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Serie

Den Nachwuchs fördern und fordern

Der Volleyballclub Schwandorf mit Vorsitzendem Gerd Spies schwimmt auf einer Erfolgswelle. Der Trainerstab wird erweitert.
Von Rudolf Hirsch

  • Die VC-Mädels waren sowohl in der Schule als auch im Verein erfolgreich. Foto: Hirsch
  • Vorsitzendem und Trainer Gerd Spies liegt die Nachwuchsförderung im Volleyball am Herzen. Foto: Hirsch

Schwandorf. 13 Jahre nach seiner Gründung blickt der Volleyballclub Schwandorf auf seine erfolgreichste Saison zurück. Das Aushängeschild, die erste Damenmannschaft, wurde Vizemeister in der Landesliga, verzichtet aber auf die Teilnahme an der Relegationsrunde. Vorsitzender Gerd Spies macht den Verlust wichtiger Spielerinnen geltend, die ein Studium beginnen oder sich für einen Auslandsaufenthalt entschieden haben. Nach vier Aufstiegen in Folge will er die restliche Truppe nicht überfordern und in der Bayernliga womöglich „verheizen“. 

Der Landesliga-Vizemeister spielte weitgehend in der Besetzung, die 2017 bayerischer Schulmeister wurde und sich für das Bundesfinale in Berlin qualifizierte. 

In der engen Zusammenarbeit von Schule und Verein sieht Gerd Spies das Erfolgsgeheimnis. Der Sportlehrer und pensionierte Studiendirektor war maßgeblich daran beteiligt, dass das Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium 2001 bayerische Stützpunktschule für Volleyball wurde. Zur Optimierung der Leistung bedurfte es aber noch eines Vereins, der sich vier Jahre später gründete. Manuela Müller, die Mutter einer Schülerin, ließ sich damals zur Vorsitzenden wählen. 

Drei Aufstiege bewerkstelligt

Seit acht Jahren steht Gerd Spies an der Spitze des Volleyballclubs Schwandorf mit 100 Mitgliedern und zwei Herren-, zwei Damen- und mehreren Jugendmannschaften. Die zweiten Damen steigen in die Bezirksklasse auf, die ersten Herren in die Bezirksliga und die zweiten Herren in die Bezirksklasse. 

Der Volleyballclub „lebt“ also mittlerweile nicht mehr nur vom Nachwuchs des Gymnasiums, sondern auch von Quereinsteigern. Zweimal in der Woche wird trainiert. Einmal im Wahlunterricht „Sport“ an der Schule und einmal im Verein. Das Training übernehmen die ausgebildeten Übungsleiter Gerd und Thea Spies für die beiden Damenmannschaften sowie Arthur Brei und Paul Zant für die Herren und den Nachwuchs. 

Der Trainerstab hat jetzt Verstärkung bekommen. Markus Jauernig ist Lehrer für Sport und Mathematik am Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium und wird neuer Jugendtrainer am Volleyball-Stützpunkt. Vorsitzender Gerd Spies erwartet sich nicht nur eine Entlastung, sondern vor allem einen weiteren Leistungsschub. „Unser oberstes Ziel ist die Nachwuchsförderung“, erklärt der Trainer. Er möchte den Kindern frühzeitig den Spaß am Volleyball vermitteln – ein Sport, der wegen der schwierigen Spielform und anspruchsvollen Technik an den Schulen eher ein stiefmütterliches Dasein fristet. CFG und VC haben Spielformen entwickelt, die nicht im Frust enden, sondern Begeisterung an dieser Sportart wecken sollen. Die Anstrengungen nimmt das in Kümmersbruck wohnende Trainer-Ehepaar Thea und Gerd Spies in Kauf, obwohl sie wissen, dass die Spielerinnen dem Verein irgendwann verloren gehen.

„Wenn sie das Abitur haben, gehen die Mädchen zum Studium weg und kommen gewöhnlich nicht mehr zurück“, bedauert Gerd Spies. Er muss regelmäßig versuchen, den Aderlass mit neuen Nachwuchskräften zu kompensieren. Viele „Ehemalige“ schließen sich aber an ihrem neuen Wohn- und Studienort einem Verein an und bleiben damit dem Volleyballsport zumindest erhalten. 

Trotz der hohen Fluktuation hat das Trainerteam das Thema „Bayernliga-Aufstieg“ der Damen nicht aus den Augen verloren. Mit dem neuen Stützpunkttrainer Markus Jauernig will der Verein die Voraussetzungen dafür schaffen. Damit die Mädels bald wieder rufen können: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“. So wie im vergangenen Jahr, als Nicole Wagner, Lisa Buttler, Franziska Sieß, Johanna Munding, Julia Brunner, Ellena Kölbl, Anna Rank und Rebecca Rester in der Oberpfalzhalle das Landesfinale in der Wettkampfklasse Mädchen II gewannen und sich für das Bundesfinale qualifizierten. Die gleichen Spielerinnen bildeten in dieser Saison den Kader für die erste Damenmannschaft des Volleyballclubs, die den Vizemeistertitel in der Landesliga errang. 

Fünf harte Trainingsjahre

Fünf Jahre harte Trainingsarbeit an der Stützpunktschule und im Verein haben sich gelohnt. Die Mädchen der zehnten Klasse des CFG-Gymnasiums qualifizierten sich für das Bundesfinale der Schulen in Berlin. Dort belegten sie unter den 16 Landesmeistern den achten Platz. „Wie geht es Johanna Munding?“ fragte Oberbürgermeister Andreas Feller beim anschließenden Empfang im Rathaus. Die Mittelblockerin hatte sich im Viertelfinale einen Kreuzbandriss zugezogen und musste operiert werden. Bis zu dieser schweren Verletzung war alles nach Plan gelaufen. Ohne Probleme drang der bayerische Meister ins Viertelfinale vor. Gegen den Meister aus Sachsen-Anhalt verletzte sich Johanna Munding ohne gegnerische Einwirkung. Ihren Verlust konnte die Mannschaft nicht kompensieren und musste sich am Ende mit Platz acht begnügen. 

Auch in den laufenden Wettbewerben ist das Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium erfolgreich. Die Mädchen der Altersklasse IIII/1 (Jahrgang 2003 und jünger) belegten bei den Oberpfalzmeisterschaften den zweiten Platz. Noch besser schnitten die Jungen der Altersklasse II ab. Sie holten sich den Titel und qualifizierten sich für die nordbayerischen Meisterschaften. Die Jungs spielen alle in der ersten oder zweiten Mannschaft des VC Schwandorf. 

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