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Region Schwandorf
Montag, 24. September 2018 13° 3

Naturprojekt

Das Motto lautet: „Unser Friedhof lebt“

Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Maxhütte-Haidhof will die Artenvielfalt auf dem zentral gelegenen Areal erhöhen.
Von Norbert Wanner

Pfarrer Philip-Alexander Theiß (links) und seine Helfer beim Bäumepflanzen. Foto: bxh
Pfarrer Philip-Alexander Theiß (links) und seine Helfer beim Bäumepflanzen. Foto: bxh

Maxhütte-Haidhof.Weltweiter Artenschwund, Insektensterben, Rückgang der Singvogelzahlen. Was hat das mit uns zu tun? Sehr viel, ist die Antwort der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde. Umgesetzt wurde die Aussage mit dem Projekt „Unser Friedhof lebt“. Neben Ökostrom und klimaneutralem Gas für alle Gebäude, der Sammlung von noch tragbaren Schuhen, dem Elektroauto des Pfarrers und so manchem mehr, hat auch die jüngste Aktion den Sinn, konkret etwas für die Umwelt zu tun.

Zwei Partner gefunden

Unter dem Motto: „Unser Friedhof lebt“ (blüht, brummt und zwitschert) soll der mehr als zwei Hektar große, gemeindeeigene Friedhof ein Hort des Lebens werden. Mit dem kirchlichen Verein „Schöpfung bewahren konkret“ und dem „Historischen Arbeitskreis“ hat die Gemeinde dafür zwei Partner gefunden. Bereits im März war Diplom-Biologin Barbara Füchtbauer zur Besichtigung und Beratung in Maxhütte. Sie ist Leiterin des Projektes „Friedhöfe – Oasen für Pflanzen und Tiere“. Dieses Programm wird im Auftrag der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege durchgeführt und mit Biodiversitätsmitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert.

Die zentrale Lage des Areals im Stadtgebiet und die bereits vorhandenen naturnahen Elemente sah die Expertin als ideale Voraussetzungen an, um die Biodiversität, die Artenvielfalt, auf dem Friedhof und damit auch im Umfeld zu erhöhen. Sie regte vor allem die Pflanzung weiterer Bäume und die Extensivierung der Rasenflächen an. Die Umsetzung begann schon wenige Wochen später unter ideeller und tatkräftiger Unterstützung des Historischen Arbeitskreises.

Evi Dams spendete einige hundert Schneeglöckchen, die sie zusammen mit Brigitte Schütze, der Umweltbeauftragten des Kirchenvorstandes, auch gleich in die Erde setzte. Dr. Franz Schmidkunz, Mitglied des Arbeitskreises „Friedhof und Denkmal“ am Zentralinstitut für Sepulkralkultur in Kassel, und seine Frau Evi kümmerten sich um die Bestellung und unterstützt von Dams, um den Transport der Bäume, die sogleich gepflanzt wurden.

Nur zwei Mal im Jahr mähen

Drei Zierkirschen an der Südseite des Friedhofes und zwei an der Westseite zur Regensburger Straße ergänzen nun das vorhandene Gerüst an Bäumen. Im Herbst soll auch noch eine Eberesche als Futterpflanze für die Vögel und eventuell ein weiterer Obstbaum im neuen Friedhofsteil gepflanzt werden. Geplant ist weiter, die Rasenflächen, die nicht als Zugang gebraucht werden, nur noch zwei Mal im Jahr zu mähen. Die aufkommenden und zum Teil noch zu säenden Wiesenblumen sollen vor allem den Insekten zugutekommen.

Für sie und natürlich auch zur Freude der Friedhofsbesucher werden außerdem im Herbst noch mit den Kindern der Gemeinde Frühlingsblüher gepflanzt. Wildkrokusse, Wildtulpen, Traubenhyazinthen und teils bereits gepflanzte Schneeglöckchen sollen dafür sorgen, dass im Frühjahr auf Gottes Acker und im Umfeld der Kirche der Tisch für Insekten gedeckt ist.

Preis gewonnen

  • 2015 hat der

    evangelische Friedhof in Maxhütte beim Wettbewerb des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege „Unser Friedhof – Ort der Würde, Kultur und Natur“ den zweiten Platz im Landkreis Schwandorf belegt.

  • Der Jury hatte

    an dem 1906 errichteten Friedhof vor allem die Durchgrünung und die deutliche Gliederung und gewollte Andersartigkeit des alten Friedhofes und seiner zwei Erweiterungsabschnitte gefallen. (bxh)

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