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Kultur

Der Neunburger Kunstherbst ist eröffnet

Die Vernissage war der Startschuss für „Ahoj 2019“. Das Motto: Kunst und Kultur. Es waren Werke junger Kunstschüler zu sehen.
Von Ralf Gohlke

Auch Stadtrat Martin Scharf zeigte sich beeindruckt von der Präsentation der Kunstwerke im Schaufenster von Marianne Pirzer-Klonner. Foto: Ralf Gohlke
Auch Stadtrat Martin Scharf zeigte sich beeindruckt von der Präsentation der Kunstwerke im Schaufenster von Marianne Pirzer-Klonner. Foto: Ralf Gohlke

Neunburg.Beabsichtigt oder nicht, das ließ sich im Nachhinein nicht mehr genau ermitteln. Auf jeden Fall lieferte das Bläserquintett der Stadtkapelle unter der Leitung von Anton Lottner dem Vorsitzenden des Kunstvereins „Unverdorben“, Peter Wunder, mit dem Titel „Tief drin im Böhmerwald“ eine ideale Überleitung zu den Werken der tschechischen Malerin und Fotografin Eva Felixova. Ihr dient die Natur ihrer böhmischen Heimat als Inspiration. Ihre Bilder finden sich sowohl im Foyer der Schwarzachtalhalle als auch in Schaufenstern in Geschäften entlang der Hauptstraße. Gleiches gilt für die Werke von Rose Heuberger und Susanne Heinrich sowie die Bilder von Schülern der Kunstklasse der Gregor-von-Scherr-Realschule in Neunburg und der Kunstschule Klattau.

Vernissage hat Tradition

Werke im Schaufenster Foto: Ralf Gohlke
Werke im Schaufenster Foto: Ralf Gohlke

Die Vernissage zum Neunburger Kunstherbst im Foyer der Schwarzachtalhalle zu starten, hat mittlerweile Tradition. In diesem Sinne rief Peter Wunder dem interessierten Publikum ein munteres „Ahoj 2019“ zu. Zu den namentlich Begrüßten zählten Pfarrer Stefan Wagner, Bürgermeister Martin Birner, einige Stadträte, Rosa Schafbauer und Robert Eckl für die Freizeit GmbH und die Crew des Kunstvereins. Bei den zuletzt Genannten bedankte er sich für die Unterstützung beim Dekorieren der Schaufenster und der Präsentation der Bilder in der Schwarzachtalhalle. Wunder nannte mit „Kunst und Natur“ noch einmal das Motto der diesjährigen Vernissage.

Vernissage zum Kunstherbst 2019

  • Künstlerinnen:

    Vorsitzender Peter Wunder stellte Eva Felixova, Rose Heuberger sowie Susanne Heinrich (v. l.) und deren Werke vor. Beeindruckt zeigte sich das Publikum von der Qualität der Schülerarbeiten aus Neunburg und Klattau.

  • Rahmen:

    Ein Bläserquintett der Stadtkapelle, unter der Leitung von Anton Lottner, umrahmte in diesem Jahr den Auftakt zum Kunstherbst 2019. Es spielte zunächst im Foyer der Schwarzachtalhalle und dann in der Spitalkirche, dem diesjährigen Zielpunkt der Kunstprozession.

  • Publikum:

    Die Zuhörer, nicht nur aus Neunburg, sondern auch aus umliegenden Städten und Gemeinden, begleiteten den Auftakt in der Schwarzachtalhalle. Gern folgten sie auch der Kunstprozession durch die Altstadt, zu den Ausstellungsfenstern.

  • Diskussion:

    Die profanierte Spitalkirche in der Hauptstraße 1 diente heuer als letzter Anlaufpunkt für die Kunstprozession. Bereits im Vorfeld der Ausstellung hatten die Aktdarstellungen in dem ehemaligen Gotteshaus durchaus für einige Diskussionen gesorgt.

Besonders freute ihn die Teilnahme der beiden Schulen, womit einmal mehr der grenzüberschreitende Charakter der Arbeit des Kunstvereins hervorgehoben werde. Unabhängig davon seien die Arbeiten, zum Teil von Kindern aus Klattau zwischen sechs und 15 Jahren gefertigt, sehr beeindruckend.

