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Das Hochwasser hat sie nicht vergessen

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth besuchte zum zweiten Mal Nittenau. Sie interessierte sich für viele Themen der Stadt.
Von Renate Ahrens

Genau ließ sich Claudia Roth von Karl Bley die Fassade des historischen Rathauses erklären. Foto: Ahrens
Genau ließ sich Claudia Roth von Karl Bley die Fassade des historischen Rathauses erklären. Foto: Ahrens

Nittenau.Rechtzeitig vor dem Wolkenbruch am Montagnachmittag fuhr sie wieder ab: Claudia Roth, Grünen-Bundestagsabgeordnete und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, besuchte Nittenau. Schon einmal sei sie zu Gast hier gewesen, erzählt sie im Rathaus beim Pressegespräch, und auch damals hatte es heftig geregnet.

Noch ganz genau kann sie sich daran erinnern, denn dieser August des Jahres 2002 wäre eine „sintflutartige Zeit“ gewesen. „Es waren apokalyptische Bilder in Nittenau“, sagt sie über die Überflutung damals und will außerdem gleich wissen: „Welche Maßnahmen hat man ergriffen, damit so etwas nicht mehr passiert?“

„Es waren apokalyptische Bilder in Nittenau.“

Claudia Roth, Vizepräsidentin des Bundestags

Bürgermeister Karl Bley, nach langem Urlaub erstmals wieder im Amt, berichtete der Bundestagsvizepräsidentin vom „Bypass“ des Regens, den man gegraben hat, und vom „Schock“, den auch er bei dieser dramatischen Zeit erlebt hätte. „Der schlimmste Tag in meiner Amtszeit war das“, sagt Bley und erzählt vom zwölf Millionen-Projekt der Renovierung der Regenbrücke und den schwierigen Umständen, die mit der Sperrung verbunden seien.

Lesen Sie mehr: Am 13. August 2002 versank Nittenau in den Fluten des Regens. Gastwirt Josef Jakob erinnert sich in der MZ an das Hochwasser.

Claudia Roth zeigte sich erschrocken über die Tatsache, dass Kinder bereits um sechs Uhr morgens aus dem Haus müssten, da die Buspläne angepasst und Haltestellen verlegt werden mussten. Sie erinnerte sich an ihre eigene „Schulbuskarriere“, wie sie sagte, und fügt augenzwinkernd hinzu: „In der Zeit im Bus konnte man ziemlich viel abschreiben.“

Mit Asylbewerbern gesprochen

Claudia Roth ist Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Foto: Britta Pedersen/dpa
Claudia Roth ist Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. Foto: Britta Pedersen/dpa

Man sei dabei, diese Situation zu entschärfen, versicherte Jakob Scharf, stellvertretender Landrat. „Ich will seit Jahren diese langen Wege abschaffen.“ Claudia Roth interessierten noch viele weitere Themen, so fragte sie nach der Zahl ausländischer Mitbürger in der Stadt. Mehr als 1000 Einwohner seien nicht deutsch, erklärte Bley. Vor dem Besuch im Rathaus hatte Roth bereits zusammen mit MdB Stefan Schmid und MdL Jürgen Mistol, der Bezirksvorsitzenden und den Grünen-Kandidaten für die Landtags- und Bezirkswahl die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der Thanner Straße besucht und dort mit den Bewohnern gesprochen. Dieser Besuch war nichtöffentlich.

Zur Person: Claudia Roth

  • Karriere:

    Von 2001 bis 2002 sowie von 2004 bis 2014 war Claudia Roth eine von zwei Bundesvorsitzenden der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Seit Oktober 2013 ist sie Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Sprecherin für Auswärtige Kulturpolitik.

  • Wirkungskreis:

    Claudia Roth gehört zum Wahlkreis Augsburg. Vom Theater kam sie zur Musik und schließlich zur Politik.

Themen im Rathaus waren außerdem die Zahl der Trauungen in Nittenau, welche Konfessionen vorhanden sind und welche Kirchen, sowie auch die gerade durchgeführte energetische Sanierung des Rathauses. „Haben Sie genügend Handwerker?“, erkundigte sich Roth besorgt, denn das sei ein Problem. Zudem interessierte sie die Zusammensetzung des Stadtrats und der Anteil der Frauen darin, bevor sie sich ins Goldene Buch der Stadt eintrug. Eine „große Ehre“ sei es für sie, und sie fand es schade, bei der Geisterwanderung verhindert zu sein, denn diese hätte sie sehr interessiert.

Lesen Sie mehr: Wenn sich Roth über diese Themen ärgert, kippelt und wackelt ihre hohe Stimme. Schnell wird es bei ihr emotional.

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