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Naturschutz

Das Westfeld wird rekultiviert

Das Gebiet in Wackersdorf, in dem Braunkohle abgebaut wurde, geht zurück an die Natur. Dafür werden Millionen investiert.
Von Max Schmid

In einer 30 Meter tiefen Mulde wird das Regenwasser aufgefangen. Foto: smx
In einer 30 Meter tiefen Mulde wird das Regenwasser aufgefangen. Foto: smx

Wackersdorf.Die Rekultivierungsarbeiten auf dem Westfeld des früheren Braunkohlereviers sind in vollem Gang. Das Energieunternehmen Uniper informierte die Öffentlichkeit über die umfangreichen Arbeiten auf dem Areal, das im Dreieck der Ortschaft Irlach, dem Knappensee und den Sitz der früheren BBI mit Verwaltungsgebäude und Werkstätten liegt. Damit wurde Transparenz geschaffen, nachdem sich zahlreiche Bürger über das eingezäunte und bewachte Areal den Kopf zerbrochen haben.

Uniper-Projektleiter Andreas Stake informierte beim Ortstermin auf dem Westfeld, dass für sein Unternehmen die Sicherheit von Mitarbeitern, beauftragten Firmen sowie Besuchern und Passanten höchste Priorität genieße. Aus diesem Grund habe man rund um das Westfeld Schutzeinrichtungen geschaffen. Man habe eine Zugangskontrolle eingerichtet und das Arbeitsfeld des Bauabschnitts II unterhalb des Geotops zusätzlich eingezäunt.

Erster Bauabschnitt ist fertig

Ein Eingriff in das vorhandene Geotop sei ausgeschlossen, da sich die Arbeitsgrenze deutlich erkennbar unterhalb des Zaunes befinde. Stake informierte zudem, dass der erste Bauabschnitt, der rund 15 Millionen Euro verschlungen habe, abgeschlossen sei und derzeit der zweite Abschnitt (BA II) der früheren Aschedeponie derzeit in vollem Gange sei.

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Die Deponie Westfeld wird rekultiviert

BA II umfasse gut 80 Hektar Grundfläche, und hier sei auch die mit rund 30 Metern tiefste Stelle des Westfeldes. Das Oberflächenwasser werde durch eine eigene Kläranlage gereinigt. Derzeit werden die vorhandenen Abdeckmaterialien und Bodenstrukturen mit entsprechend großen Baumaschinen umgelagert und verfestigt.

Je nach Untergrund würden hier nur geeignete Abdichtmaterialien, vorwiegend Betonitmatten, verbaut. An den Böschungen der Entwässerungsgräben kommen Kunststoffdichtungsbahnen zum Einsatz. Darüber wird ein Drainage-Vlies verlegt, dann werde eine rund 1,2 Meter dicke Bodenschicht auf das 50000 Quadratmeter große Rekultivierungsgelände in BA II aufgebracht.

Ein Rundgang über das Gelände:

Rundfahrt durch das Westfeld

An den Uferböschungen der Retentionsbecken und in den Entwässerungsgräben werden zudem 30000 Tonnen Wasserbausteine gegen Erosion verbaut. Ziel dieser enormen Erdarbeiten sei es, das Gelände zu rekultivieren und damit wieder eine neue Landschaft unter Berücksichtigung des Natur- und Artenschutzes zu schaffen. Auf Nachfrage informierte Stake, dass die Bodenabdeckung nahezu „für die Ewigkeit“ reiche, relativierte aber dann auf 60 bis 100 Jahre.

Rekultivierungen durch BBI, E.ON und Uniper

  • Geschichte:

    70 Jahre lang wurde das Braunkohlerevier bergmännisch genutzt. Die Rekultivierung wurde früher durch die Bayerische Braunkohlen-Industrie AG (BBI) und nach deren Auflösung durch das Bayernwerk (später E.ON) durchgeführt. Das Energieunternehmen Uniper hat die Aufgabe dann von E.ON übernommen und will die Rekultivierung des Westfelds bis 2022 abschließen.

  • Maßnahmen:

    Durch Entsiegelungen und Rückbau können verlorene Bodenfunktionen größtenteils wiederhergestellt werden. In BA I wurden „buschfreie“ Magerrasenflächen geschaffen, ein Biotop und meterlange Totholzinseln für Amphibien angelegt. Auch das Entwässerungssystem für den Westfeld-Damm wird erneuert. Hinzu kommt Hochwasser-Schutzfunktion für den Bauhof. (smx)

Zwischen 2013 und 2016 sei eine wertvolle, strukturierte hügelige Naturlandschaft entstanden. Die angelegten Magerrasenflächen mit Totholz- und Steininseln sollen die Ansiedelung bedrohter Tier- und Pflanzenarten begünstigen. Basierend auf den Erfahrungen von BA I soll der zweite Abschnitt Ende kommenden Jahres fertiggestellt werden, erläuterte Projektleiter Stake.

Dritter Bauabschnitt ab 2020

Am Rande des Rekultivierungsgebiets wurde ein Biotop angelegt Foto: smx
Am Rande des Rekultivierungsgebiets wurde ein Biotop angelegt Foto: smx

Nach Erteilung aller nötigen Genehmigungen wird Mitte 2020 mit dem dritten Bauabschnitt begonnen, der Rekultivierung des 30 Hektar großen Westfeld-Dammes. Dazu habe man bereits im Vorfeld rund ein Drittel des Dammes vom Bewuchs befreit. Derzeit würden die Wurzelstöcke ausgegraben und das Fällgut zur thermischen Verwertung zerkleinert. Für den Dammbereich müsse Uniper mindestens weitere zwölf Millionen Euro investieren, um die Erhebungen neu zu profilieren und in einen ökologisch wertvollen Zustand zu versetzen.

Alle Maßnahmen werden unter Hinzuziehung externer Fachleute und unabhängiger Gutachter von Uniper geplant und von den zuständigen Behörden geprüft und genehmigt. Die Rekultivierung erfolge in Absprache mit den örtlichen Forst- und Naturschutzbehörden. Naturschutzfachliche Ausgleichsmaßnahmen zur Sicherung des Artenreichtums seien dabei zwingend vorgeschaltet. Bereits 2013 seien Untersuchungen durchgeführt worden, bei denen Vegetation und Artengruppen detailliert erfasst wurden.

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