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Wirtschaft

Das MZM braucht einen neuen Standort

Läpple meldet Eigenbedarf an, außerdem sind die Hallen nicht mehr zeitgemäß. Ein konkretes Konzept fehlt aber bisher.
Von Norbert Wanner

Das Läpple-Gelände als Standort des MZM hat keine Zukunft mehr. Foto: Norbert Wanner
Das Läpple-Gelände als Standort des MZM hat keine Zukunft mehr. Foto: Norbert Wanner

Städtedreieck.Wie geht es weiter mit der Mittelstandszentrum Maximilanshütte GmbH (MZM), die von den Städten Burglengenfeld, Maxhütte-Haidhof und als Gesellschafter Nummer vier, dem Landkreis Schwandorf, getragen wird? Diese Frage steht im Raum, seit 2016 Überlegungen aus dem Landratsamt bekannt wurden, den Standort, der aktuell auf dem Läpple-Gelände liegt, in Richtung Schwandorf zu verlegen.

In einer Pressemitteilung sprachen sich damals die SPD vor Ort sowie die Kreistagsfraktion gegen eine Verlegung aus und forderten „Lösungen“ ein. Diese Initiative führte zu Anträgen der SPD-Stadtratsfraktionen in den drei Stadträten, Beschlüsse für einen Verbleib im Städtedreieck zu fassen. Das passierte und so ist die offizielle Antwort auf die Frage unisono: „Beschlusslage“ ist, dass das MZM im Städtedreieck bleibt.

Geschäftsführer Christian Meyer hält die aktuelle Ausrichtung des MZM für nicht mehr zeitgemäß. Foto: Norbert Wanner
Geschäftsführer Christian Meyer hält die aktuelle Ausrichtung des MZM für nicht mehr zeitgemäß. Foto: Norbert Wanner

Mit dem „Lagebericht zum Jahresabschluss 2017 über das MZM“, der vor kurzem im Ausschuss für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik des Landkreises behandelt wurde, rückt diese Frage erneut in den Fokus. Im Bericht kann man nachlesen, dass die Firma Läpple „Eigenbedarf“ für die drei zum MZM gehörenden Hallen angemeldet hat. Bis 1. Januar 2020 müssen etappenweise die Hallen zurückgegeben werden. Der Mietvertrag für den Bürokomplex läuft regulär zum 30. April 2022 aus.

Ist der Eigenbedarf eine gute Nachricht für den Läpple Standort Teublitz? Wie berichtet, hätte dort eine neue Pressstraße entstehen sollen, von einem Investitionsvolumen von 36 Millionen Euro war die Rede. Das Unternehmen wollte mit der Belegschaft Gespräche über einen Beitrag von einem Drittel zur Investitionssumme führen. Diese sprach sich gegen den Plan aus. Seitdem fehlt eine klare Aussage, wie es mit der Pressstraße und dem Standort Teublitz weitergeht.

Hallen werden Lagerfläche

Der Eigenbedarf hat damit jedoch laut Bilke Schäffer, Leiterin der Abteilung Marketing und PR bei Läpple, nichts zu tun: Die Hallenflächen werden als „Lagerfläche für Vorrichtungen und Teile aufgrund unseres Ersatzteilgeschäfts“ benötigt, teilte sie der Mittelbayerischen auf Anfrage mit.

Die Antwort auf die Frage, wie es mit einer konkreten Entscheidung zur Zukunft des Standortes Teublitz aussieht, lautete: „Die Frage erschließt sich uns nicht. Es gab bisher keine und gibt auch aktuell keine Diskussion um den Standort Teublitz.“

Lagebericht Mittelstandszentrum 2017

  • Zahlen:

    Vermietungsumsatz 83 300 Euro (Vorjahr 82 700 Euro). Das entspricht einer Gesamtauslastung des MZM von rund 79 Prozent. Das Anlagevermögen beträgt 259 000 Euro. Es lief ein Jahresfehlbetrag von 66 000 Euro auf. Die Gesellschafterversammlung beschloss, einen Defizitausgleich vorzunehmen. Zum „nicht-finanziellen“ Bereich zählten unentgeltliche Schulungsveranstaltungen und Beratungsgespräche.

  • Lage:

    Durch intensive Beratungstätigkeit und die Vielzahl der im MZM durchgeführten Veranstaltungen habe dieses einen hohen Bekanntheitsgrad, heißt es in dem Bericht. Er erinnert mit Blick auf die Mietfristen an die Standortfrage. Das weiterhin leicht positive Wirtschaftswachstum, verbunden mit einer niedrigen Arbeitslosenzahl sei ein „schwieriges Umfeld“ für eine hohe Auslastung des MZM. (bxh)

Trotz klarer Beschlusslage beim Standort gilt für das MZM: Die Zukunft ist unklar. Es gibt zwar Ideen, Zeitpläne und Beschlüsse, etwas Konkretes aber fehlt. Selbst die Ansätze fallen im Detail unterschiedlich aus, wenn man mit MZM-Geschäftsführer Christian Meyer und dem Geschäftsführer der Geschäftsstelle Städtedreieck, Gregor Glötzl, spricht. Gemeinsam ist Beiden, dass sie ein „neues Konzept“ für das MZM fordern. Gedacht wird an Klientel aus Regensburg oder Weiden, OTH, Universität. Raum für Start-ups soll geschaffen werden, bis hin zu Co-Working-Spaces. Die aktuelle Ausrichtung sei „nicht mehr zeitgemäß“, stellt Meyer fest.

Dazu kämen die schwierige Lage des Standorts auf dem Firmengelände von Läpple mit Zugang nur über den Pförtner und die Tatsache, dass die Gebäude in die Jahre gekommen seien. Weder technisch noch von der Raumaufteilung her entsprächen die Büroflächen heutigen Anforderungen. Meyer plädiert für einen Neubau mit rund 1000 Quadratmetern und entsprechender Infrastruktur – verkehrsgünstig gelegen. Das heißt für ihn, nah an der Autobahn. Damit könnte man in die „Champions League“ der bayerischen Gründerzentren vorstoßen.

Kombination mit der VHS?

Glötzl spricht sich für 400 bis 500 Quadratmeter aus. Als Standort plädiert er für eine Innenstadtlage, gut erreichbar per ÖPNV, gerne in der Nähe eines Bahnhofs. In seinem Grobkonzept soll zusätzlich die VHS im Städtedreieck Mitnutzer des neuen Gebäudes werden, weiter könnte man versuchen, die Zweigstelle eines Anbieters der beruflichen Bildung ins Boot zu holen. Zudem fordert Glötzl einen Geschäftsführer vom Fach, der das Projekt plant, mit konkreten Zahlen beziffert, Kontakte knüpft und mehr Zeit einbringt, als Meyer das bisher tut, der hauptberuflich Ansprechpartner für Regionalmanagement am Landratsamt ist.

Beide Konzepte sind mit Kosten verbunden, mindestens zwei Millionen allein für die Gebäudefrage, schätzen Meyer wie Glötzl, was damit zu tun haben dürfte, dass konkrete Entscheidungen noch fehlen. Auf Nachfrage der MZ stand Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank, wie ihre Kollegen aus dem Städtedreieck, zur Beschlusslage, verhehlte aber auch nicht, dass die Finanzierung die Gretchenfrage wäre. Ihre persönliche Meinung: Auch ein Standort „nicht im Städtedreieck wäre“ denkbar.

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