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Region Schwandorf
Donnerstag, 21. Juni 2018 28° 2

Anregungen

Der Markt Bruck soll attraktiver werden

Die Markträte beschließen nach langer Debatte einen neuen Arbeitskreis. Die Meinungen darüber gehen jedoch auseinander.
Von Philipp Seitz

Hunderte Besucher lockt das Bürgerfest in Bruck jedes Jahr an. Legendär ist auch der günstige Bierpreis.Foto: tre
Hunderte Besucher lockt das Bürgerfest in Bruck jedes Jahr an. Legendär ist auch der günstige Bierpreis.Foto: tre

Bruck.Es war eine Diskussion, die sich lange Zeit im Kreis drehte: Braucht der Markt Bruck einen Arbeitskreis, der die Attraktivität der gemeindlichen Veranstaltungen steigern soll? Im Haupt- und Bauausschuss reagierte Bürgermeister Hans Frankl (FWG) auf den Antrag der CSU zunächst empört: Der Markt Bruck sei attraktiv und bei den gemeindlichen Veranstaltungen sei jede Menge geboten. Sein Stellvertreter, CSU-Rat Robert Feuerer, stimmte dem zu – sah aber dennoch Optimierungsbedarf: „Alles lässt sich grundsätzlich noch ein Stück besser machen.“

Am Ende der Debatte gaben die Räte grünes Licht: Der Arbeitskreis soll kommen. Ziel sei es, dass darin Markträte, interessierte Bürger und Vereinsvertreter mitarbeiten. Vor einigen Tagen veröffentlichte der Markt die Information über den Arbeitskreis im Internet und im Mitteilungsblatt. Doch nun folgte die Ernüchterung: „Bislang haben sich leider keine Bürger für eine Mitarbeit gemeldet“, sagt Frankl. Er selbst habe das von Anfang an prophezeit. Nun sehe es so aus, als ob der Arbeitskreis nach den Worten des Bürgermeisters ein „Flop“ werden könnte. Frankl selbst hatte in der Sitzung keinen Hehl daraus gemacht, dass er von dem Arbeitskreis nichts hält.

Bürgerfest kommt stets gut an

Der Markt Bruck sei attraktiv, betont Frankl. In erster Linie ziele der Arbeitskreis wohl auf den Weihnachtsmarkt ab. Hier sei vielfach der Wunsch geäußert worden, den Markt wieder am Kirchplatz über die Bühne gehen zu lassen. Von den Vereinen und Bürgern hätte er noch nie gehört, dass in Bruck nichts los sei. „Es gab nie Beschwerden. Ganz im Gegenteil. Unser Bürgerfest ist weit über die Region hinaus bekannt.“ Auch die geringe Beteiligung an der Bürgerversammlung, bei der es keine einzige Wortmeldung gegeben hatte, wertet Frankl als ein Zeichen der Zufriedenheit. Ein Problem sei ihm aber durchaus bewusst: Auf dem Bürgerfest werde hin und wieder angeregt, mehr Unterhaltung für die Kinder und Jugend anzubieten. Das sei bekannt und daran arbeite der Markt bereits.

„Unser Bürgerfest ist weit über die Region hinaus bekannt.“

Hans Frankl, Bürgermeister Bruck

Marktrat Rudi Sommer (Bündnis 90/Die Grünen)
Marktrat Rudi Sommer (Bündnis 90/Die Grünen)

Was sollte in Bruck attraktiver werden? Diese Frage will Markt- und Kreisrat Rudi Sommer von den Grünen nicht spontan beantworten. Er würde das viel lieber von den Bürgern hören. „Es wäre interessant, diese Frage einmal in einer Umfrage zu stellen“, sagt Sommer. Schließlich gebe es immer eine gewisse Unzufriedenheit. Eine Umfrage würde viele Ideen liefern, mit denen sich der Marktrat auseinandersetzen könnte. „Da hätten wir sicherlich einige Anregungen.“

Die geringe Bereitschaft seitens der Bürgerschaft, in dem Arbeitskreis mitzuarbeiten, stuft Sommer als normal ein. „Es wäre wichtig, dass sich die Menschen im sozialen und ökologischen Bereich engagieren, damit wieder mehr Leben in den Ort kommt.“ Allerdings gehe der Trend dahin, dass es immer schwieriger sei, Engagierte zu gewinnen.

Marktrat Robert Feuerer (CSU)
Marktrat Robert Feuerer (CSU)

Zweiter Bürgermeister und CSU-Sprecher Robert Feuerer will das bisherige Desinteresse an dem geplanten Arbeitskreis nicht überbewerten. „Ich glaube schon, dass sich künftig Personen finden, die ihre Gedanken miteinbringen wollen.“ Er verstehe den Arbeitskreis vor allem als Ideengeber für die Markträte. Nun gelte es, klein anzufangen und sich allmählich zu etablieren. Einige Ideen schweben Feuerer schon vor: „Das Freizeitzentrum könnte viel mehr für Veranstaltungen genutzt werden.“ Feuerer nennt ein Beispiel: Wenn es in Nittenau funktioniere, warum dann nicht auch in Bruck?

„Ob die Ideen auf fruchtbaren Boden fallen, zeigt sich.“

Robert Feuerer, CSU-Fraktionssprecher

Kritik an der Organisation

Der Arbeitskreis sollte künftig, unterstützt vom Markt, eigene Veranstaltungen organisieren. Derzeit fehle es noch an der Organisation, findet Feuerer. „Es fühlt sich niemand so wirklich verantwortlich.“ Fast wortgleich hört sich die Kritik von SPD-Marktrat Gregor Wettinger an. Er lobt, dass die Vereine durch den Markt bestens unterstützt werden. Außerdem würden in Bruck viele Veranstaltungen stattfinden. Doch die Mehrzweckhalle könnte besser genutzt werden. „Bruck muss für überregionale Künstler attraktiver werden“, lautet eine von Wettingers Wunschvorstellungen. Dazu benötige es eine Art Veranstaltungsmanager, sagt Wettinger, wobei der Begriff etwas hochgestochen sei. „Es braucht eine verantwortliche Person in der Gemeinde, die sich darum kümmert.“

Ideen für den neuen Arbeitskreis gibt es offenbar schon. Interessierte Bürger, die mitarbeiten wollen, können sich noch heute beim Markt unter Angabe der Kontaktdaten melden.

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