte-Haidhof bis 2022 verzichten.

Amtierende Stadträte verzichten auf Top-Plätze

Junge Menschen fände man auf Instagram, die Mittelalten bei Facebook und mit klassischen Terminen in Dorfhäusern oder Gastwirtschaften wolle er die ältere Generation erreichen. Inhaltlich ging Meier auf seinen Vorschlag vom „Baufrieden“ ein. Im Kern soll es zwei Jahre lang keine neuen Baugebiete geben, begonnene Projekte fertiggestellt, die Infrastruktur angepasst und über neue Ideen wie ein Einheimischenmodell nachgedacht werden.

Die CSU-Bewerber

  • Spitzenkandidat:

    1. Matthias Meier.

  • Die Listenkandidaten:

    2. Sibylle Böhm. 3. Christian Birk. 4. Christine Hinz. 5. Lukas Strebl. 6. Susanne Rappl. 7. Stefan Schleinkofer. 8. Manfred Plank. 9. Manfred Rauscher. 10. Berthold Kick. 11. Cornelia Regnath. 12. Josef Stadlbauer. 13. Andreas Fischer. 14. Johannes Hebauer. 15. Alfons Zenger. 16. Christoph Spörl. 17. Alexander Wagner. 18. Siegfried Fischer. 19. Stefan Schwander. 20. Harald Kirmayer. 21. Sonja Franke-Biersack. 22. Markus Fuhrmann. 23. Johann Götzer. 24. Susanne Plank. (bxh).

Nach der Listenaufstellung freute sich die scheidende Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank über das Ergebnis. „Damit machen wir den Bürgerinnen und Bürgern das Angebot, auch für eine Mehrheit im Stadtrat zu sorgen, die endlich konstruktiv gestalten kann.“ Besonders bemerkenswert sei, dass amtierende Stadträte „bereit waren, vordere Listenplätze freizugeben“.

Mit diesem Satz hatte sie nicht unrecht. Die Ankündigung mit der CSU-Familie anzutreten und ein Angebot für alle zu machen, versuche man mit der Liste zu untermauern. So ging Platz zwei (Stadträtin Sibylle Böhm) an eine Frau und auch Platz vier und sechs mit Christine Hinz und Susanne Rappl an Neueinsteigerinnen, bemerkenswert bei nur sechs Frauen insgesamt. Überhaupt gibt es auf den Plätzen eins bis elf zahlreiche Namen von Nicht-Stadträten.

Letzter Listenplatz für Dr. Plank

Dr. Susanne Plank tritt auf der Liste an. Archivfoto: Norbert Wanner
Dr. Susanne Plank tritt auf der Liste an. Archivfoto: Norbert Wanner

Die wirkliche Überraschung der CSU-Kandidatenriege verbirgt sich im wahrsten Sinne des Wortes ganz hinten. Auf Platz Nummer 24 steht der Name Dr. Susanne Plank. Im September vorigen Jahres hatte die Mittelbayerische getitelt: „Dr. Plank steigt aus der Politik aus.“ Sie hatte im Gespräch gesagt, dass sie „ganz“ aus der Politik aussteigen wolle.

Davon rückt sie mit der Listenkandidatur ab. Auf Anfrage der Mittelbayerischen begründete Dr. Plank ihre Entscheidung damit, dass sie ja nach wie vor die Politik und die Ziele der CSU und des Ortsverbandes teile. Sie wolle den Bürgern ein „Signal“ geben, dass die politische Arbeit vor Ort, die Inhalte, die Arbeit des Ortsverbandes von ihr weiter mitgetragen würde. „Ich will meine Fraktion und meinen Ortsverband unterstützen.“ Klar sei, wenn die Bürger ihr das Mandat erteilten, werde sie es auch annehmen. Die potenziell schwierige Konstellation, dass es ein neuer Bürgermeister womöglich mit seiner Amtsvorgängerin im Stadtrat zu tun bekäme, sei ihr bewusst. „Da gibt es viele negative Beispiele, aber das Beispiel Kurt Fink und Teublitz hat gezeigt, dass es auch problemlos funktionieren kann.“

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