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Region Schwandorf
Dienstag, 22. Mai 2018 24° 2

Militär

Der „Puma“ löst den „Marder“ ab

Ein Rückblick auf den NATO-Einsatz in Litauen und ein Ausblick bildeten den Kern des Neujahrsempfangs in Oberviechtach.
Von Ralf Gohlke

  • Der neue Schützenpanzer „Puma“ ersetzt in Kürze auch in Oberviechtach das fast schon antike Waffensystem „Marder“.Foto: Foto: Holger Hollemann/dpa
  • Doktor Eisenbarth hieß die Gäste beim Empfang willkommen. Foto: ggo

Oberviechtach.Fackelschein und Schneegestöber empfingen die große Zahl geladener Gäste beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Stadt Oberviechtach und des Panzergrenadierbataillons 122 im Emil-Kemmer-Haus. Viele Jahre Tradition hat die Teilnahme der Doktor-Eisenbarth-Spielleute, die jedem Teilnehmer eine „medizinische Dosis“ des berühmten Elixiers überreichen. Zwei Themen stand heuer im Mittelpunkt der Rede des Kommandeurs, Oberstleutnant (OTL) Christoph Huber. Eines war der für das Bataillon erfolgreiche NATO-Einsatz in Litauen und die Umrüstung auf das neue Waffensystem „Puma“, das den „Marder“ nach gut 40 Jahren ablösen wird.

Heinz Weigl bittet um weitere Unterstützung

Im neugestalteten Saal des Emil-Kemmer-Hauses hießen Bürgermeister Heinz Weigl und OTL Christoph Huber viele Gäste willkommen. Foto: ggo

Den nicht unbedingt „einfacheren Teil“ hatte sich Bürgermeister Heinz Weigl ausgesucht. Er hieß die vielen Gäste namentlich willkommen. Dazu zählten Vertreter der Geistlichkeit, MdL Joachim Hanisch und Landrat Thomas Ebeling, hochrangige Militärs aus benachbarten Standorten, Abordnungen der Krieger- und Reservistenverbände und örtlichen Vereine, die Ehrenbürger Wilfried Neuber, Otto Lehner und Ludwig Berger, Amts- und Behördenleiter sowie ehemalige Soldaten.

Bürgermeister Heinz Weigl betonte die Verbundenheit der Stadt. Foto: ggo

Seine Bitte lautete, auch 2018 in der Unterstützung und dem Engagement für die Stadt und das Bataillon nicht nachzulassen. Der Besuch des Empfangs unterstreiche einmal mehr die Bedeutung der Bundeswehr für die Region sowie Sympathie, Achtung und Respekt für alle Männer und Frauen, die hier ihren Dienstleisten.

Größter Auftrag der Geschichte

OTL Christoph Huber kündigte den „Puma“ für 2018 an. Foto: ggo

Oberstleutnant Christoph Huber betonte, mit dem Jahr 2017 liege eines der ereignisreichsten in der stolzen Geschichte des Panzergrenadierbataillons 122 hinter und mit 2018 ein wiederum einschneidendes Jahr vor dem Verband. Das vergangene Jahr sei durch einen der größten Aufträge in dessen Geschichte geprägt gewesen. Kurz ging er noch einmal auf die Gründe für die im Rahmen eines NATO-Gipfels beschlossene erhöhte Präsenz in Litauen als defensive Reaktion auf das russische Vorgehen in der Ukrainekrise ein.

Landrat Thomas Ebeling (Mitte) sprach ebenfalls ein Grußwort. Foto: ggo

Des Weiteren erläuterte Huber den Umfang an Personal und Material, der das Bataillon über ein Jahr hinweg gebunden habe. Hauptaufgabe sei es gewesen, neben zahlreichen Übungen den Aufbau der Infrastruktur und die Integration der litauischen Streitkräfte zu vollziehen. „Ich denke, der ohnehin gute Name Oberviechtach ist nicht zuletzt durch die zahlreichen VIP-Besuche und das große, weltweite Medien-Aufkommen weit über die Grenzen der Region hinaus positiv verstärkt worden“, so der Kommandeur. Der Feststellung aller vorgesetzten Dienststellen gemäß, habe das Bataillon diesen Auftrag hervorragend erfüllt und zusammen mit den vielen Kameraden der Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“ ein starkes Zeichen gelebter Bündnissolidarität gesetzt.

„Umschulung“ hat begonnen

1000 Euro gingen als Spende für die Franz-Jobst-Stiftung aus dem Erlös des Weihnachtsmarktverkaufes ein. Foto: ggo

Nach einigen Anmerkungen zu den parallel gelaufenen Einsätzen, der Arbeit im Standort sowie einem Dank für die Unterstützung der Franz-Jobst-Hilfe und Ehrungen der Vorsitzenden der Traditionsvereine Josef Hauer und Werner Müller, leitete er über zur anstehenden Umrüstung auf das System „Puma“.

Bereits seit 2. Januar befänden sich einige Soldaten im Panzer-Ausbildungszentrum in Munster zur Umschulung. Nach derzeitigem Stand werden Ende April beziehungsweise Anfang Mai die ersten Pumas nach Oberviechtach verlegen. „Wir werden diesen besten, modernsten Schützenpanzer der Welt gebührend in unserer schönen Garnisonsstadt begrüßen“, kündigte er an. Sichtbarer Wechsel werde der „letzte Schuss 20 Millimeter und der erste Schuss 30 Millimeter,“ Ende Juni in Grafenwöhr sein.

Das neue Waffensystem

  • Der Schützenpanzer Puma

    löst nach über 40 Jahren den „Marder“ beim Panzergrenadierbataillon 122 ab.

  • Die Besatzung

    besteht aus neun Personen, in einem durchgängigen Kampfraum. Sie unterteilt sich den Schützentrupp (sechs Mann) und die Fahrzeugbesatzung, bestehend aus Gruppenführer, Truppführer-Waffensystem und Fahrer.

  • Der Schützentrupp

    besteht aus dem Truppführer und fünf Schützen (MG-Schütze, Panzerfaustschütze, Gruppenzielfernrohrschütze und zwei weiteren Panzergrenadieren).

  • Die Hauptbewaffnung

    ist eine 30-mm-Bordmaschinenkanone des Typs MK 30-2/ABM, gefertigt von Rheinmetall. Das Triebwerk leistet rund 800 kW (circa 1088 PS). Das reicht für circa 70 km/h vorwärts.

Somit werde die erfolgreiche Einführung des Puma 2018 die wesentliche Leistung des Bataillons darstellen. Er schloss mit vielen Dankadressen und der Feststellung, Oberviechtach und die Oberpfalz stechen positiv heraus, was das Leben der Soldaten inmitten der Gesellschaft beträfe. Diese enge Verbindung stellte auch Landrat Thomas Ebeling in seinem Grußwort heraus.

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