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Tierzucht

Der Gockel Sepp kräht am besten

Der Zwerg-Wyandotten-Hahn gewann den Krähwettbewerb beim Walpurgismarkt des KZV Nittenau mit 21 Mal krähen.
Von Renate Ahrens

  • Familie Adams züchtet in vierter Generation Hasen und Kaninchen. KZV-Vorsitzender Carl-Wolfgang Brunner (links) freut sich über den Erfolg.Foto: tre
  • Gockel Sepp gewann mit 21 Krähern den Wettbewerb. Foto: tre
  • Matthias Fuchs, Neuhaus: Schon immer halte ich Hasen und Kaninchen, zurzeit sind es etwa 30 bis 40 Tiere. Ich bin auch der Kaninchenzuchtwart des Kleintierzüchtervereins. Ich habe Helle Großsilber, Zwergwidder und Zwergwidder perlfehfarbig-weiß. Natürlich schlachte und esse ich sie auch. Foto: tre
  • Die weißen Hasen bezaubern nicht nur die Kinder. Foto: tre

NITTENAU. Stolz plustert sich Sepp auf, schüttelt sein goldenes Gefieder und gibt ein letztes durchdringendes Kikeri von sich. Den anderen sechs Gockeln hat er es ordentlich gezeigt – mit 21 Rufen war der dreijährige, „gold-weiß gesäumte Zwerg-Wyandotten-Hahn“ der erklärte Star beim Hahnenwettkrähen im Rahmen desWalpurgismarkts des Kleintierzuchtvereins Nittenau.

Stefan Hochmuth, Nittenau: Ich bin ganz neu im Verein und halte seit kurzem vier Hühner und einen Gockel. Es macht viel Spaß. Ich habe extra einen Stall und ein Freigehege gebaut. Täglich legen die die Hennen zwei bis vier Eier, das ist schön. Beim KZV bekomme ich von den Züchtern Tipps. Foto: tre
Stefan Hochmuth, Nittenau: Ich bin ganz neu im Verein und halte seit kurzem vier Hühner und einen Gockel. Es macht viel Spaß. Ich habe extra einen Stall und ein Freigehege gebaut. Täglich legen die die Hennen zwei bis vier Eier, das ist schön. Beim KZV bekomme ich von den Züchtern Tipps. Foto: tre

Besitzer Kurt Gabriel strahlt. Seit fünf Jahren hält der Nittenauer schon Hühner, neben Sepp noch fünf Hennen - lediglich als Hobby und nicht zur Zucht, wie viele andere Vereinsmitglieder. Schön sei es, eigenes Federvieh und natürlich jeden Tag etwa drei Eier zu bekommen, sagt er. Der Trick, Hähne zum Krähen zu bringen, sei ganz einfach, erklärt KZV-Vorsitzender Carl-Wolfgang Brunner: „Man muss sie am Wettbewerbstag zuvor dunkel halten. Dann glauben sie, die Sonne gehe auf und krähen.“

„Charly 9“ blieb stumm

Bei Elisabeth Stangls hübschem kleinen Hahn „Charly 9“ hat das leider keinen Erfolg gebracht. Kein einziges Mal hat der schwarz-weiße, nicht reinrassige Gockel gekräht. Stangl verstaut ihn betrübt wieder in der Kiste. „Sechs Jahre hintereinander lang hat sein Vorgänger, Charly 8, das Wettkrähen gewonnen, bis vor zwei Jahren“, berichtet die Tierfreundin. Stangls Hähne heißen grundsätzlich Charly, und es sei hochinteressant, das Leben der Hühner zu beobachten, erklärt sie – immer würde der Hahn seine Aufmerksamkeit sehr gerecht unter seinen Damen aufteilen. Hühnerhaltung liege im Trend, weiß Brunner, immer mehr Menschen beschäftigen sich mit diesem Hobby und treten dem Verein bei. Hier bekommt man von erfahrenen Züchtern viele Tipps - auch über andere Tiere, wie Hasen und Kaninchen.

