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Kultur

Das „Zwickl“-Festival erfindet sich neu

Die 7. Schwandorfer Dokumentarfilmtage ziehen in die Spitalkirche um. Und zum ersten Mal wird ein eigener Filmpreis vergeben.
Von Hubert Heinzl

Neue Auflage, neuer Spielort: Initiatorin Anne Schleicher freut sich auf das 7. „Zwickl
Neue Auflage, neuer Spielort: Initiatorin Anne Schleicher freut sich auf das 7. „Zwickl"-Festival – diesmal in der Schwandorfer Spitalkirche. Foto: Hubert Heinzl

Schwandorf.Nach einem Jahr Pause melden sich die Schwandorfer Dokumentarfilmtage und Künstlerische Leiterin Anne Schleicher eindrucksvoll zurück. Bei der 7. Auflage des „Zwickl“-Festivals vom 31. Oktober bis 10. November 2019 sind wieder 23 herausragende Produktionen zum Eintrittspreis von schlappen zwei Euro pro Film zu sehen – entsprechend der DNA der Schwandorfer Dokumentarfilmtage. Aber natürlich gilt auch das Motto eines früheren Festivals: „Alles in Bewegung“, das wird am augenfälligsten bei der neuen Spielstätte.

Beim Schwandorfer Bürgerfest Mitte Juli machten Anne Schleicher (re.) und Mitstreiterin Sophia Hutzler heuer erstmals Werbung für das 7. "Zwickl"-Festival. Foto: Hubert Heinzl
Beim Schwandorfer Bürgerfest Mitte Juli machten Anne Schleicher (re.) und Mitstreiterin Sophia Hutzler heuer erstmals Werbung für das 7. "Zwickl"-Festival. Foto: Hubert Heinzl

Denn in diesem Jahr sind die Dokumentarfilmtage in die profanierte Spitalkirche umgezogen, gleich beim Rathaus ums Eck. Warum? Das frühere Gotteshaus war nach den Worten Anne Schleichers „schon vor ein paar Jahren im Gespräch“, nachdem sich abgezeichnet hatte, dass das ehemalige Metropol-Kino (heute „Blumen Heinz“) aus familiären Gründen nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Auch leer stehende Gebäude wie den früheren Schlachthof hatten die „Location Scouts“ vom Zwickl-Team unter die Lupe genommen. „Aber das scheitert häufig schon an der Infrastruktur, zum Beispiel den fehlenden Toiletten“, erzählt Anne Schleicher.

Die Spitalkirche hat ihren eigenen Reiz

Nun also die Spitalkirche. Der Ort hat für die Initiatorin des Festival einen ganz eigenen Reiz. Denn den ehemals sakralen Raum spürt man immer noch. „Das Publikum sitzt wie in der Kirche und schaut auf zum Altarraum. Da wird dann die Leinwand aufgebaut“, sagt Anne Schleicher.

Inhaltliche Anklänge an Kirche oder Glaube wird man im aktuellen Programm allerdings vergeblich suchen – mit einer Ausnahme. „Und was glaubst du?“ befasst sich anhand der Schwandorfer Pfarrer Hans Amann und Arne Langbein mit dem Thema Ökumene. Auch sonst geht es um die ganz großen Fragen: das Megathema Umwelt und Natur, die Begegnung zwischen Tradition und Moderne, Konsum und alternative Lebensentwürfe.

„Gemischtes Doppel“ ist in diesem Jahr das Motto

Das Festivalmotto „Gemischtes Doppel“, das Anne Schleicher aus dem Tennissport entlehnt hat, verweist auf die Zusammenstellung des Programms. Denn diesmal stammen acht Filmvorschläge von interessierten Zeitgenossen mit Bezug zur Region, etwa „Wackersdorf“-Schauspielerin Anna Maria Sturm oder Redakteur Clemens Hösamer. Denen hat die Festival-Macherin aus dem Fundus der weit über 1000 Dokumentarfilme, die sie kennt, acht komplementäre Filme zur Seite gestellt. „Es gibt immer einen Bezug. Und die Film-Doppel erhellen sich gegenseitig“, sagt die Künstlerische Leiterin. Damit das auch so richtig zur Geltung kommt, kann man die Zweierpacks auch als „Double Feature“ ansehen.

