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Ortsentwicklung

Das Schreinerhaus soll verkauft werden

Die Freien Wähler brachten im Nittenauer Stadtrat ihren Antrag durch. Jetzt soll ein privater Investor das Anwesen aufwerten.
Von Cornelia Lorenz

Das Schreinerhaus in Fischbach verfällt immer mehr. Jetzt hat der Stadtrat beschlossen, sich von dem Anwesen zu trennen. Foto: lc/Archiv
Das Schreinerhaus in Fischbach verfällt immer mehr. Jetzt hat der Stadtrat beschlossen, sich von dem Anwesen zu trennen. Foto: lc/Archiv

Nittenau.Die Stadt Nittenau trennt sich vom Schreinerhaus in Fischbach: Nachdem in den vergangenen zwölf Jahren kein mehrheitsfähiges Konzept für das marode alte Gebäude zustande kam, haben sich die Stadträte am Dienstagabend mehrheitlich für den Verkauf ausgesprochen. Damit folgte das Gremium dem Antrag der Freien Wähler. „Eine Sanierung wäre zwar möglich, aber nicht wirtschaftlich“, argumentierte deren Fraktionssprecher Benjamin Boml.

Die Mitglieder des Bauausschusses hatten zuletzt Ende Juni das Schreinerhaus besichtigt und sich dabei selbst ein Bild vom desolaten Zustand des Anwesens machen können. Für die Freien Wähler kam deshalb nur noch der Verkauf in Frage. „Die vergangenen Jahre haben schon mehrfach bewiesen, dass für eine öffentliche Nutzung entweder kein geeignetes Konzept vorhanden war oder keine mehrheitliche Einigung im Stadtrat zu finden war“, argumentierte Boml in seinem Antrag.

Das Schreinerhaus gilt in Fischbach als ortsprägend

Benjamin Boml, Fraktionssprecher der Freien Wähler, beantragte den Verkauf des Schreinerhauses. Foto: tka/Archiv
Benjamin Boml, Fraktionssprecher der Freien Wähler, beantragte den Verkauf des Schreinerhauses. Foto: tka/Archiv

Seine Fraktion forderte deshalb, den Verkauf des Schreinerhauses in die Hände eines Maklers zu geben und dem potenziellen Käufer als Bedingung aufzuerlegen, das Gebäude innerhalb einer bestimmten Frist aufzuwerten. Ein Abriss kommt ohnehin nicht in Frage: Das Schreinerhaus gilt seit über 200 Jahren für Fischbach als ortsprägend und gehört zum schützenswerten dörflichen Ensemble von Kirche und Ökonomiehof. Das Landratsamt hat den Abbruchantrag der Stadt bereits im Jahr 2014 abgelehnt.

Das alte Schreinerhaus in Fischbach

  • Rückblick:

    Die Stadt hat das über 200 Jahre alte Gebäude im Jahr 2007 erworben. Die Frage, ob man das Schreinerhaus abreißen oder umfassend sanieren soll, wurde in Fischbach und im Stadtrat über Jahre hinweg kontrovers diskutiert. Den Antrag auf Abbruch hatte der SPD-Ortsverein Fischbach eingereicht.

  • Abbruch:

    Das Haus stelle durch den jahrelangen Leerstand einen optischen Schandfleck dar. Außerdem fürchte man aufgrund des schlechten baulichen Zustands um die Sicherheit der Kinder. Das Landratsamt entschied 2014, dass die Stadt das Schreinerhaus nicht abreißen darf.

Wie es nun konkret mit dem uralten Gemäuer im Fischbacher Ortskern, das die Stadt im Jahr 2007 gekauft hat, weitergeht, muss sich zeigen. Der ursprüngliche Plan, hier einen Dorfladen einzurichten, ist gescheitert – es fehlte einerseits am Zuspruch aus der Bevölkerung und andererseits an der finanziellen Unterstützung des Projekts durch den Stadtrat.

SPD-Fraktion plädiert für den Umbau zum Bürgerhaus

SPD-Fraktionssprecher Jürgen Kuprat (M.) argumentierte für den Umbau des Schreinerhauses zu einem Bürgerhaus. Foto: tka/Archiv
SPD-Fraktionssprecher Jürgen Kuprat (M.) argumentierte für den Umbau des Schreinerhauses zu einem Bürgerhaus. Foto: tka/Archiv

Den Plan, das Schreinerhaus in ein Bürgerhaus umzuwandeln, brachte die SPD-Fraktion bei der Sitzung nochmals ins Spiel. „Nachdem abzusehen ist, dass die letzten Gasthäuser im Raum Fischbach nicht mehr dauerhaft geöffnet sind, werden Vereine, Gruppierungen, Parteien usw. keine Möglichkeit mehr haben, ihre notwendigen Veranstaltungen und Sitzungen und Sonstiges abzuhalten“, argumentierte Fraktionssprecher Jürgen Kuprat.

Drei Nutzungsmöglichkeiten hält die SPD für sinnvoll: Im Schreinerhaus könne man ein Pfarrbüro, einen Bäcker- oder Dorfladen sowie im oberen Stockwerk einen Bürgersaal einrichten, hieß es im Antrag für den Stadtrat. Darauf wollten sich aber die anderen Fraktionen nicht einlassen. „Wir hatten jetzt lang genug Zeit, zu diskutieren. Wir müssen uns einfach von der ein oder anderen Immobilie trennen“, sagte beispielsweise CSU-Fraktionssprecher Thomas Hochmuth.

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