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Verbände

Der erste Frauenverein wird 50

Am Samstag feiert der Zweigverein des Neunburger Frauenbunds sein 50-jähriges Gründungsjubiläum. Mitglieder werden geehrt
Von Ralf Gohlke

  • Die Vorstandsdamen Elisabeth Blend und Christine Schmid (re.) blättern noch einmal in den Seiten des Protokollbuchs von der Gründung. Foto: R. Gohlke
  • Mitarbeit und Unterstützung der Arbeit in der Pfarrgemeinde ist eine der Zielsetzungen des Zweigvereins. Ihre Kreativität beweisen die Mitglieder unter anderem bei der Gestaltung des Hauptaltars im Burghof zum Fronleichnamsfest. Foto: KDFB

Neunburg. Neunburg. Der Zweigverein Neunburg des Katholischen Frauenbunds feiert am Samstag sein 50-jähriges Bestehen. Der „Katholische Frauenbund“ (KFB) wurde 1903 in Köln gegründet. 1916 wurde der Name in „Katholischer Frauenbund Deutschlands (KFD)“ geändert. Erst 1983 setzte sich für „Katholischer Deutscher Frauenbund“ die bis heute gültige Abkürzung KDFB durch.

Die Kinder haben alljährlich einen Riesenspaß beim Kräuterbüschel-Binden. Foto: KDFB
Die Kinder haben alljährlich einen Riesenspaß beim Kräuterbüschel-Binden. Foto: KDFB

Die Basis bildete ein „Zusammenschluss katholischer Frauen aller Schichten, Berufe und Altersstufen, im Geiste der katholischen Frauenbewegung, zum Dienst an Kirche und Volk, insbesondere zur Vertiefung des katholischen Frauenideals in Familie, Beruf und öffentlichem Leben“. Vorrangiges Ziel war die Frauenbildung. Gemessen daran ist der Ortsverein des KDFB Neunburg noch relativ jung wenngleich sich an den Zielsetzungen seit der Gründung, im Jahr 1968, nichts geändert hat. Initiator der Gründung des Zweigvereins war der damalige Stadtpfarrer Johannes Lukas.

Pfarrer Johannes Lukas legte den Grundstein zur Gründung eines Zweigvereins des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Neunburg. Seiner Einladung folgten am 18. Juni 1968 laut Protokoll 136 Frauen aus dem Stadtbereich.Foto: KDFB
Pfarrer Johannes Lukas legte den Grundstein zur Gründung eines Zweigvereins des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Neunburg. Seiner Einladung folgten am 18. Juni 1968 laut Protokoll 136 Frauen aus dem Stadtbereich.Foto: KDFB

Frauenbildung im Fokus

„Ihm war es wichtig, das auch die Frauen einen eigenen Verein bekommen würden“, erklärte Elisabeth Blend, eine der drei Vorsitzenden des aktuellen Vorstandsteams in einem Gespräch mit dem Reporter der Mittelbayerischen Zeitung. In gestochener Handschrift findet sich im Protokollbuch der Eintrag über die Gründungsversammlung vom 18. Juni 1968, die im Turnsaal der Mädchengrundschule abgehalten wurde. Immerhin 136 Interessentinnen hatten sich auf Initiative von Pfarrer Lukas dazu eingefunden.

Zum Beispiel nach Erlangen reiste der Frauenbund im Vorjahr. Foto: KDFB
Zum Beispiel nach Erlangen reiste der Frauenbund im Vorjahr. Foto: KDFB

Zur ersten Vorsitzende des Neunburger Frauenbunds wurde Klara Meier gewählt, ihre Stellvertreterin wurde Hermine Lang. Das Amt der Schriftführerin übernahm Laura Welker und um die Finanzen kümmerte sich fortan Frieda Ullmann.

