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Tanzsport

Der Boogie ist ein Lebenselixier

Die Deutschen Meister Kerstin Engel und Johannes Hien aus Nittenau haben große Pläne. 2019 wird geheiratet.
Von Renate Ahrens

NITTENAU.Jede freie Minute dreht sich bei Kerstin Engel (26) und Johannes Hien (27) nur um eines: Boogie Woogie. Besonders den 11. November 2017 wird das begeisterte Tanzpaar aus Nittenau sicher nie vergessen. In der Hammerseehalle in Bodenwöhr wurden sie Deutsche Meister. Doch damit nicht genug: Unmittelbar nach dem Siegertanz machte „Jojo“ seiner Kerstin auf Knien einen Heiratsantrag – vor gesamtem Publikum. So manche Freudenträne ist dabei geflossen, Jubel brandete auf. „Noch dazu erklang die Nationalhymne. Das war schon ein besonderer Moment“, erinnert sich Bundestrainer Michael Gleixner.

Ein erhebender Moment: Jubel brandete auf und die Nationalhymne erklang, als Johannes Hien seiner Kerstin einen Heiratsantrag machte. Natürlich sagte sie Ja.  Foto: Hans Hien
Ein erhebender Moment: Jubel brandete auf und die Nationalhymne erklang, als Johannes Hien seiner Kerstin einen Heiratsantrag machte. Natürlich sagte sie Ja. Foto: Hans Hien

Johannes Hien, der ohnehin vor jedem Auftritt sehr nervös ist, sei es an diesem Tag gleich doppelt gewesen, sagt er heute lachend. Wegen der vielen, auch internationalen Erfolge durften sich Kerstin Engel und Johannes Hien nun ins Goldene Buch der Stadt Nittenau eintragen. Zweiter Bürgermeister Albert Meierhofer würdigte die Leistungen des Nittenauer Paares, das bereits zusammen in einer Schulklasse das Gymnasium besuchte und noch vor dem Abitur, im Jahr 2009, mit Boogie Woogie-Tanzen angefangen hat.

Gelernt haben die Beiden nicht nur Boogie-Woogie, wie sie heute wissen: „Wir gehen heute viel offener auf Menschen zu und haben in vielen Ländern Freunde gefunden.“ Schließlich sind die amtierenden Deutschen und Bayerischen Meister fast jedes Wochenende bei Turnieren in ganz Europa anzutreffen.

Kostenintensiver Leistungssport

In Bodenwöhr gewannen Kerstin Engel und Johannes Hien die Deutsche Meisterschaft. Foto: tre
In Bodenwöhr gewannen Kerstin Engel und Johannes Hien die Deutsche Meisterschaft. Foto: tre

Finanzieren müssen sie das selbst – Hien habe einmal zum Spaß zusammengerechnet, was im Laufe der Jahre an Kosten entstanden sind. „Für ein Mittelklasseauto hätte es gereicht.“ Wert sei es den Aufwand auf jeden Fall, versichern beide. Denn Boogie Woogie mache großen Spaß. Sehr vielseitig und abwechslungsreich sei dieser Tanz, der nicht nur auf Boogie Woogie-Musik, sondern auch auf Rock’n’Roll, Rockabilly, Rock, Jump Blues oder Swing getanzt wird.

Welches Lied gespielt wird, weiß man vor den Turnieren nicht – dieses müsse „kreativ vertanzt“ werden. Die Wertungsrichter achten auf viele Kriterien, wie Tanztechnik, Ausdruck, Paarharmonie oder Zusammenspiel. In jeder Runde werden jeweils ein langsamer und ein schneller Tanz vorgeführt.

