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Region Schwandorf
Mittwoch, 18. Juli 2018 27° 6

Stadterhebungsfeier

Das Jubeljahr gelungen abgerundet

Zehn weitere Burglengenfelder wurden mit der Ottheinrich-Philipp-Medaille ausgezeichnet. Von den Gästen gab es nur Lob.
Von Josef Schaller

Beim diesjährigen Stadterhebungstag wurden zehn Bürgern die Ottheinrich-Philipp-Medaille verliehen. Josef Auer aus Pilsheim wurde mit der Bürgermedaille in Silber ausgezeichnet. Hier: alle Geehrten mit den Ehrengästen Fotos: Josef Schaller
Beim diesjährigen Stadterhebungstag wurden zehn Bürgern die Ottheinrich-Philipp-Medaille verliehen. Josef Auer aus Pilsheim wurde mit der Bürgermedaille in Silber ausgezeichnet. Hier: alle Geehrten mit den Ehrengästen Fotos: Josef Schaller

Burglengenfeld.Auch die Stadterhebungsfeier stand heuer ganz im Zeichen des Jubiläums „475 Jahre Stadt Burglengenfeld“. 2017 war aber auch insgesamt ein Jahr der Jubiläen; schließlich konnten die Musikkapelle St. Vitus (50 Jahre) und die Jura-Blaskapelle Pilsheim (45 Jahre) Gründungsfeste feiern. Nicht zu vergessen das 30-jährige Bestehen des Oberpfälzer Volkskundemuseums, der 325. Geburtstag von Johann Michael Fischer, des berühmtesten Sohnes der Stadt, sowie das 25-jährige Bestehen der Städtepartnerschaften mit Radotin und Johanngeorgenstadt und die 40-jährige Partnerschaft mit Pithiviers. Was also hätte besser gepasst, als die diesjährige Feierlichkeiten zur Stadterhebung unter das Motto „Kunst und Kultur“ zu stellen?

Nie gekannter Aufschwung

Abordnungen der Jurablaskapelle Pilsheim und der Musikkapelle St. Vitus sorgten für die musikalische Umrahmung der Feierlichkeiten. Foto: Schaller
Abordnungen der Jurablaskapelle Pilsheim und der Musikkapelle St. Vitus sorgten für die musikalische Umrahmung der Feierlichkeiten. Foto: Schaller

„Der 15. November 1542 darf mit Fug und Recht als der wichtigste Tag der Stadtgeschichte bezeichnet werden“, so Bürgermeister Thomas Gesche bei seiner Anmoderation. Er verwies dabei auf die Chronik „Burglengenfeld – Die Geschichte der Stadt und ihre Ortsteile“, die Dr. Margit Berwing-Wittl verfasst hat. Sie schreibt: „Die Bestätigung der Marktprivilegien und die Stadtrechtsverleihung verschafften der Bürgerschaft einen nie gekannten Aufschwung und eine Blüte im Handel, Handwerk und Gewerbe…“

Noch weiter zurück in der Geschichte ging der Festvortrag von Dr. Wolfgang Janka, Redakteur des von der Kommission für bayerische Landesgeschichte betriebenen Projekts „Historisches Ortsnamenbuch von Bayern“. Er referierte über die geschichtliche Ersterwähnung der Stadt und über die sprachliche Entwicklung des Ortsnamens. Die wichtigste Erkenntnis: Die Geschichte Burglengenfelds muss nicht neu geschrieben werden. Einige Korrekturen seien aber nötig, meinte der Experte für Namenkunde.

Vier geehrte Persönlichkeiten

  • Adolf Huttner:

    Er ist seit 45 Jahren Mitglied der Musikkapelle St. Vitus und seit 2007 deren musikalischer Leiter. Seit 1994 ist er Dirigent des Symphonischen Blasorchesters. Der Träger der goldenen Dirigentennadel der Bundesvereinigung deutscher Blas- und Volksmusikverbände durfte sich nun über die Ottheinrich Philipp-Medaille freuen.

  • Josef Meierhofer:

    Auch an ihn ging die Ottheinrich-Medaille. Er war von 2000 bis 2016 Vorsitzender der Blaskapelle Dietldorf. Seit Bestehen des „Runden Tisches der Blaskapellen“ im Städtedreieck half er bei der Organisation vieler Veranstaltungen mit. Zusätzlich war er viele Jahre in der Kirchenverwaltung von St. Pankratius tätig.

