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Unterhaltung

Der TSV Nittenau tanzt seit 111 Jahren

Bei der rauschenden Ballnacht des TSV feierten und tanzten die Gäste ausgelassen. Die Citygirls zeigten Showacts.
Von Renate Ahrens

  • Der „Ball des Sports“ eröffnet jedes Jahr am Samstag nach dem Dreikönigstag die Ballsaison in Nittenau. Fotos: Renate Ahrens
  • Extra aus der Nittenauer Partnerstadt Preštice war eine Delegation mit Bürgermeister Karel Naxera angereist. Foto: Ahrens
  • „Das Buffet ist eröffnet“ – das ließ man sich nicht zweimal sagen. Foto: Ahrens
  • Auf den Auftritt der Nittenauer Citygirls warteten alle gespannt. Foto: Ahrens

Nittenau. Die Nittenauer verstehen es zu feiern und zu tanzen – das zeigte erneut der große „Ball des Sports“, zu dem der TSV immer am ersten Samstag nach Dreikönig einlädt. Und 400 Gäste aus Nittenau und Umgebung waren diesmal gekommen. Wunderschön war die Regentalhalle geschmückt, die Tische in edlem Schwarz-Weiß mit einer roten Rose als Farbtupfer, und an der Decke hingen glitzernde Girlanden. Auch die Gäste selbst waren eine Augenweide – die Damen in großer Abendgarderobe, viele in langem Ballkleid, die Herren in Frack oder Anzug. Kaum hatte die Band „Loops“ zu spielen begonnen, füllte sich die Tanzfläche – und das sollte sich auch nicht mehr ändern.

Gäste aus jeder Altersgruppe

Unter den Gästen ist auch eine zehnköpfige Gruppe vom Tanzkreis einer Tanzschule in Burglengenfeld. Seit vier Jahren kommen sie zum Ball des Sports nach Nittenau. „Tanzen macht großen Spaß. Heute können wir auch anwenden, was wir gelernt haben“, erklären Brigitte und Hans Müller aus Schwandorf. Schließlich üben sie dreimal in der Woche. Zwar gäbe es auch andere Bälle an diesem Tag, aber die Tanzgruppe findet es hier besonders schön. „Die Tanzfläche ist groß, die Organisation perfekt, und Essen und Ambiente sind sehr gut“, zeigen sie sich zufrieden, und auch Evelyn und Manfred Weidauer aus Regenstauf bestätigen das. „Wir würden uns noch viel mehr solcher Bälle wünschen. Zu Livemusik zu tanzen, ist doch viel schöner“, sagen sie.

Ein Ball ist aber auch eine gute Gelegenheit, sich schick zu machen. Jedes Jahr ein neues Kleid kauft sich zum Beispiel Beate Götzer aus Nittenau zum Ball des Sports – dieses Mal in elegantem Dunkelrot. Ihre 15-jährige Tochter Celina hat zwar noch keinen Tanzkurs absolviert, tanzt aber trotzdem gerne, ebenso wie Freundin Sarah Nerl. Das Besondere am Ball des Sports ist nämlich auch, dass die Gäste in jedem Alter sind. Jung trifft auf Alt, alle haben Spaß, und zwar seit vielen Jahrzehnten. Das wird aus der Chronik des TSV ersichtlich.

Bereits seit 1908 findet der TSV-Ball statt, hat Vorsitzender Jürgen Hasenbach herausgefunden. Gegründet wurde der Sportverein erst kurz davor, im Jahr 1904. Anfangs, bis in die 1920er Jahre, nannte man ihn Turnerball, dann TSV-Ball. In den Kriegsjahren fand keine Veranstaltung statt, aber bereits in den 1950er Jahren lud man wieder ein, und zwar zum Sportlerball. Erst seit 2015 heißt er nun „Ball des Sports“. Somit tanze man nun schon seit 111 Jahren, erklärt Hasenbach. Anfängliches Ziel sei es allerdings nicht gewesen, die Leute zu unterhalten, sondern Turngeräte zu finanzieren, betont er. Geld war knapp, das erste Reck wurde gar aus einem Wasserleitungsrohr gefertigt.

Gala-Charakter bewahren

Das hat sich längst geändert, nun steht das Vergnügen im Vordergrund, so auch am Samstag. Die Stimmung war von Anfang an bestens. Bewusst wolle man keinen Faschingsball abhalten. „Wir bevorzugen den Gala-Charakter“, betont Hasenbach – und der Erfolg gibt ihm recht. Viele Stammgäste kommen seit vielen Jahren. Für den Eintrittspreis von 39 Euro ist schließlich jede Menge geboten, wie Livemusik und ein opulentes kalt-warmes Buffet. Verdienen wolle man daran nicht. „Die Unkosten sind gedeckt“, erklärt Hasenbach. „Wir wollen Freude bereiten, aber auch die Stadt und den TSV präsentieren.“ Der Verein ist mit 1200 Mitgliedern der größte in Nittenau.

Mit zum TSV gehören auch die Citygirls – und ihr Auftritt beim Ball ist seit einigen Jahren ein Highlight, auf das alle gespannt warten. Jedes Mal lassen sie sich etwas Neues einfallen und studieren Tänze ein. Bei fetziger Musik wirbelten sie auch an diesem Abend auf der Bühne und bezauberten die Besucher. Auf der Tanzfläche ging es dann für die Gäste weiter, mit verschiedenen Musikrichtungen, schnell und langsam. Nach Mitternacht spielte „Loop“ auch fetzigen Rock, und die Besucher tanzten ausgelassen.

Unter ihnen auch die Gäste aus der Nittenauer Partnerstadt Preštice, die extra zum Ball angereist waren. Die Idee, einen Ball abzuhalten, fanden die tschechischen Freunde vor einiger Zeit so gut, dass sie nun selbst in Preštice einen Stadtball organisieren. Auch die Nittenauer wurden dazu schon eingeladen, wie Hans Hien, der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaften, erzählt.

Eine gelungene und rauschende Ballnacht

  • Ehrengäste:

    Extra aus der Nittenauer Partnerstadt Preštice war eine Delegation mit Bürgermeister Karel Naxera angereist. Alle genossen den Abend. Gefeiert wurde an diesem Abend auch der Geburtstag von Zdenka Vacova. Natürlich gratulierte man und stieß mit Sekt an.

  • Kulinarik:

    „Das Buffet ist eröffnet“ – das ließ man sich nicht zweimal sagen. Die Auswahl war groß; so gab es gemischte Fisch- und Schinkenplatten, Antipasti, Krabbensalat, Schnitzel oder Lendchentopf und auch verschiedene leckere Desserts.

  • Highlight:

    Auf den Auftritt der Nittenauer Citygirls warteten alle gespannt. Heuer waren sie bei einem der beiden Showacts als Polizistinnen verkleidet – sogar ein „Gefängnis“ hatte man vorbereitet. Seit April vergangenen Jahres hatten sie mit Leiterin Veronika Hierl trainiert.

  • Helfer:

    Ohne viele helfende Hände kann man keinen großen Ball organisieren. TSV-Vorsitzender Jürgen Hasenbach bedankte sich unter anderem bei Ina Frankl, Doris Urban, Katrin Frey, Albert Auburger und Birgit Auburger für die Dekoration.

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