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Region Schwandorf
Donnerstag, 16. August 2018 27° 1

Bürgerversammlung

Der Markt packt kräftig an

Trotz großer Investitionen in die Infrastruktur wird der Markt Neukirchen-Balbini auch weiterhin seine Schulden abbauen.
Von Karl-Heinz Probst

Die Sanierung des denkmalgeschützten Schießl-Hofs soll 2019 abgeschlossen werden. Foto: Helga Probst
Die Sanierung des denkmalgeschützten Schießl-Hofs soll 2019 abgeschlossen werden. Foto: Helga Probst

Neukirchen-Balbini.Der Markt Neukirchen-Balbini stehe sowohl finanziell als auch hinsichtlich der Infrastruktur vergleichsweise gut da, lautete das Fazit von Bürgermeister Markus Dauch in seinem Rechenschaftsbericht bei der Bürgerversammlung im Saal des Gasthauses „Zur Sonne“. Das Gemeindeoberhaupt ließ in einer Power-Point-Präsentation das Jahr 2017 Revue passieren und stellte die anstehenden Projekte vor.

Im Schnelldurchlauf lieferte der Bürgermeister zunächst die Daten und Zahlen zur aktuellen Situation des Marktes, um mehr Zeit für die geplanten Projekte zu haben. „Bei den Einwohnerzahlen halten sich Geburten und Todesfälle seit Jahren die Waage“, hat Dauch herausgefunden. Es seien die Wegzüge junger Leute, die den Einwohnerstand reduzierten, das sei das Problem in Neukirchen-Balbini.

Mit den vier Bediensteten des Bauhofs laufe der Betrieb, auch beim Winterdienst, ohne Probleme. Da die Abwasseranlagen und die Wasserversorgung durch Beiträge und Gebühren der Anschlussnehmer kostendeckend finanziert werden müssen, sei eine Erhöhung unumgänglich gewesen. Zum 1. Januar 2018 wurde die Wasserversorgung an die Kreiswerke Cham abgegeben, erinnerte der Bürgermeister. Deshalb musste das Leitungsnetz vorher teilweise erneuert werden (Schulstraße und Hirtangerstraße). Bei technischen Problemen seien jetzt die Kreiswerke Cham zuständig.

Positive Schülerzahlen

Aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung wurde der Schulverband Neukirchen-Balbini zum Jahresende 2016 aufgelöst. Den Schulaufwand trägt nun der Markt, die Kosten werden anteilig der Schüler aus dem Stadtgebiet Neunburg der Stadt in Rechnung gestellt. Die Schülerzahlen werden sich laut Bürgermeister in den nächsten Jahren weiter positiv entwickeln. Ein Höchststand sei für das Schuljahr 2022/2023 mit 52 Schülern prognostiziert. Der Grundschulstandort sei somit gesichert.

Den Kindergarten St. Anna besuchen derzeit 52 Kinder. Obwohl die Einrichtung erst 2016 um sieben Krippenplätze erweitert worden ist, platzt sie schon wieder aus allen Nähten. Die Erweiterung in Form eines Anbaus sei in Kooperation mit dem Träger, der Katholischen Kirchenstiftung, schon in die Wege geleitet.

Aufgrund der soliden Finanzlage des Marktes könne die Gemeinde 2017 mehrere große Projekte anpacken und trotzdem gleichzeitig Schulden abbauen. Startschuss für die Sanierung des Schießl-Hofs war im Mai 2017. Die Gesamtkosten bezifferte Dauch auf rund 2,9 Millionen Euro. Der Markt erhalte eine Förderung von rund 2,3 Millionen Euro, so dass die Gemeinde maximal nur 554 000 Euro aus eigener Tasche berappen müsse. Die Inbetriebnahme sei 2019 geplant.

Auch in den Straßenausbau investiert die Kommune. Im vergangenen Jahr wurde die GVS Wolfsgrub-SAD13-Kitzenried ausgebaut und saniert. Die Kosten betrugen rund 350000 Euro, der Freistaat Bayern gewährt dafür Zuwendungen in Höhe von 57,6 Prozent, also rund 185 000 Euro.

Die Breitbanderschließung im gesamten Gemeindegebiet wurde 2017 begonnen und steht kurz vor dem Abschluss. Die Kosten betragen rund eine Million Euro, der Eigenanteil des Marktes beläuft sich auf rund 100 000 Euro. Leider lasse die Bauausführung zu wünschen übrig, bemängelten auch manche Bürger. Der Bürgermeister rief dazu auf, etwaige Schäden zu dokumentieren und an die zuständige Bauleitung weiterzuleiten.

Kleines Nahwärmenetz

Das geplante Nahwärmenetz wird jetzt nicht durch eine Genossenschaft, sondern durch die Firma Seidl realisiert. Es werde jetzt die Variante drei des Energienutzungsplans realisiert, wobei nur die kommunalen Liegenschaften (Musikheim, Schießl-Hof und Rathaus) an das Netz angeschlossen werden.

Ein weiteres Sanierungsprojekt ist die energetische Ertüchtigung von Rathaus/Pfarrheim, das sich gemeinsam im Besitz von Gemeinde und Kirchenstiftung befindet. Die Gesamtkosten belaufen sind auf rund eine Million Euro. Der Eigenanteil des Marktes beträgt circa 175 000 Euro.

Trotz der Investitionsvorhaben hatten die Bürger kaum Fragen, so dass Bürgermeister Dauch nach eineinhalb Stunden die Versammlung beendete.

Daten

  • Gemeindegebiet:

    4707 Hektar

  • Einwohner:

    1130

  • Gemeindestraßen:

    71,17 Kilometer

  • Pro-Kopf-Verschuldung:

    1023 Euro

  • Gewerbeflächen:

    zwei Grundstücke im Baugebiet Angerseugen mit jeweils rund 1800 Quadratmeter

  • Baugebiet Angerseugen:

    noch vier kostengünstige Parzellen frei

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