  • August Steinbauer:

    Eine weitere Persönlichkeit, die heuer mit der Ottheinrich-Medaille dekoriert wurde, ist Ortssprecher Lanzenrieds, seit neun Jahren ist er Stadtrat, seit 23 Jahren Vorsitzender der Jagdgenossenschaft und seit 18 Jahren Vorsitzender der FFW Lanzenried. Seit heuer steht er der Waldbauernvereinigung Nabburg/Burglengenfeld vor.

  • Josef Auer:

    Der Pilsheimer wurde mit der Bürgermedaille in Silber ausgezeichnet. Er ist seit 15 Jahren Ortssprecher und Gründungsmitglied der Jura-Blaskapelle. Seit 1981 ist er dort im Vorstand, seit 19 Jahren Vorsitzender der Kapelle. Seit 2002 ist er Mitglied der Verbandsversammlung des Zweckverbands zur Wasserversorgung.

Bei seinen Recherchen musste er nämlich feststellen, dass die Siedlung „Almenhof“ aus der Zeit um 817 in vielen wichtigen Chroniken keine Erwähnung findet. Der Ortsname „Lengfeldt“ sei zwar erst im 12. Jahrhundert erstmals belegt worden. „Er ist aber mit großer Wahrscheinlichkeit Mitte des 8. Jahrhunderts gebildet worden“, so der Mitarbeiter der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 1356 sei erstmals die Ortsbezeichnung „Purcklengenfelt“ erwähnt. 1702 erschien zum ersten Mal die heutige Schreibweise „Burglengenfeld“.

Pfalzgraf Ottheinrich war auch zugegen bei der Stadterhebungsfeier. Foto: Schaller
Pfalzgraf Ottheinrich war auch zugegen bei der Stadterhebungsfeier. Foto: Schaller

Neben zahlreichen Ehrengästen war auch Pfalzgraf Ottheinrich, der zusammen mit seinem Bruder Philipp dem Ort vor 475 Jahren die Stadtrechte verliehen hatte, in Person von Michael Chwatal bei dieser denkwürdigen Feier persönlich zugegen. Voller Stolz stellte er fest, was aus seiner Stadt geworden ist. Aber es gab auch Grund zum Nörgeln: „Kein Wächter in der Stadt“, war ihm aufgefallen. Und mit den vielen Präsidenten und Landräten im Saal konnte er als Adeliger auch wenig anfangen. Das roch ihm zu sehr nach Demokratie.

„Basis für die Zukunft gelegt“

Ausschließlich Lob gab es allerdings von anderen Gästen: „Burglengenfeld hat die Basis gelegt für die Zukunft“, sagte Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Die Stadt habe mit guten Arbeitsplätzen, Kultur und Infrastruktur ihre Bürger begeistern können, da wohnhaft zu bleiben, und andere überzeugen können, sich hier anzusiedeln. „Hier fühlt man sich wohl!“

Stellvertretender Landrat Joachim Hanisch betonte: „Ein Ort hat nicht deshalb Lebensqualität, weil er alt ist, sondern weil die Bürger und Ratsherren immer gewusst haben, auf was es ankommt.“ Burglengenfeld habe die beste Bevölkerungsentwicklung im Landkreis. Das geschehe nur bei Lebensqualität.

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Stadterhebungsfeier in Burglengenfeld

Die Stadterhebungsfeier war der Abschluss einer Vielzahl von Veranstaltungen zum Jubiläum, „die in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit vielen Vereinen und Institutionen organisiert worden sind“, wie Bürgermeister Gesche betonte. Ein buntes historisches Schauspiel rund um die Stadterhebung vor dem Rathaus und der Festzug zum Jubiläumsvolksfest mit mehr als 1200 Teilnehmern waren der Höhepunkt.

Zehn Bürgern wurde die Ottheinrich-Philipp-Medaille verliehen, als Zeichen der Anerkennung für ihr ehrenamtliches Engagement: Hans-Josef Doser, Robert Graf, Stefan Huttner, Adolf Huttner, Erwin Kerner, Günter Moser, Josef Meierhofer, Reiner Pritschet, Volker Schmidt und August Steinbauer. Josef Auer aus Pilsheim wurde gar mit der Bürgermedaille in Silber ausgezeichnet.

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