„Wir gehen heute viel offener auf Menschen zu und haben in vielen Ländern Freunde gefunden.“

Kerstin Engel und Johannes Hien

Ihr Verein, die Boogie-Babies Bruck/Bodenwöhr, stellen mit ihnen nicht nur die Deutschen Meister, sondern mit Michael und Petra Gleixner aus Bodenwöhr auch die Bundestrainer. Insgesamt fünf Turnierpaare aus ganz Deutschland betreuen die Gleixners, meist sind sie auch bei den Wettkämpfen dabei. Viel Zeit, die jeweiligen Städte zu besichtigen, bleibe nicht, sagen Engel und Hien. Doch einmal sei im Winter ein Turnier im sibirischen Nowosibirsk ausgefallen. Die Flüge waren bereits bezahlt – kurzerhand flogen sie trotzdem hin, hätten mit Freunden zusammen eine landestypische Spezialität gekocht und viel Spaß gehabt.

Wegen ihrer vielen Erfolge durften sich Kerstin Engel und Johannes Hier ins Goldene Buch der Stadt Nittenau eintragen, ebenso wie ihre Trainer, Petra und Michael Gleixner. Foto: tre
Wegen ihrer vielen Erfolge durften sich Kerstin Engel und Johannes Hier ins Goldene Buch der Stadt Nittenau eintragen, ebenso wie ihre Trainer, Petra und Michael Gleixner. Foto: tre

Auch in diesem Jahr stehen wieder viele Turniere an, wie die Worldmasters, die Europa- und die Weltmeisterschaft oder die German Open Championships. Doch sogar für Bälle, Hochzeiten oder andere Veranstaltungen könne man das Paar buchen. Zurzeit wird eine neue Formation einstudiert: „Swinging in the rain.“ Besonders freuen sich beide auf den großen Ball des Sports in Wiesbaden des Deutschen Sportbunds am 3. Februar, wo sie vor über 1000 Gästen und bekannten Sportgrößen vortanzen werden. Der Terminkalender des Paars ist bereits voll für dieses Jahr. „Es wird spannend“, sagt Hien, auch wegen der stressigen Prüfungsphase, die für ihn von März bis Juli ansteht.

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Der angehende Gymnasiallehrer für Mathematik und Physik wird dann seine Referendarzeit abschließen, jetzt ist er noch in Marktredwitz an einer Schule tätig und ab Februar in Landshut. Nicht einfach sei es, alles unter einen Hut zu bekommen. „Das Moskauer Turnier findet zum Glück in den Pfingstferien statt“, sagt Hien. Kerstin Engel studiert nach einer abgeschlossenen Ausbildung zur PTA in Regensburg Architektur. „Das war immer mein Traum und erst der Boogie Woogie hat mir gezeigt, dass ich erreichen kann, was ich mir vornehme“, stellt die zierliche Tänzerin fest.

Der Eintrag ins Goldene Buch Foto: tre
Der Eintrag ins Goldene Buch Foto: tre

Der nächste große Tag, nämlich ihre Hochzeit, wird erst im nächsten Jahr stattfinden. Jede Menge müsse dafür organisiert werden, die Liste der Gäste aus vielen Ländern sei lang. Und auf eines müsse natürlich besonders geachtet werden, wie sie sagen: „Wir brauchen ein Lokal mit sehr großer Tanzfläche.“ Denn ihre Hochzeitsfeier ohne Boogie Woogie, das können sie sich unmöglich vorstellen.

Die Liste der Erfolge ist lang

Kerstin Engel und Johannes Hien sind seit dem Jahr 2012 ein aktives Turnierpaar im Verein Boogie-Babies Bruck-Bodenwöhr. Auf der Weltrangliste stehen sie auf Platz 15, in der deutschen Rangliste auf dem ersten Platz. Viele Erfolge konnten die amtierenden Deutschen und Bayerischen Meister erringen, wie den siebten Platz bei den Wordmasters in Frauenfeld. Seit dem Jahr 2013 gehören sie dem deutschen Nationalkader an und sind auch als Trainer im Verein tätig. Dabei überraschen sie die Mitglieder mit witzigen und immer wieder neuen Ideen, wie ihre Trainer und „Boogie-Eltern“, Petra und Michael Gleixner, bestätigen.

Wer hat sich schon ins Goldene Buch in Nittenau eingetragen? Zu wem gehört welche Signatur? Versuchen Sie sich an unserem Quiz:

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