Vorsitzender Peter Wunder stellte unter anderem Eva Felixova, Rose Heuberger sowie Susanne Heinrich (v.l.) und deren Werke vor. Foto: Ralf Gohlke
Vorsitzender Peter Wunder stellte unter anderem Eva Felixova, Rose Heuberger sowie Susanne Heinrich (v.l.) und deren Werke vor. Foto: Ralf Gohlke

Persönlich stellte er zunächst Eva Felixova aus Holýsov vor. Ihre Arbeitsweise sei das Fotografieren der Natur mit einer Digitalkamera und die anschließende Umsetzung der Bilder in Öl auf Leinwand. Wichtig sei ihr dabei die Detailtreue, die ihre Bilder in besonderer Weise wirken ließe.

„Dabei lerne ich immer noch, Farben zu mischen und mein Herz auf die Leinwand zu übertragen. Auch dies befriedigt die Sehnsucht, welche mich schon mein ganzes Leben anspornt, etwas Kreatives zu leisten“, sagte sie über sich selbst.

Werke im Schaufenster Foto: Ralf Gohlke
Werke im Schaufenster Foto: Ralf Gohlke

Mit Rose Heuberger, einer Kunstfotografin und Sozialpädagogin aus Großschönbrunn bei Amberg, stellte Wunder eine Künstlerin vor, die sich vornehmlich den sich ständig verändernden Farben und Formen in Sandgruben verschrieben hat. Ihre großformatigen Farbdrucke vermittelten die dort in den Schichten herrschende „Fantasie der Farben der mineralhaltigen Stoffe“ – Quarzsand, so weiß wie der Strand am Meer, so gelb wie die Sonnenblumen, rosarot wie der Abendhimmel oder sogar nachtblau. Zahlreiche Ausstellungen und Auszeichnungen, wie 2003 der Kulturpreis der Oberpfalz, zeugten von der Qualität ihrer Arbeit.

Kunst im Schaufenster

Lebenslust, Lebensfreude aber auch sehr nachdenkliche und kritische Bilder kennzeichnen das Werk von Susanne Heinrich. Peter Wunder zitierte die Malerin, Zeichnerin und Grafikerin: „Ich stelle den Menschen in seiner ganzen Blöße und Verletzlichkeit dar, natürlich und unverstellt, frei nach Johann Wolfgang von Goethe: Der nackte Mensch ist der wahre Mensch.“

Menschen

Im Atelier des Schönschreibkünstlers

Johann Maierhofer tüftelt bei Neunburg an Werken. In der alten Glasschleife hat er sich eine Werkstatt eingerichtet.

Heinrich lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Bernlohe bei Roth in ihrem „Eigensinnlich“-Atelier. Erstmals wurde sie heuer für den Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten nominiert.

Nach einem Rundgang durch die Ausstellung machte sich das Publikum auf den Weg durch die Altstadt. Die Stationen fanden sich bei Blasinstrumente Kroner, dem Büro- und Pressezentrum, dem Radieserl, der Alten Seilerei, Fensterbau Kerschberger, der Sparkasse am Schrannenplatz sowie dem ehemaligen Haushaltswarengeschäft Klonner-Pirzer.

Die profanierte Spitalkirche in der Hauptstraße 1, diente heuer als letzter Anlaufpunkt für die Kunstprozession. Foto: Ralf Gohlke
Die profanierte Spitalkirche in der Hauptstraße 1, diente heuer als letzter Anlaufpunkt für die Kunstprozession. Foto: Ralf Gohlke

Am Zielpunkt, der Spitalkirche, versäumte Wunder es nicht, sich bei Fabian Biersack zu bedankten, der mit der Sanierung und Umnutzung des ehemaligen Spitalgebäudes auch die weitere Nutzung der Kirche sicherstellen werde. Die Kunstwerke sind bis 20. Oktober zu sehen. In der Spitalkirche und der Schwarzachtalhalle jeweils sonntags von 14 Uhr bis 16 Uhr.

Einblicke

Unterwegs in Neunburgs Altstadtschätzen

Die Stadt verkauft einige Gebäude rund um den Jobplatz mit Sanierungszwang. Wir gewähren Einblicke in die schlafenden Riesen.

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