Gottfried Heuschneider, Nittenau: Schon immer züchte ich Tiere, ich bin damit aufgewachsen und kenne es nicht anders. Vor allem habe ich Kanarienvögel, verschiedene Sitticharten wie Rosella oder Nymphensittiche. Besonders schön ist es zu beobachten, wie die Küken aufgezogen und gefüttert werden. Foto: tre
Gottfried Heuschneider, Nittenau: Schon immer züchte ich Tiere, ich bin damit aufgewachsen und kenne es nicht anders. Vor allem habe ich Kanarienvögel, verschiedene Sitticharten wie Rosella oder Nymphensittiche. Besonders schön ist es zu beobachten, wie die Küken aufgezogen und gefüttert werden. Foto: tre

Sehr erfahren ist darin Familie Adams aus Bruck. Schon in der vierten Generation haben sie „Hasenkaninchen“. 14 ausgewachsene und fünf kleine, sechs Wochen alte Tiere sind zurzeit bei ihnen im Stall, zählt der neunjährige Sohn David auf. Außerdem halten sie noch Enten und Gänse. „Wir sind praktisch Selbstversorger“, erklären seine Eltern. Großvater Franz Reisinger ist der Tätowierwart des Vereins. Er selbst züchtet „Blaue Wiener“ und Zwergwidder. Doch Hasen würden nicht nur schön aussehen, sondern auch gut schmecken. Früher habe man Hasenbraten nur mit Rahmsoße zubereitet, weiß Züchter Matthias Fuchs. „Dabei kann man alles aus dem zarten Fleisch machen, ob Schnitzel, Leberkäs, Geschnetzeltes oder Fleischpflanzerl.“

2. Vorsitzender Carl-Christian Brunner (links), Kurt Gabriel (Mitte) und 2. Ausstellungsleiter Florian Windl sind stolz über ihre Zuchterfolge.
2. Vorsitzender Carl-Christian Brunner (links), Kurt Gabriel (Mitte) und 2. Ausstellungsleiter Florian Windl sind stolz über ihre Zuchterfolge.

Jetzt im Frühjahr bekommen die Hasenkaninchen der Familie Adams oft Nachwuchs. Wenn man ein Männchen und ein Weibchen zusammenlasse, gäbe es genau vier Wochen danach bis zu zehn Junge, erklären David und seine Schwester Lena. Die Familienmitglieder führen Buch darüber und wissen schon, wann es so weit ist. Dann haben sie ein besonders wachsames Auge auf den Stall, sogar nachts würden sie regelmäßig nachschauen. Hin und wieder nehmen sie ein Neugeborenes auch mit ins Haus und wärmen es bei Bedarf.

Von einem Imker erfährt man viel Interessantes. Foto: tre
Von einem Imker erfährt man viel Interessantes. Foto: tre

Beim Walpurgismarkt darf jeder Besucher die kleinen Hasen oder Meerschweinchen streicheln. Jede Menge Interessantes gibt es zu bestaunen. Imker Michael Windl vom Verein Taxöldern-Fuhrn besitzt vier Bienenvölker und erklärt den Besuchern alles über sein Hobby – auch das werde immer beliebter. Familie Heuschneider hat Kanarienvögel und Sittiche mitgebracht, die munter zwitschern, was nur vom Kikeri der Hähne übertönt wird. Fachleute des Vereins haben außerdem Musterställe aufgebaut und geben gerne Auskunft über artgerechte Haltung von Haus- und Heimtieren. Sogar das erfolgreiche Einrichten eines Aquariums wurde gezeigt.

Josef Stangl, Nittenau: Ich bin auf einem Bauernhof mit Tieren aufgewachsen und züchte nun selbst viele Tiere, wie Hühner, Puten, Perlhühner, Gänse und Enten. Meine seltenste Rasse ist das gold-schwarz-gesäumte Deutsche Reichshuhn, das in Bayern nur von drei Züchtern gehalten wird. foto: tre
Josef Stangl, Nittenau: Ich bin auf einem Bauernhof mit Tieren aufgewachsen und züchte nun selbst viele Tiere, wie Hühner, Puten, Perlhühner, Gänse und Enten. Meine seltenste Rasse ist das gold-schwarz-gesäumte Deutsche Reichshuhn, das in Bayern nur von drei Züchtern gehalten wird. foto: tre

Beim KZV ist viel geboten

Beim KZV mit seinen rund 460 Mitgliedern ist aber nicht nur am 1. Mai, sondern das ganze Jahr über viel geboten. Auch Nichtmitglieder können zum Beispiel am 10. Mai am Vatertagsausflug zum Bayerwald-Tierpark, zum Glasdorf Arnbruck und zu einer Eichhörnchen-Zuchtanlage teilnehmen. Höhepunkt wird wieder die große Regentalschau am 1. Dezember sein. Natürlich traf man sich beim Walpurgismarkt noch gemütlich zum Frühschoppen und tauschte sich über Zuchterfahrungen der verschiedenen Rassen aus. Gockel Charly 9 ist da schon längst zu Hause bei seinen Damen. Ob er dort noch gekräht hat?

KZV Walpurigsmarkt

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