MyMz
Anzeige

Tradition

Deftige Fastenpredigt zum starken Bier

Die Jacob-Brauerei zelebrierte den Jacobator-Anstich. Dr. Frieder Roßkopf las den Politikern ordentlich die Leviten.
Von Albert Gleixner

Marcus Jacob erhielt von den Vertretern des Oberpfälzer Seelandes, Bürgermeister Martin Birner und Werner Dietrich (von links), ein Stammtisch-Schild. Mit dabei war auch der „Bäff“.  Foto: Albert Gleixner
Marcus Jacob erhielt von den Vertretern des Oberpfälzer Seelandes, Bürgermeister Martin Birner und Werner Dietrich (von links), ein Stammtisch-Schild. Mit dabei war auch der „Bäff“. Foto: Albert Gleixner

Bodenwöhr.Der Fasching ist begraben, die Fastenzeit hat begonnen und damit auch die Zeit des Starkbiers. Bei der Familienbrauerei Jacob ist jetzt Jacobator-Zeit. Seit 20 Jahren findet im historischen Kellergewölbe des Brauereigasthofes der Jacobator-Anstich statt, wo das dunkel-kräftige Starkbier zum Ausschank kommt. Dazu gibt es auch noch als obergärige Genuss-Variante den dunkeln Weißbier-Doppelbock. Die beiden Biere wurden mit einer Stammwürze von 19 Prozent und einem Alkoholgehalt von acht Prozent eingebraut.

Schon vor Jahrhunderten haben Mönche in den Klosterbrauereien die stark eingebrauten Biere getrunken. Die Fastenzeit wurde streng von den Mönchen eingehalten. Mit „Flüssiges bricht Fasten nicht“ umgingen die Mönche mit dem Starkbier die wenige Nahrung. Auch in Bodenwöhr wird diese Tradition bis heute fortgeführt – mit dem traditionellen Jacobator-Anstich.

Bürgermeister Georg Hoffmann durfte dann das erste Starkbierfass anzapfen. Doch diesmal wollte es nicht so recht klappen. Unterstützt von Braumeister Martin Spießl und unter den Augen von Gstanzl-Sänger Bäff, alias Josef Piendl, gelang es schließlich doch, so dass die Ehrengäste dann auf ein gutes Starkbier-Fest anstoßen konnten. Die witzigen Einwürfe vom Bäff und die Klänge der Tanngrindler Musikanten unterhielten das rappelvolle Wirtshaus. Das Treiben im Kellergewölbe wurde auch in die oberen Gasträume übertragen.

Neuer Stammtisch

  • Präsent:

    Eine Überraschung gab es dann noch für Brauereinchef Marcus Jacob vom Zweckverband Oberpfälzer Seeland. Werner Dietrich überreichte mit Martin Birner ein Stammtisch-Schild.

  • Würdigung:

    Der Verband will sich künftig regelmäßig bei Jacob treffen und so das Engagement der Brauerei für den Zweckverband würdigen.

Bei dem Starkbierfest durfte die Fastenpredigt nicht fehlen: Diese übernahm wieder Dr. Frieder Roßkopf von den Tanngrindler Musikanten. „Wer glaubt, im Landkreis was zu sein, der haut sich heut bei Jacob rein“, lautete seine Begrüßung. Dann sprach er das Wirte-Sterben an. „Seit kurzen führt Hotel und Stube, Alexander J, vom Fritz der Bube“. Dass er um die Küche einen großen Bogen macht, sei gut. „Gott sei Dank kocht er nicht,, sonst wär‘ der Jacob-Bräu bald dicht.“

Der Kassenbon, die Wechsel von Sigmar Gabriel zur Deutschen Bank und die neue Doppelspitze der SPD nahm der Redner ins Visier. „Die SPD hat’s nicht verdient, dass man ihr so die Würde nimmt“. „Die Schwarzen brauchen nicht zu lachen, sie sind dran, es ihnen gleich zu machen! Denn das Thüringer Theaterstück, das bringt auf lange Zeit kein Glück“.

Frieder Roßkopf war gerade so beim Schimpfen, da nahm er Bürgermeister Hoffmann ins Visier: „Herr Hoffmann, ich sag’s ganz deutlich heute, es ist mir eine große Freude, nach einem Jahr zu gratulieren für ihr erfolgreiches Regieren“. Und da hatte der Fastenprediger einen lauten Knall eingebaut. „Jedermann hörte es knallen, ihm ist ein Stein vom Herzen gefallen. Schorsch lebt den Posten völlig neu, er gibt den smarten Charming Boy“.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht