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Der Konvoi aus Pfreimd rollt zum 20. Jahrestag des GAU

Hilfstransport für die Ukraine startet heuer erst im April nach Kiew

  • Nadja — Hoffnung steht in kyrillischen Buchstaben auf dem LKW der Aktionsgruppe, der mit weiteren Sattelschleppern alljährlich medizinisches Gerät in die Ukraine bringt; beim Entladen hilft auch Prof. Orlov (r.) von der Kinderklinik in Kiew. — Mit EU-Geldern wird derzeit um den rissigen Sarkophag des Reaktors ein neuer Betongürtel gebaut.Fotos: privat

Vor seinem Abflug in die Ukraine fand noch die erste Arbeitssitzung der diesjährigen Konvoifahrer statt. 14 Fahrzeuge rollen heuer nach Kiew. Die sieben Sattelschlepper, begleitet von Lkw und weiteren Versorgungs- und Begleitfahrzeugen starten mit Hilfsgütern im Wert von über einer Million Euro an Bord. Vor 17 Jahren war die Ladung der Laster, die im Wesentlichen aus Lebensmittelpakten, ergänzt durch Spielzeug und Gebrauchtkleidung, gerade mal rund 100000 Deutsche Mark wert. Geändert haben sich auch die Zielorte des Konvois. In Kiew werden die neurochirurgische Kinderklinik von Professor Orlov, ein Waisenhaus und eine Entbindungsklinik angefahren; außerdem hilft man in verschiedenen ukrainischen Krankenhäusern, wie in Jagotin, ca. 180 Kilometer östlich von Kiew.

Die Bittsteller sind mittlerweile viele, die Wunschzettel sind lang, berichtet Dr. Ziegler. Um in den Genuss der Hilfe der Aktionsgruppe zu kommen, muss gewährleistet sein, dass die Geräte allen Bedürftigen kostenlos zugute kommen und sie auch verantwortungsvoll gepflegt und gewertet werden. Ist dies der Fall — und der Gründer und Vorsitzende der Aktionsgruppe überzeugt sich wiederholt und auch unangemeldet selbst davon — setzen Dr. Ziegler und seine Helfer alles daran, die dringend benötigten Gerätschaften zu besorgen und in die Ukraine zu transportieren.

„Wer die Situation dort kennt, für den ist es ein Muss zu helfen“, betont Dr. Ziegler. Das Jahr über engagiert er sich für die Tschernobylhilfe nicht nur, indem er, unterstützt von seinen Helfern, Spenden sammelt und nach den benötigten Hilfsgütern Ausschau hält, sondern auch, indem er landauf landab informiert über das, was vor 20 Jahren bei Tschernobyl passierte; und über die Folgen, die die Reaktorkatastrophe für die ohnehin arme und medizinisch schlecht versorgte Bevölkerung hatte.

Auch deshalb wurde der Konvoi im 20. Jahr nach dem GAU so gelegt, dass man am Jahrestag vor Ort ist. Freilich spielten praktische Gründe für die Verlegung von der Faschingswoche in den Frühling ebenfalls eine Rolle, gab Dr. Ziegler im Gespräch mit der MZ zu. So hatte der Konvoi letztes Jahr größte Schwierigkeiten mit dem Wetter und wäre fast in Schneestürmen liegen geblieben. Außerdem wird Ende März in der Ukraine ein neues Parlament gewählt und Dr. Ziegler will sich und seine Aktionsgruppe nicht als Wahlhelfer für die eine oder andere Seite vereinnahmen lassen. Seite 3

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