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Wirtschaft

Demo für Erhalt von Hansa Burglengenfeld

Zwanzig Mitarbeiter des Betriebs setzten bei einer Fachmesse in Frankfurt ein starkes Zeichen. Das Feedback war positiv.
Von Thomas Rieke

Eine etwa zwanzigköpfige Gruppe von Hansa-Mitarbeiter stand am Donnerstag in Frankfurt frierend vor den Toren der ISH-Fachmesse, um auf die Notlage des Burglengenfelder Betriebs aufmerksam zu machen. Foto: Zillner
Eine etwa zwanzigköpfige Gruppe von Hansa-Mitarbeiter stand am Donnerstag in Frankfurt frierend vor den Toren der ISH-Fachmesse, um auf die Notlage des Burglengenfelder Betriebs aufmerksam zu machen. Foto: Zillner

Burglengenfeld.Genau vier Wochen ist es her, dass die Mitarbeiter von Hansa eine schlimme Nachricht ereilte. Der Präsident und CEO des finnischen Mutterkonzerns Oras Group trat zum Schichtwechsel vor die Belegschaft und erklärte: „Die Produktion in Burglengenfeld wird eingestellt!“ Seitdem kämpfen Männer wie Ludwig Schoyerer und Bernhard Herrmann als Vorsitzende des Betriebsrats sowie Funktionäre der Gewerkschaft IG Metall um die bedrohten rund 170 Arbeitsplätze. Doch welche Mittel stehen ihnen zur Verfügung?

Anreise mit gemischten Gefühlen

Am Donnerstag dieser Woche reiste eine rund zwanzig Mann starke Hansa-Truppe frühmorgens nach Frankfurt. Denn dort lief seit Montag die ISH eröffnet, die weltweit führende Messe für modernes Baddesign, nachhaltige Heizungs- und Klimatechnik und intelligentes Wohnen. Bei diesem nur alle zwei Jahre stattfindenden internationalen Branchentreffen wollten die Burglengenfelder mit einer Mahnwache ein Zeichen setzen.

Tatsächlich postierten sich die Hansa-Werker kurz nach 8 Uhr vor einem der Haupteingänge. Viele hatten sich extra Urlaub genommen, außerdem hatten sie diverse wetterfeste Transparente gebastelt. Betriebsratschef Ludwig Schoyerer räumt ein, dass er mit durchaus gemischten Gefühlen die Zugreise angetreten war. Die Mahnwachenidee hatte ein Kollege auf einer „Krisensitzung“ geäußert. Aber wie würden die Veranstalter der Messe darauf reagieren? Die Aktion war nicht angemeldet, Schoyerer befürchtete, sie könnte von der Security auch bald wieder beendet werden. Doch die zeigte sich verständnisvoll, ließ die Burgengenfelder gewähren.

Das Wetter war auf Arbeitgeberseite

In strömendem Regen wurde auf zahlreichen Protestschildern auf die bedrohliche Situation für Hansa aufmerksam gemacht. Lasse die Oras Group ihrer Ankündigung Taten folgen, gingen nicht nur rund 170 Jobs verloren, es sterbe auch der letzte deutsche Fertigungsbetrieb für hochwertige Badarmaturen, war zu lesen.

Tausende Fachbesucher wurden Zeuge, viele hielten die Mahnwache im Bild fest, teilten die Nachricht in den sozialen Medien. „Es wurden gute Gespräche geführt. Insgesamt haben wir ein überwiegend positives Feedback erfahren“, bilanziert Bernhard Zillner, Fachsekretär der IG Metall Regensburg, der die Mannschaft begleitete. Er erklärt, Belegschaft und Gewerkschaft wollten alle Register ziehen, um den Standort noch zu retten. Die Chancen seien nicht groß, aber vielleicht setze sich ja doch die Erkenntnis durch, dass es auch für die Oras Group von Vorteil wäre, weiter Produkte mit dem Label „Made in Germany“ anbieten zu können.

So geht es weiter

Unterdessen wurde hinter den Kulissen vereinbart, am 20. März in Verhandlungen einzutreten. Bis 8. April sind fünf Gespräche geplant. Darin wird sich zeigen, ob es noch eine Chance gibt, den Hansa-Standort zu retten oder was die Spitze der Oras Group im Falle einer Schließung unter „sozialverträglichen Lösungen“ versteht.

Je nach Verlauf der Meetings sind Aktionen in der Öffentlichkeit geplant.

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