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ÖPNV

Das Auto bleibt vorerst unverzichtbar

Bürger von Maxhütte-Haidhof haben sich an der Befragung zum Mobilitätskonzept rege beteiligt. Diskutieren wollten nur acht.
Von Norbert Wanner

Der Bahnhof Maxhütte-Haidhof ist aus Sicht der Teilnehmer des Bürgerforums nicht gut mit dem Städtedreieck vernetzt. Fotos: Wanner
Der Bahnhof Maxhütte-Haidhof ist aus Sicht der Teilnehmer des Bürgerforums nicht gut mit dem Städtedreieck vernetzt. Fotos: Wanner

MAXHÜTTE-HAIDHOF.9,7 Prozent aller 5759 Haushalte im Stadtgebiet, die im Rahmen der Bürgerbefragung zu einem „Mobilitätskonzept für den Landkreis Schwandorf“ Fragebögen erhalten hatten, beteiligten sich an der Befragung. Acht Bürgerinnen und Bürger, die nicht auch eine Funktion in der städtischen Verwaltung oder im Stadtrat hatten, waren der Einladung ins Mehrgenerationenhaus gefolgt, am „Bürgerforum Maxhütte-Haidhof“ teilzunehmen.

Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank (vorne) lobte die Entscheidung, ein Mobilitätskonzept zu erstellen. Foto: bxh
Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank (vorne) lobte die Entscheidung, ein Mobilitätskonzept zu erstellen. Foto: bxh

Dort konnten sie sich über die Ergebnisse der Befragung informieren und diese anschließend diskutieren. Maxhütte lag mit der vor Ort erzielten Rücklaufquote in Sachen Fragebögen leicht über dem Durchschnitt, der landkreisweit in einer Pressemitteilung mit rund acht Prozent beziffert worden war. Eben diese Pressemitteilung formulierte zu dem Thema: „Die Haushaltsbefragung als wichtiger Bestandteil des Mobilitätskonzepts wurde von der Bevölkerung mit großem Interesse und einer guten Beteiligung wahrgenommen.“ Eine Zahl zeigte deutlich auf, dass es noch ein langer Weg ist, bis Mobilität nicht ausschließlich über das eigene Auto definiert ist. So ergab die Auswertung für Maxhütte-Haidhof beispielsweise, dass 38,3 Prozent der Haushalte, die die Fragebögen ausfüllten, kategorisch jede Nutzung des ÖPNV ausschlossen – unabhängig davon, wie billig, komfortabel oder gut getaktet die Angebote des ÖPNV sind. Da braucht es noch einen langen Atem, die Menschen dafür zu begeistern, auf das Auto zu verzichten.

Fabian Fritsch und Ludger Jürgens präsentierten die Daten und Fakten der Befragung zum Mobilitätskonzept. Foto: bxh
Fabian Fritsch und Ludger Jürgens präsentierten die Daten und Fakten der Befragung zum Mobilitätskonzept. Foto: bxh

Vielleicht mag es da auch eine Rolle spielen, dass im gesamten Städtedreieck ausweislich der Ausführungen der Verkehrsplaner Fabian Fritsch und Ludger Jürgens, die die Fakten präsentierten, ganze Ortsteile kaum oder überhaupt nicht an den ÖPNV angebunden sind. Wie es Elisabeth Jawork aus dem Burglengenfelder Ortsteil Saaß formulierte: „Einmal am Tag könnte ich wegfahren“.

Mit dieser Äußerdung lag sie ganz auf der Linie des Expertenduos, das das vom Landkreis in Auftrag gegebene Konzept erarbeitet hat. Letzteres wurde von Dominik Hauser, der der zuständige Ansprechpartner im Landratsamt ist, begleitet. Eine Verbesserung sei notwendig, war deren Botschaft. Trotz der sehr überschaubaren Zahl an Forumsgästen legte die Diskussion den Finger in Wunden, die offensichtlich sind.

Größtes Problem aus Sicht der Forumsteilnehmer war dabei die Tatsache, die die Experten ebenfalls ansprachen, dass der Landkreis „zweigeteilt“ sei, in eine Nord- und eine Südhälfte. Die Wortmeldungen dazu verdeutlichen, was das für die Bürger der Südhälfte und vor allem für die der Stadt Maxhütte-Haidhof praktisch heißt: „Der südliche Landkreis ist ganz nach Regensburg ausgerichtet und muss nach dort vernetzt werden“, sagte Dr. Franz Schmidkunz und schlug dazu eine S-Bahnlinie vor.

Eine weitere Bürgerin, die in Regensburg arbeitet, jedoch außerhalb der Stadtmitte, hatte ausgerechnet, dass sie mit der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bei einer Arbeitszeit von 7,5 Stunden täglich 14 Stunden von zuhause weg wäre. „Da fahre ich mit dem Auto“, hieß die Konsequenz.

„Vernetzung“ ließen sich die meisten Wortmeldungen überschreiben. Dazu gehörte für die Bürger, die drei Städte untereinander zu vernetzen, da der Bahnhof Maxhütte-Haidhof, wie in zwei Wortmeldungen beklagt wurde, mit dem Bus aus den anderen Städten nicht im passenden Takt erreicht – oder wenn man mit dem Zug kommt – wieder verlassen werden könne.

„Wenn ich das Auto brauche, um von Burglengenfeld zum Bahnhof zu fahren, fahre ich gleich direkt von Burglengenfeld nach Regensburg“, hieß es dazu. Eine Art Sternverkehr von und zum Bahnhof Maxhütte-Haidhof lautete ein konkreter Vorschlag. Was noch deutlich schwieriger wird, dürfte eine Realisierung der Vorschläge werden, die zur Vernetzung mit Regensburg gemacht wurden. Diese reichten von der Wiedereröffnung der geschlossenen Bahnhöfe wie Wutzelhofen als Haltepunkte bis zu einem Überdenken der Entscheidung des RVV, den gesamten innerstädtischen Verkehr in Regensburg über die Albertstraße zu verteilen.

Für Pendler aus dem Süden des Landkreises Schwandorf würde dies bedeuten, dass die Zeit, um vom Hauptbahnhof Regensburg beispielsweise in den Gewerbepark zu kommen, zu lang ist. Die Notwendigkeit einer besseren Vernetzung gen Regensburg sahen auch die Experten, verwiesen jedoch darauf, dass eine Landkreis überschreitende Zusammenarbeit nicht einfach sei. (bxh)

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Meinungen

  • Unterstützung durch die Politik:

    Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank betonte im Mehrgenerationenhaus die Bedeutung des Mobilitätskonzeptes. Die Fakten und Zahlen seien für die Stadt von großem Interesse.

  • Mobilität per Pedes:

    Dr. Franz Schmidkunz forderte nachdrücklich, auch das Fahrrad als Alternative zum Auto nicht zu vergessen. Aus seiner Sicht gebe es aber sowohl im Städtedreieck wie auch Richtung Regensburg zu große Lücken im Radwegenetz.

  • Singuläre Zahlen:

    Im Rahmen der Auswertung der Fragebögen zeigten sich für die Stadt Maxhütte-Haidhof zwei Ausreißer. Der Pkw-Bestand ist mit über 750 Pkw je tausend Einwohner höher als in jeder anderen Kommune des Landkreises. Bei Blick auf die Mobilitätsströme (wann fährt wer und warum) gab es nach sieben Uhr am Morgen einen so steilen Abfall an Fahrten, dass weder die Experten noch die anwesenden Bürger dafür eine Erklärung hatten. (bxh)

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