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Vereine

Der Traum vom Sportzentrum

Auf der Basis toller Jugendarbeit gelang der Neuaufbau der Fußballabteilung des 1. FC Neunburg. Ende Juli ist Saisonstart.
Roland Thäder

  • Die Kicker des 1. FC Neunburg wollen an große Zeiten anknüpfen. Das Gastspiel des des „Club“ aus Nürnberg zum 90-jährigen Bestehen 2016 war so ein Glanzlicht. Foto: gkt/MZ-Archiv
  • Um das Interesse der Jugend am Fußball hochzuhalten, veranstaltet die Abteilung regelmäßig Ausflüge, Torwarttage und Turniere, wie die für die Grund- und Mittelschule jetzt im Juli, so Abteilungsleiter Markus Winderl. Ziel sei es, die Jugend in die Erste zu integrieren. Foto: ro

Neunburg.Wie ein Phoenix, der aus der Asche aufsteigt, so präsentiert sich derzeit die Fußballabteilung des 1. FC Neunburg. Nach zwei Aufstiegen infolge startet die 1. Mannschaft am letzten Juli-Wochenende mit breiter Brust in der Kreisliga West in die neue Saison. Dabei herrschte gerade einmal vor sieben Jahren großer Katzenjammer. Der einstige Bezirksligist war bis in die in die A Klasse abgestiegen, erinnert sich der heutige Abteilungsleiter Markus Winderl. Der spielerische Aderlass war in der Folgezeit gewaltig.

„Wir gehen zuversichtlich in die neue Saison“, so Johann Winderl Es werde interessante Derbys geben, beispielsweise gegen Neukirchen-Balbini, Rötz, Nittenau oder Kleinwinklarn. Das werde sich auch auf die Zuschauerzahlen auswirken. Foto: ro
„Wir gehen zuversichtlich in die neue Saison“, so Johann Winderl Es werde interessante Derbys geben, beispielsweise gegen Neukirchen-Balbini, Rötz, Nittenau oder Kleinwinklarn. Das werde sich auch auf die Zuschauerzahlen auswirken. Foto: ro

Zusammen mit dem früheren Vorsitzenden Hans Werner Habel hat ein neues Team die Fußballabteilung peu à peu wieder aufgebaut. Die Basis dafür war die Jugendarbeit, sagen Markus Winderl, sein Stellvertreter Johann Winderl und Sponsorenbeauftragter Martin Eckl im Gespräch mit dem Reporter des MZ-Medienhauses. Mit vier Kindern habe man damals in der G-Jugend angefangen, jetzt seien es 40. Aktuell sind insgesamt 130 Jugendliche in neun Teams im Spielbetrieb.

130 Jugendliche im Spielbetrieb

„Die Eltern legen wieder mehr Wert auf Bewegung ihrer Kinder“, nennt Eckl einen der Gründe für den Boom im Jugendbereich. Mittwochs würden manchmal bist zu 50 Kinder auf dem Hauptplatz trainieren, der damit eine große zusätzliche Last zu tragen hat. Was den Fußballern, aber auch den anderen Abteilungen des Vereins, nun noch zu ihrem Glück fehlt, ist ein neues Sportzentrum. Das alte FC Heim beim Freibad ist in die Jahre gekommen.

„Da ist viel Stückwerk dabei.“

Markus Winderl, Abteilungsleiter

Es hat ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel und ist stark sanierungsbedürftig. 1986 war die letztere größere Renovierung und es kam die Kegelbahn hinzu. Die Sanitäranlagen seien komplett verbraucht. „Vor 30 Jahren sei viel in Eigenregie und so günstig wie möglich gebaut worden. Da ist viel Stückwerk dabei“, erläutert Markus Winderl, eine weitere Ursache für den Sanierungsbedarf. Der Trainingsplatz werde auch von vielen Nichtvereinsmitgliedern genutzt, so Johann Winderl, der sich auch um die Platzpflege kümmert. Infolgedessen und wegen der großen Trockenheit sei der Trainingsplatz in schlechtem Zustand. Angesichts dessen, dass die Stadtwerke den Wasserpreis für das Nass aus dem Gartenzähler um 20 Prozent auf 1,20 Euro pro Kubikmeter erhöht hätten, fielen für die Platzpflege alles in allem rund 15000 Euro pro Jahr an, so der Platzwart. Das sei eine große Belastung für den Verein. In anderen Gemeinden würde die Kommune Platzpflege oder Unterhalt übernehmen, wünschen sich die Fußballer mehr Unterstützung.


