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Region Schwandorf
Dienstag, 19. Juni 2018 23° 4

Erweiterung

Der Neubau ist zukunftsweisend

In zwei Bauabschnitten soll im BRK-Seniorenheim Platz für 104 Betten geschaffen werden. Mittwoch war Grundsteinlegung.
Josef Schaller

Eine eingemauerte Zeitkapsel soll in ferner Zukunft an diesen Tag erinnern. Foto: Schaller
Eine eingemauerte Zeitkapsel soll in ferner Zukunft an diesen Tag erinnern. Foto: Schaller

Burglengenfeld.Die Bauarbeiten für den ersten Bauabschnitt können jetzt beginnen. In der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße soll der „größte Neubau eines Senioren Wohn- und Pflegeheims entstehen, das der BRK-Kreisverband Schwandorf jemals geschultert hat“, sagte Landrat Thomas Ebeling am Mittwochvormittag bei der Grundsteinlegung. Schon im September soll Hebefest gefeiert werden. Gebaut wird in Holzbauweise. Eine eingemauerte Zeitkapsel soll auch künftige Generationen an diesen zukunftsweisenden Tag erinnern. Die Kosten werden mit knapp 12 Millionen Euro beziffert.

Auf fünf Ebenen soll für zehn Wohngruppen mit jeweils neun bis elf Bewohnern in insgesamt 94 Wohneinheiten Platz für 104 Betten geschaffen werden. Davon sind 83 als Einzelzimmerbetten geplant. Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts sollen dort rund 40 Bewohner in vier Wohngruppen unterkommen. Bisher standen im BRK- Seniorenheim Burglengenfeld insgesamt 137 Betten zur Verfügung, wie Joachim Seeliger, stellvertretender Kreisgeschäftsführer, auf Nachfrage der MZ sagte.

Neues Betreuungskonzept

Verschiedene Faktoren hätten dazu beigetragen, die Bettenanzahl zu reduzieren, unter anderem die hohe Anzahl der Einzelzimmer, die Barrierefreiheit sowie das bauliche Konzept der neuen Gebäude. Auch der Pflegenotstand spiele eine Rolle, so Seeliger.

Die Zeit-Kapsel wurde sogar verlötet. Foto: Schaller
Die Zeit-Kapsel wurde sogar verlötet. Foto: Schaller

Um für den ersten Ersatzneubau Platz zu schaffen, musste der einstige Mittelbau weichen. Kurz nach Aschermittwoch waren die Bagger angerückt, um den Verbindungstrakt des Seniorenheims zu beseitigen. Die Bruttogeschossfläche des Erdgeschosses und der beiden Obergeschosse am neuen Gebäude (Bauabschnitt 1) beträgt über 3050 Quadratmeter. Das Erdgeschoss soll nach einem „Marktplatzkonzept“ gestaltet werden. Kapelle, Friseur, Zahnarzt-, Fußpflege- und Arztpraxen sowie ein Café sollen als täglich genutzte Einrichtungen direkt vor Ort zur Verfügung stehen (MZ berichtete bereits ausführlich).

Zudem soll in dem Seniorenheim eine Kinderkrippe integriert werden. „Damit soll an die über Jahrhunderte in vor allem ländlichen Großfamilien bewährte Erfahrung in Form moderner Mehrgenerationskonzepte in Seniorenheimen mit angeschlossener Kindertagesstätte wieder angeknüpft werden“, heißt es in den Planungsunterlagen von Architekt Christian Schönberger.

Sowohl Landrat Thomas Ebeling als auch Bürgermeister Thomas Gesche bezeichneten das Projekt bei der Grundsteinlegung als „zukunftsweisend“. Das BRK-Seniorenheim habe schon bisher eine hohe Akzeptanz und einen hervorragenden Ruf gehabt, wie das Stadtoberhaupt anmerkte. In Zukunft würden es die Bewohner noch komfortabler haben.

Jung und Alt unter einem Dach

Die Idee, eine Kinderkrippe zu integrieren, nannte Gesche als eine „fantastische Kombination“. Burglengenfeld sei eine lebenswerte Stadt, und zwar für alle Generationen“, so der Bürgermeister. Hier im neuen Pflege- und Seniorenheim könne man seinen Lebensabend in toller Umgebung verbringen. Landrat Thomas Ebeling lobte die Vorgängervorstandschaft, die den Mut hatte, das Projekt im Jahr 2015 anzugehen.

Zwei Bauabschnitte

  • Zeitplan:

    Im ersten Gebäude sollen in vier Wohngruppen 34 Einzelzimmerbetten und acht Doppelzimmerbetten geschaffen werden. Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts sollen die Bewohner des rechten Flügels umziehen. Der soll dann abgerissen und der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen werden.

  • Raumaufteilung:

    Das neue Gebäude wird inklusive Erdgeschoss, zwei Obergeschossen und einem Zwischenbau eine Bruttogesamtfläche von 3 552 Quadratmetern haben. Dies bietet ausreichend Platz für sechs Wohngruppen mit 50 Einzelzimmerbetten und zwölf Doppelzimmerbetten.

Gut zwei Jahre habe die Planung gedauert, so Architekt Schönberger. Das Ziel sei gewesen, dass die Bewohner so wenig wie möglich während der Bauphase beeinträchtigt würden. Durch die Holzbauweise würde sich die Bauzeit verkürzen.

„Auch alte Menschen brauchen ein Zuhause.“

Helmut Brügel, Pfarrei St. Josef

Damit auch künftige Generationen in ferner Zukunft sich der Bedeutung dieses Anlasses bewusst werden können, wurde eine Liste der Entscheidungsträger aus 2015, die Architektenpläne für den Neubau und die aktuelle Tageszeitung der Mittelbayerischen in einer Zeit-Kapsel eingeschweißt und von den Ehrengästen eingemauert. Dabei bewiesen sowohl Landrat Thomas Ebeling als auch Bürgermeister Thomas Gesche handwerkliche Fähigkeiten. Auch die stellvertretende Kreisvorsitzende beim BRK, Dr. Susanne Plank, packte mit an. Pfarrer Helmut Brügel von der Pfarrei St. Josef gab dem Bauvorhaben den kirchlichen Segen. Er bekräftigte: „Auch alte Menschen brauchen ein Zuhause.“

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