Der Weltgebetstag ist von jeher ein fester Bestandteil des Jahresprogramms des KDFB. Er ist immer Frauen in benachteiligten Regionen gewidmet. Die Ausrichtung übernehmen im Wechsel die katholische und die evangelische Pfarrgemeinde, was auch die Ökumene fördert. Foto: KDFB
Der Weltgebetstag ist von jeher ein fester Bestandteil des Jahresprogramms des KDFB. Er ist immer Frauen in benachteiligten Regionen gewidmet. Die Ausrichtung übernehmen im Wechsel die katholische und die evangelische Pfarrgemeinde, was auch die Ökumene fördert. Foto: KDFB

Eingeklebt ins Protokollbuch findet sich auch das erste Programmheft des neuen Vereins. Es enthält einige Veranstaltungen, die bis auf den heutigen Tag abgehalten werden. Den Auftakt bildete ein Vortrag zu dem Thema „Die moderne Familie unter der Lupe eines katholischen Arztes“, womit dem Bildungsauftrag des Vereins erstmals Rechnung getragen wurde.

Kultstatus hat der Neunburger Frauenbundfasching im Pfarrheim erreicht. Viele Gäste von den benachbarten KDFB-Ortsvereinen kommen dorthin extra zum Mitfeiern. Als männliche Gäste sind dabei ausschließlich der jeweilige Stadtpfarrer und Kaplan zugelassen. Foto: KDFB
Kultstatus hat der Neunburger Frauenbundfasching im Pfarrheim erreicht. Viele Gäste von den benachbarten KDFB-Ortsvereinen kommen dorthin extra zum Mitfeiern. Als männliche Gäste sind dabei ausschließlich der jeweilige Stadtpfarrer und Kaplan zugelassen. Foto: KDFB

Am 20. Januar 1970 erging die Einladung zum Faschingstreiben „in den unmöglichsten Aufmachungen“, der eine echte Tradition begründete. Nach wie vor zählt der Frauenbundfasching zu einem der Höhepunkte, den auch viele Nachbarvereine gern besuchen. Auch wenn der Verein schon immer wert darauf gelegt hat, das Klischee der Frau als gebunden an die drei Ks, Kinder – Küche – Kirche, nicht zu bedienen, sondern gerade ihre Selbstständigkeit und Initiative zu fördern, durften natürlich auch Kochkurse und Ähnliches nicht fehlen. Bezeichnend ist einer der letzten Sätze am Ende des Jahresprogramms 1969/70 der da heißt: „Demokratie wird großgeschrieben bei uns. Sie können von sich aus Vorschläge machen und Wünsche äußern, die zu verwirklichen uns eine Ehrensache sein wird.“

Junge Frauen sehr willkommen

In den vergangenen 50 Jahren hat der Zweigverein eine relativ ruhige Entwicklung genommen. „Zeitweise hatten wir über 300 Mitglieder, aktuell sind es 226“, erklärt Elisabeth Blend. Ein wenig kämpft der Zweigverein immer noch mit dem Image, nur etwas „für alte Frauen“ zu sein. Dabei sei die Programmgestaltung durchaus auch für junge Frauen attraktiv. Spaß und Bildung, zum Beispiel mit Ausflügen, stünden da gelegentlich im Angebot.

Weniger Interesse bestünde bei denen allerdings an den kirchlichen Aktivitäten wie Maiandachten, Osterrosenkränzen oder Kreuzwegandachten. Dafür nähmen junge Familien gern die Angebote im Ferienprogramm mit Basteln von Osterschmuck, Töpferarbeiten oder Kräuterbüschl-Binden an.

Neben dem Altarteppich zu Fronleichnam im Burghof schmückt der Frauenbund auch die Osterkrone im Pfarrhof. Foto: Jonas
Neben dem Altarteppich zu Fronleichnam im Burghof schmückt der Frauenbund auch die Osterkrone im Pfarrhof. Foto: Jonas

Das Programm für die Jubiläumsfeier am kommenden Samstag steht bereits fest. Begleitet vom Kirchenchor wird der geistliche Diözesanbeirat des KDFB, Pater Dr. Jakob Seitz, ab 18 Uhr den Festgottesdienst zelebrieren. Im Anschluss erfolgen Ehrungen der langjährigen Mitglieder. Im Pfarrheim erwarten die Jubiläumsgäste eine Power-Point-Präsentation zur Geschichte des Ortsvereins und Grußworte. Die Begleitung übernimmt ein Saxofon-Quartett der Stadtkapelle.

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