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Der Hirschbergturm ist nicht mehr sicher

Der Aussichtsturm bei Fuhrn war ein Top-Platz, um in die Ferne zu schauen. Doch nun muss er wohl abgerissen werden.
Von Bettina Mehltretter

Der Turm war bei Einheimischen und Touristen beliebt. Foto: Markus Kurz
Der Turm war bei Einheimischen und Touristen beliebt. Foto: Markus Kurz

Fuhrn.Die Region Neunburg vorm Wald verliert eine seiner touristischen Attraktionen. Der 26,5 Meter hohe Hirschbergturm bei Fuhrn ist ab sofort für Besucher komplett gesperrt. Gutachter haben gegenüber dem Verein Naturpark Oberpfälzer Wald die Empfehlung abgegeben, für den Turm ein Zugangsverbot für Besucher zu verhängen. „Ein weiterer Betrieb ist nicht zu vertreten“, heißt es in dem Bericht des Statikers. Zu marode ist das Holz an manchen Stellen geworden und damit zu gefährlich für die Besucher.

Der Trägerverein hat rasch gehandelt. Eine rot-weiße Flatterleine und ein Warnschild sollen Wanderer davon abhalten, das Gestell zu betreten. Und demnächst bauen die Arbeiter der Stadt Neunburg auch einen Teil der Treppe ab, damit sich definitiv niemand dem Zutrittsverbot widersetzen kann. Den Rundblick, der bei schönem Wetter von Tännesberg bis Nittenau und vom Naabtal bis nach Burglengenfeld reicht, bekommt daher niemand mehr.

Das Aus stand schon länger im Raum

Wer auf den Hirschbergturm stieg, bekam diesen Ausblick Richtung Fuhrn. Foto: Markus Kurz
Wer auf den Hirschbergturm stieg, bekam diesen Ausblick Richtung Fuhrn. Foto: Markus Kurz

In der Vergangenheit haben immer wieder Statiker den Turm begutachtet. Schon vor zwei oder drei Jahren, erinnert sich Markus Kurz vom Verein Naturpark Oberpfälzer Wald, hatte der Experte angekündigt, dass dem Turm ein baldiges Ende droht. Der Aussichtspunkt hatte ohnehin lange durchgehalten. Schließlich stammt der Turm bereits aus dem Jahr 1973. Doch bis dato hatte es gereicht, Ausbesserungsarbeiten durchzuführen, wenn die Feuchtigkeit wieder einmal Holzteile irreparabel geschädigt hatte. Handläufe, Treppenstufen und Sprossen mussten ausgetauscht werden. Auch für die Streben mussten Ersatzteile herangeschafft werden. Nun besteht für den Hirschbergturm aber keine Hoffnung mehr. Besonderes im unteren Bereich gibt es etliche schlechte Stellen, weil dort der Wind die Feuchtigkeit weniger gut trocknen konnte, erklärt Markus Kurz. Auch Landrat Thomas Ebeling bedauert: „Leider ist aus ingenieurtechnischer Sicht ein weiterer Betrieb momentan nicht zu vertreten.“

Standort ist weltweit besonders

Bereits vor der jetzigen Konstruktion hatte es auf dem Hirschberg einen Holzturm gegeben, der damals den Bürgern der Gegend als sogenannter Feuerwachpunkt gedient hat. Denn früher war es in den trockenen Kieferwäldern an der ehemaligen Bahnlinie Schwandorf – Bodenwöhr fast jeden Sommer zu Waldbränden gekommen. Funken, die von den kohlebetriebenen Dampfloks davongestoben waren, hatten die Feuer ausgelöst. Der Wachpunkt existierte bis nach Ende des zweiten Weltkriegs. Seit 1973 war der heutige Turm, der am Oberpfälzer Seenweg liegt, nur noch ein beliebtes Wanderziel. Auch geführte Wanderungen wurden dorthin angeboten. Die Touren führten zum Beispiel von Fuhrn aus ins Naturschutzgebiet „Pfahl“. Der „Pfahl“ ist eine weltweit einmalige erdgeschichtliche Erscheinung: eine mehrere Millionen Jahre alte, quarzgefüllte Erdspalte.

Zwei andere Aussichtsplätze

  • Am Murner See:

    Der 16 Meter hohe Turm liegt am Rundweg und Naturlehrpfad Murner See. Die oberste Plattform befindet sich in zwölf Metern Höhe, die untere auf neun Metern. Fest installiert ist ein Fernrohr, mit dem man das Naturschutzgebiet Charlottenhofer Weihergebiet näher inspizieren kann.

  • Auf dem Kulm bei Nabburg:

    Wer auf den 19,5 Meter hohen Aussichtsturm auf dem Kulm steigt, bekommt einen Rundblick über große Teile der mittleren Oberpfalz, vom Grenzgebiet bis zum Jura, vom Fichtelgebirge bis Regensburg. Der Schlüssel zum Turm ist im „Gasthaus zum Kulm“ erhältlich, Tel. Nr. (0 96 06) 5 08.

Das Areal drumherum, das älteste Naturschutzgebiet im Landkreis Schwandorf, soll auch künftig wieder von oben zu sehen sein. Da sind sich Landkreis und Naturparkverein einig. Man bemühe sich „um eine schnelle Lösung“, wie es heißt. Markus Kurz vom Trägerverein zufolge laufe es auf einen Neubau hinaus. Derzeit recherchiert der Trägerverein, welche Fördertöpfe angezapft werden könnten.

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