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Umwelt

Der Hammersee bereitet weiter Probleme

Die Gemeinde Bodenwöhr sucht eine nachhaltige Lösung für die Blaualgenplage in dem Weiher. Ein Patentrezept gibt es nicht.
Von Philipp Seitz

Seit Jahren trüben Blaualgen die malerische Idylle und das Badevergnügen am Hammersee. Die Gemeinde sucht nach Lösungen. Foto: Leonie Sanke
Seit Jahren trüben Blaualgen die malerische Idylle und das Badevergnügen am Hammersee. Die Gemeinde sucht nach Lösungen. Foto: Leonie Sanke

Bodenwöhr.Die Blaualgen im Hammersee machen den Bodenwöhrern zu schaffen. Der stellvertretende Bürgermeister Albert Krieger räumte bei der Bürgerversammlung gleich zu Beginn ein, dass der Hammersee „derzeit das Sorgenkind der Gemeinde“ sei. Auch bei den Wortmeldungen wurde das deutlich. Fast eine halbe Stunde beantwortete Krieger Fragen zu der Blaualgenproblematik. Doch der Hammersee selbst sei nicht das Problem, sagte Krieger. Vielmehr gelte es „die nähere Umgebung“ zu beachten. Hier würden die Ursachen für die Blaualgen liegen.

Krieger sagte, dass er im Sommer während der langen Trockenphase nervös geworden sei. Bis Mitte August habe es dann gedauert, ehe die Blaualgen im See immer mehr zunahmen. Er erinnerte daran, dass Ende August ein Badeverbot verhängt werden musste. Das Schwandorfer Gesundheitsamt hatte damals mitgeteilt, dass vermehrt Blaualgen im Hammersee aufgetreten seien. Diese Algen können unter anderem Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen.

Bakterien werden zur Gefahr

Das Landratsamt habe das Badeverbot „aus Vorsorgegründen“ verhängt, teilte Landratsamt-Sprecher Prechtl damals im Gespräch mit unserer Zeitung mit. Als Folge der Blaualgenbildung sei der Microcystin-Gehalt im Wasser überhöht gewesen. Die Blaualgen gehören zu den Cyanobakterien. Die Cyanobakterien können Stoffe entwickeln, die beim Verschlucken des Wassers oder Hautkontakt zu Beschwerden führen könnten.

Tourismus

Badeverbot wegen Blaualgen

Seit Donnerstag herrscht Leere im Hammersee. Urlauber bleiben aus, ein „Schicksalsschlag“ für Campingplatzbetreiber Schießl.

Dazu zählen Erbrechen, Durchfall oder Hautausschläge. Für alle Badegäste, die im Sommer in Bodenwöhr ungetrübten Badespaß am Hammersee erleben möchten, werden die Cyanobakterien so zur Gefahr. Ein Nichtschwimmer schluckt beim Baden durchschnittlich 30 Milliliter Wasser, ein Schwimmer 50. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im Sommer mit.

In unserem Video spricht zweiter Bürgermeister Albert Krieger über die zentralen Themen der Bürgerversammlung:

Blaualgen beschäftigen die Bodenwöhrer

Das Badeverbot am Hammersee sei am 22. August verhängt worden, blickte Krieger zurück. Zehn Tage später seien die Wasserproben wieder unbedenklich gewesen. Auf mehrfache Nachfrage erklärte Krieger, dass es „nicht angebracht“ sei, für die Blaualgenprobleme einen Schuldigen zu benennen. Vielmehr gebe es vor Ort ein „Zusammenspiel von vielen verschiedenen Faktoren“, die schließlich zur vermehrten Blaualgenbildung führen würden. Sicher sei laut Krieger, dass sich die Situation nicht „von heute auf morgen“ ändern werde und die Ursache nur langfristig bekämpft werden könne. Gefordert wurde bei der Bürgerversammlung auch, dass die Gemeinde bei der Staatsregierung um Fördergelder für die Bekämpfung der Blaualgen bitten solle.

Belastbare Fakten liegen nun vor

Krieger verwahrte sich gegen Vorwürfe, dass die Gemeinde nicht intensiv genug gegen die Algenplage vorgegangen sei: „Wir schauen nicht zu und haben die letzten Jahre das Geld dafür in die Hand genommen.“ Er habe immer betont, sagte Krieger, dass es belastbare Ergebnisse für die weiteren Schritte brauche. Diese Ergebnisse der Messreihen würden nun vorliegen. Krieger zeigte sich erleichtert darüber, dass es im Hammersee ausreichend Sauerstoff gebe. Das hätten entsprechende Messungen auch bestätigt.

Lesen Sie mehr: Bürgerliste und CSU informierten die Bodenwöhrer über ein neues Hammersee-Konzept. Zwei Bürgermeister sind nicht überzeugt.

Zweiter Bürgermeister Albert Krieger beantwortete die Fragen der Bodenwöhrer. Foto: Seitz
Zweiter Bürgermeister Albert Krieger beantwortete die Fragen der Bodenwöhrer. Foto: Seitz

Ein Patentrezept, um das Algenproblem zu lösen, gebe es nach wie vor nicht, sagte Krieger. „Wir sind uns bewusst, welches Kapital der Weiher für unsere Gemeinde ist. Wir haben nun belastbare Fakten und Ergebnisse, auf denen wir aufbauen können.“ Ähnlich äußerten sich am Rande der Versammlung die beiden Bürgermeisterkandidaten Stefan Rauch (SPD) und Georg Hoffmann (CSU). Rauch sagte, dass es „logisch und nachvollziehbar“ sei, dass die Blaualgenproblematik zur Sprache gekommen sei. Man habe dabei deutlich gehört, wie sehr der Hammersee den Bodenwöhrern am Herzen liegt. Es gelte, nun nachhaltige Lösungen zu finden. Das forderte auch CSU-Kandidat Hoffmann. Der Gemeinderat dürfe nun keinen Schnellschuss anstreben, sondern müsse langfristig denken. „Auf ein Jahr werden wir das Problem nicht wirksam beheben können.“

Themen rund um den Hammersee

  • Badeplatz:

    Seit Ende Juni zeigt sich der Badeplatz am Seewinkl in neuer Gestalt (Foto: Lorenz). Zweiter Bürgermeister Krieger sagte, dass das Thema „heiß diskutiert“ worden sei. Die Umgestaltung habe sich aber letztendlich als richtig erwiesen.

  • Tourismus:

    Für die Gemeinde habe der Hammersee einen besonderen Stellenwert, betonte Krieger. Für den touristischen Bereich sei er ein wichtiger Standortfaktor (Foto: Lorenz). Als Kosten für die Sanierung und den Umbau des Badeplatzes nannte Krieger eine Summe von 450 000 Euro.

  • Untersuchung:

    Im Frühjahr meldete ein Berliner Ingenieurbüro, dass der Weichselbrunner Weiher wohl als Quelle der Blaualgenbildung betrachtet werden muss. Das sei das Ergebnis umfangreicher Untersuchungen. Die Messung sei hier auffällig.

  • Konzept:

    Gegen die Algenblüte gab es verschiedenste Anläufe. Zuletzt präsentierte die Firma Aquamotec auf Einladung der Bürgerliste und der CSU ein System, das vor sechs Jahren (Foto: Lorenz) erarbeitet worden war. Hoffmann und Krieger zeigten sich aber nicht überzeugt.

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