Projekte

Zwischen WAA und „Zwickl“-Festival

Anne Madlene Schleicher aus Schwandorf begleitete das „Wackersdorf“-Projekt, machte ein Buch und hat schon wieder neue Pläne.

Zwei Filme werden in Zusammenarbeit mit dem Oberpfälzer Künstlerhaus gezeigt (eine WAA-Kurzdoku und ein Film, begleitend zu einer Kunstausstellung), dazu gibt es wieder das traditionelle Kinderprogramm mit zwei moderierten Vorstellungen, in Kooperation mit dem Jugendtreff. „Es geht um Medienkompetenz und visuelles Lernen, aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz“, verspricht Anne Schleicher. Auch Schulklassen können sich nach Voranmeldung in das Programm einklinken. Je nach Interesse, gibt es dann Zusatzvorstellungen am Vormittag in der Spitalkirche oder im „Lichtwerk“-Kino.

Zu diesem Konzept passt ganz gut eine „Zwickl“-Premiere: Erstmals bieten die Festival-Macherinnen eine „Dokumentarfilmschule“ an. In der Fortbildungsveranstaltung für Lehrkräfte geht es um die Frage nach der (filmischen) Wirklichkeit, die (O-Ton Schleicher) „eigentlich im Auge des Betrachters liegt“.

Film

„Wackersdorf“ feiert Deutschlandpremiere

Am Mittwochabend hat der Spielfilm über Altlandrat Hans Schuierer und die WAA in Schwandorf Premiere gefeiert.

Neu ins Programm aufgenommen wurde die „Werkschau“-Reihe, die sich zum Auftakt dem Filmproduzenten Ingo Fliess widmet. Der gebürtige Oberpälzer hat nicht nur den bekannten „Wackersdorf“-Spielfilm realisiert, sondern auch eine ganze Reihe von Dokumentationen. Fünf davon werden beim „Zwickl“ zu sehen sein – die Themen reichen von der Molekularküche bis zu den Paralympics. Auch der Produzent selbst gibt sich beim Filmfestival die Ehre. Abgerundet wird das „Special“ durch einen regionalen Branchentreff am letzten Festivaltag, bei dem in zwangloser Atmosphäre über das Filmemachen als Beruf diskutiert wird. Junge Leute, die sich dafür interessieren, sind bei der Veranstaltung mitsamt ihren Fragen ausdrücklich willkommen.

Das 7. „Zwickl“-Festival

  • Termin:

    31. Oktober bis 10. November.

  • Spielort:

    Spitalkirche Schwandorf (barrierefrei).

  • Karten:

    Karten zum Einzelpreis von zwei Euro gibt es im Tourismusbüro Schwandorf, Kirchengasse 1, Tel. 09431/45550, tourismus@schwandorf.de.

  • Kartenvorverkauf:

    Der Kartenvorverkauf beginnt am 1. Oktober.

  • Kinokasse:

    31. Oktober bis 10. November in der Spitalkirche, täglich von 14 bis 20 Uhr.

  • Festivalcafé:

    31.Oktober bis 10. November vor der Spitalkirche, täglich von 17 bis 20 Uhr, mit Snacks, Bistro, Getränken und Kuchen; Sitzplätze. Getränke auch außerhalb der Öffnungszeiten in der Spitalkirche.

Für den Glamour-Faktor sorgt unter anderem Star-Barkeeper Charles Schumann höchstpersönlich, über den Marieke Schröder unlängst eine 100-Minuten-Doku gedreht hat. Und zum ersten Mal wird, wie es sich für ein Filmfestival gehört, beim „Zwickl“ auch der „Schwandorfer Dokumentarfilmpreis“ vergeben.

Das Ganze ist eine Art „Kick off“, denn die Produktionen für den diesjährigen Wettbewerb hat noch Anne Schleicher ausgesucht. In Zukunft sollen sich möglichst viele Filmemacher selbst mit ihren Beiträgen bewerben und dem Urteil der Jury stellen.

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