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Astronomie

Der Mond stand im Fokus der Besucher

Die Volkssternwarte Dieterskirchen nahm erstmalig mit einer eigenen Veranstaltung an der Mondbeobachtungsnacht teil.
Von Maria Bauer

  • Ein Foto vom Mond, aufgenommen und bearbeitet von Vereinsmitglied Hermann Schieder
  • Johann Köppl, Vorsitzender der Sternenfreunde Dieterskirchen, ließ die Besucher an seinem Wissen über die Astronomie teilhaben. Foto: Maria Bauer

Dieterskirchen.Seit einigen Jahren gibt es nun schon die „International Observe the Moon Night“ (Internationale Mondbeobachtungsnacht), ein jährlich wiederkehrendes, weltweites Ereignis. Die Volkssternwarte Dieterskirchen hat sich in diesem Jahr das erste Mal an der Internationalen Mondbeobachtungsnacht beteiligt. Im Rahmen dessen wurde am Samstagabend eine Veranstaltung zu dem Thema Mond für die Bevölkerung angeboten. Tatsächlich beobachten konnte man den Mond aufgrund des bewölkten Nachthimmels zwar nicht, die Mitglieder der Sternenfreunde Dieterskirchen e. V. hatten jedoch ein vielfältiges und kostenloses Programm mit Vorträgen, Planetariums-Shows und Führungen für die vielen Besucher parat.

Vortrag über NASA-Mission

Sigi Rosskopf hielt einen eigens übersetzten und gekürzten Vortrag der Wissenschaftlerin Andrea Jones des Planetary Science Institute. Dabei ging es um die Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) Mission der NASA und die bisher gelieferten Ergebnisse dieser Mondmission. So erfuhren die Besucher durch Rosskopf zum Beispiel, dass der Mond sich im Laufe der Zeit verändert hat, dass er einmal vulkanisch aktiv war und es auf dem Mond auch Wasser (in Form von Eis) gibt. Außerdem sei der Mond eine wichtige Ausgangsbasis für die weitere Erforschung unseres Sonnensystems, da er bessere Startvoraussetzungen für Weltraumexkursionen biete als die Erde. Eine weitere interessante Erkenntnis für die Besucher: Von der Erde aus betrachtet, sieht man immer nur die Vorderseite des Mondes. Nun kann jedoch auch die Rückseite detailliert abgebildet werden, welche viel mehr Krater durch Einschläge aufweist.

Auch Johann Köppl, Vorsitzender des Vereins Sternenfreunde Dieterskirchen, ließ die Besucher an seinem Wissen über die Astronomie teilhaben. „Wenn wir in den Himmel blicken, schauen wir in die Vergangenheit“, erzählte er. Das Licht brauche eine Sekunde vom Mond zur Erde, acht Minuten von der Sonne zur Erde und bis das Licht des Polarsterns bei uns ankommt, vergingen 431 Jahre, so Köppl. Weiter erklärte der Hobbyastrologe: „Planeten sind Wandelsterne, Planeten haben nicht ihr eigenes Licht, sondern werden von der Sonne angestrahlt. Und Sterne hingegen sind Sonnen, nur unheimlich weit entfernt von uns, teilweise mit eigenen Sonnensystemen. Unsere Sonne ist also auch ein Stern.“

Ein Highlight der Veranstaltung waren die Planetariums-Shows zum Thema Mond. Wolfgang Horn und Thomas Zimmermann erklärten den Besuchern anhand von Lichtshows unter anderem das Zustandekommen der Mondphasen, die Entstehung des Mondes und was bei einer Mondfinsternis passiert. Die Vorführung war interaktiv, so waren Fragen wie „Hat der Mond Einfluss auf unser Leben?“ jederzeit willkommen. Außerdem zeigten die zwei Vereinsmitglieder, welche Sternenbilder man von der nördlichen Erdhalbkugel aus im Nachthimmel entdecken kann. Zum Abschluss der Planetariums-Show wurden die Besucher auf eine „kurze Reise durchs Universum“ mitgenommen.

Ausstattung erklärt

Neben dem Erwerb von theoretischem Hintergrundwissen hatten die Besucher der Veranstaltung die Möglichkeit, sich die Ausstattung der Volkssternwarte Dieterskirchen zeigen und erklären zu lassen. Die Sternwarte ist mit verschiedenen Teleskopen ausgerüstet und das Hauptteleskop zählt zu den größten und modernsten in Bayern. So kann man auf dem mit dem Teleskop verbundenen PC einzelne Sternenbilder auswählen und die Linse richtet sich automatisch nach dem gewünschten Beobachtungsobjekt aus. Mit speziellen Ferngläsern ist es sogar möglich, zwei Ziele gleichzeitig zu beobachten.

Der Standort am Ortsrand von Dieterskirchen wurde ausgewählt, da es sich, laut Johann Köppl, um ein nicht lichtverschmutztes Gebiet handle, sich also keine Straßenlaternen in der Nähe befänden. Seit der Eröffnung der Sternwarte zählte der Verein bisher 10 800 Besucher, davon 57 Schulklassen. Das Ziel der Sternenfreunde Dieterskirchen ist es, „Wissen über das komplexe Thema Astronomie einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen“, erklärte Köppl. Betrieben wird die Volkssternwarte ausschließlich von ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Jeder Besucher erhielt an diesem Abend ein offizielles „International Observe the Moon Night Zertifikat“ und auch für das leibliche Wohl der Gäste wurde mit kleinen Snacks gesorgt.

Die Volkssternwarte Dieterskirchen ist jeden Freitag geöffnet. Die Öffnungszeiten sind abhängig von der Jahreszeit und können, sowie die Eintrittspreise, im Internet unter www.sternwarte-dieterskirchen.de eingesehen werden.

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International Observe the Moon Night

  • Die „International Observe the Moon Night“ (Internationale Mondbeobachtungsnacht)

    fand dieses Jahr am 28. Oktober statt. Bei der InOMN, wie sie abgekürzt bezeichnet wird, handelt es sich um ein jährlich wiederkehrendes, weltweites Ereignis. Initiator des Events ist die Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) Mission der NASA und ihren Partnern.

  • Mit sieben wissenschaftlichen Geräten an Bord

    hat die Raumsonde seit ihrem Start im Jahr 2009 viele neue Erkenntnisse über den Mond geliefert. So wurde die von der Erde aus niemals sichtbare Mondrückseite genau erfasst.

  • Ziel der Beobachtungsnacht ist es, die Bevölkerung für wissenschaftliche Ergebnisse zur Mondforschung zu begeistern. (gmb)

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