              Martin Eckl schwebt ein multifunktionelles Sportzentrum in Anschluss an Mittel- und Realschule vor. Der Investitionsbedarf wird sich am Ende aus der Machbarkeitsstudie ergeben, da sei es für konkrete Ausgaben noch zu früh. Fotos ro
Martin Eckl schwebt ein multifunktionelles Sportzentrum in Anschluss an Mittel- und Realschule vor. Der Investitionsbedarf wird sich am Ende aus der Machbarkeitsstudie ergeben, da sei es für konkrete Ausgaben noch zu früh. Fotos ro

Das Thema ist nicht ganz neu. Schon im April hat sich der Stadtrat einstimmig für eine Machbarkeitsstudie für ein Sportzentrum ausgesprochen. Was noch fehlt, ist das Raumprogramm. Hier werde der Hauptverein mit Vorsitzendem Christoph Steffens, der im April von einer sechsstelligen Investitionssumme sprach, liefern, versicherte das Trio. Bürgermeister Martin Birner und die drei Vertreter der Fußballabteilung stimmen darin überein, dass ein Areal in Anschluss an Mittel- und Realschule ideal wäre. Dort würden sich Hallenbad und weitere Sportanlagen, wie die Schulturnhalle befinden, die mitgenutzt werden könnten. Das ergäbe Synergieeffekte. Als Vorbild nennt Eckl das Sportzentrum in Schwarzenfeld. Mit der Anlage eines Kunstrasenplatzes hätte man nach Burglengenfeld im Landkreis hervorragende Trainingsbedingen. Denn zu Trainingslagern oder bei widrigem Wetter sei man auch schon einmal nach Tschechien ausgewichen, um zu trainieren.

Integration wird vorgelebt

Daneben legt die Abteilung auch großen Wert auf Integration. Dabei handle es sich nicht um „Legionäre“, sondern um Mitbürger, beispielsweise aus Tschechien, die in Neunburg und Umgebung Arbeit gefunden haben und deshalb mit ihren Familien auch hergezogen sind und im Verein und in Neunburg eine neue Heimat gefunden hätten, weiß der Abteilungsleiter. Außerdem gibt es in der Abteilung eine ganze Reihe von Aktionen. So ist am Samstag, 21. Juli, Torwarttag für die Jugend mit der Torwartlegende des TSV 1860 München,Michael Hoffmann.

 Das Sportgelände des 1.FC Neunburg ist in die Jahre gekommen. Der Sanierungsbedarf ist unübersehbar. Vielleicht könnte man an einem neuen Standort bei den Schulen ja auch ein Fitnesszentrum integrieren und das alte Gelände als Baugrund vermarkten, so das Trio des FC. Foto: ro
Das Sportgelände des 1.FC Neunburg ist in die Jahre gekommen. Der Sanierungsbedarf ist unübersehbar. Vielleicht könnte man an einem neuen Standort bei den Schulen ja auch ein Fitnesszentrum integrieren und das alte Gelände als Baugrund vermarkten, so das Trio des FC. Foto: ro

Für den Start in die dritte Saison mit Trainer Thomas Bauer, der aus Vilzing kam und dem der FC viel zu verdanken habe, hofft der Abteilungsleiter, dass „wir die Euphorie des Aufstiegs mitnehmen können und den Klassenerhalt frühzeitig schaffen. Wir glauben, dass die Mannschaft stark genug ist, um in der Kreisliga eine gute Rolle zu spielen“, so Eckl. Für das Engagement, dass alle Spieler, Unterstützer und ihre Familien in den vergangenen Jahren an den Tag gelegt haben, um die Fußballabteilung wieder in die Spur zu bringen, sei die Abteilungsleitung jedenfalls sehr dankbar.

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