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Region Schwandorf
Montag, 23. Juli 2018 26° 6

Gemeinderat

Das Trinkwasser ist einwandfrei

Das Wasser in Bodenwöhr wird weiterhin auf Keime untersucht. Eine Lösung für den Bebauungsplan „Altes Forstamt“ ist gefunden.
Von Renate Ahrens

  • Am Gelände in der Ludwigsheide könnte es nun bald mit dem Bau der Wohnungen losgehen. Foto: Renate Ahrens
  • Albert Krieger übernimmt nun schon seit mehreren Monaten das Bürgermeistersamt zusätzlich zu seiner hauptberuflichen Tätigkeit. Foto: Renate Ahrens

Bodenwöhr.Das Trinkwasser in Bodenwöhr sei nun mikrobiologisch endlich einwandfrei, verkündete zweiter Bürgermeister Albert Krieger erleichtert bei der jüngsten Gemeinderatssitzung . Seit 10. März wird das Wasser, in dem man seit Dezember immer wieder überhöht Keime fand, nicht mehr gechlort. „Wir werden die engmaschige Kontrolle weiter fortführen, etwa alle zehn Tage entnehmen wir Proben“, so Krieger. Man hoffe, das Problem nun endgültig vom Tisch zu haben – woher die Verkeimung käme, sei aber nach wie vor ein Rätsel.

Wie geht es weiter? Diese Frage stellte Randolf Alesch (CSU) auch zur langen Erkrankung von Bürgermeisters Richard Stabl. Dieser kann, wie kürzlich berichtet, bei der nächsten Wahl nicht mehr auf die Unterstützung seiner Partei, der Bürgerliste, hoffen. Man sehe sich „zum Handeln“ gezwungen und wolle eine „lange Zeit der Unsicherheit für die Bürgerliste“ beenden. Doch die Ungewissheit über die Zukunft der Spitze im Rathaus macht auch anderen Parteien zu schaffen.

Diskussion über Bürgermeister

Die lange Erkrankung von Bürgermeister Richard Stabl löste Diskussionen aus. Foto: Archiv/tgl
Die lange Erkrankung von Bürgermeister Richard Stabl löste Diskussionen aus. Foto: Archiv/tgl

„Keiner weiß etwas. Wenn ein Mitarbeiter monatelang krank ist, würde man normalerweise ein Gespräch mit ihm führen“, monierte Alesch. Man habe schließlich eine Verpflichtung gegenüber den Bürgern. „Der Verdacht besteht, dass Stabl auf Dauer dienstunfähig sein wird. Wir müssen handeln.“ Er selbst wisse auch nicht mehr, versicherte Krieger sichtlich unangenehm berührt auf Nachfrage Aleschs. Jedem müsse man das Recht eingestehen, krank zu sein betonte Krieger. „Ich finde es nicht in Ordnung, auf diese Art zu diskutieren.“ Alesch blieb hartnäckig: „Das geht nicht gegen Richard Stabl persönlich. Aber die Rechte und Pflichten der Beamten sind im Gesetz geregelt.“

Noch ein weiteres Problem würde bestehen, warf Alois Feldmeier ein: Albert Krieger hätte zurzeit zwei Arbeitsstellen zu bewältigen, schließlich vertrete er Stabl neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit. „Wie lange kann man das durchhalten?“, fragte Feldmeier. Darüber brauche man sich keine Sorgen machen, das müsse man ihm selbst überlassen, entgegnete Krieger und beendete diesen Diskussionspunkt.

Lesen Sie mehr: Albert Krieger ist nicht nur Rathauschef in Bodenwöhr, sondern leitet auch eine Caritas-Sozialstation. Es ist ein Kraftakt.

Eine Lösung ist dagegen endlich beim Bebauungsplan „Altes Forstamt - Ludwigsheide“ in Sicht. Die Raiffeisenbank Bruck als Eigentümerin des Grundstücks will dort sieben Gebäude mit Geschosswohnungen errichten. 77 Einheiten sind vorgesehen. Doch das Vorhaben hat sich erheblich verzögert, da die Brauerei Jacob einen Antrag auf Flächennutzungsplanänderung für ihre Grundstücke, die gleich neben dem Grundstück der Bank liegen, eingereicht hatte.

Ziel der Raiffeisenbank wäre dagegen schon immer ein gemeinsamer Bebauungsplan Teil eins und Teil zwei, um „die Interessen beider Investoren unter einen Hut zu bringen und den Weg frei zu machen“, wie Vorstand Franz Schießl vor einiger Zeit erklärte. Die CSU hatte bei der Rechtsaufsicht am Landratsamt Einspruch gegen den Antrag Jacobs eingelegt. Dem Gremium, so die Begründung, seien wesentliche Aspekte zur Entscheidungsfindung vorenthalten worden.

Die Brauerei Jacob lenkt ein

Nun hat die Brauerei Jacob anscheinend eingelenkt. „Beide Investoren haben zusammengefunden“, erklärte Krieger vage auf Nachfrage Feldmeiers. Ein gemeinsamer Bebauungsplan wurde eingereicht. „Nur dann bildet sich auf der dort entstandenen Mischgebietsfläche die Einheit aus je 50 Prozent Wohnen und Gewerbe“, hatte auch Georg Hoffmann (CSU) schon im Februar eine Einigung gefordert. Der Antrag wurde einstimmig genehmigt. Das bisherige Verfahren und die bisherigen Beschlüsse wurden eingestellt.

Freuen werden sich auch die sechs Feuerwehren in Bodenwöhr. Die insgesamt 185 Aktiven bekommen 180 Schutzanzüge. Förderungen gibt es derzeit nicht. Michael Mulzer (SPD) und Christian Lutter (FWG) regten an, mit der Investition zu warten, bis es eventuell Zuschüsse gäbe, was das Gremium jedoch ablehnte und mit zwei Gegenstimmen die Anschaffung beschloss.

Die Kosten von 180 000 Euro sollen auf dieses und nächstes Haushaltsjahr verteilt werden. Eine mögliche gemeinsame Beschaffung mit Steinberg am See soll geprüft werden. Die bisherigen Anzüge, die ab 1998 angeschafft worden sind, wiesen inzwischen gravierende Mängel auf, regelrecht „auflösen“ würde sich das Material infolge von UV-Licht-Belastung. Die Feuerwehr Pingarten erhält zwei Tragkraftspritzen.

Stattgegeben wurde auch dem Antrag auf Erweiterung des bestehenden Friedhofs „Klause“ in Bodenwöhr in zwei Bauabschnitten. Eine Teilfläche des Sportplatzes wird in den Friedhof integriert. Diese Maßnahme soll bis nächstes Jahr abgeschlossen sein.

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