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Der Weg vom Hobby zur Passion

Der Zangensteiner Josef Merkl hat beim Studium in Regensburg seine Liebe zur Fotografie entdeckt und schafft nun Kunstwerke.
Von Ralf Gohlke

Es sind oft auch kleine Strukturen, wie der Lichteinfall auf einer bemoosten Fläche, die Josef Merkl dann mit seiner Kamera einfängt. Foto: R. Gohlke
Es sind oft auch kleine Strukturen, wie der Lichteinfall auf einer bemoosten Fläche, die Josef Merkl dann mit seiner Kamera einfängt. Foto: R. Gohlke

Neunburg.Im Zeitalter einer überbordenden Flut an Informationen in Text und Bild, die per Smartphone oder Tablet überall und jederzeit abrufbar sind, wird es immer schwieriger, den Blick auf wirklich qualitätvolle Bildkompositionen zu lenken. Die Rede ist dabei von echter Bildgestaltung, die durch das Spiel mit Licht, Farben und Formen eher beruhigt und neugierig auf mehr macht, ähnlich wie bei einem Gemälde, das dazu animiert, sich länger Zeit für eine Betrachtung zu nehmen. Einer, der sich dieser Kunst verschrieben hat, ist Josef Merkl aus Zangenstein. In Sachen Fotografie ist der 49-Jährige eher ein „Spätberufener“, der sich aber dafür mit viel Herzblut in die Materie eingelebt hat und inzwischen viele eindrucksvolle Werke vorweisen kann.

Eine unterschätzte Flusslandschaft

„Die Schwarzach, von der Quelle im Böhmerwald bis zur Mündung in die Naab“, nennt er seine Multivisionsshow, die er am Freitag in Neunburg präsentierte und am 19. November auch in der Sportgaststätte in Schwarzenfeld vorführen wird. „Diese Show widme ich zum ersten Mal einer Flusslandschaft, die oftmals übersehen oder unterschätzt wird“, beschreibt Merkl unter anderem die Intention.

Der „Grüne Baum“ im Murnthal war eher ein Zufallsprodukt. Foto: Josef Merkl
Der „Grüne Baum“ im Murnthal war eher ein Zufallsprodukt. Foto: Josef Merkl

Entstanden sei dabei das Porträt eines Flusses, der die Landschaft und die Menschen über Jahrhunderte hinweg geprägt und belebt habe. Josef Merkl zeigt darin in eindrucksvollen Bildern, wie sich die Menschen die Kraft des Wassers schon früh zunutzegemacht haben und welche neuen Industriezweige in dieser ansonsten eher strukturschwachen Region für wertvolle Arbeitsplätze gesorgt haben.

Wie gut kennen Sie den Landkreis Schwandorf? Am Ende des Artikels wartet ein Quiz auf Sie – mit Aufnahmen von Josef Merkl.

Er beleuchtet die unterschiedlichen Facetten der Flusslandschaft und lenkt den Blick auf die Schönheiten, die sich dem Wanderer oder dem Betrachter oftmals erst beim näheren Hinsehen offenbaren, von anmutigen Pflanzen im Uferbereich über farbenprächtige Libellen bis hin zu interessanten Wasserspiegelungen, einem faszinierenden Eiskristall oder auch die zahlreichen Mäander, deren ganze Pracht sich erst aus der Vogelperspektive erfassen lässt. Gleiches gilt für die Ortschaften entlang des Flusses.

Dieses Motiv zeigt ein Haus, das zum Zeitpunkt der Aufnahme noch bewohnt war. Der Eigentümer gewährte dem Fotografen einen Einblick. Foto: Josef Merkl
Dieses Motiv zeigt ein Haus, das zum Zeitpunkt der Aufnahme noch bewohnt war. Der Eigentümer gewährte dem Fotografen einen Einblick. Foto: Josef Merkl

„Ursprünglich bin ich gelernter Elektroniker“, erzählt Josef Merkl im Gespräch mit unserem Medienhaus. Später entschloss er sich zu einem Studium der Sozialpädagogik in Regensburg. Eine Kommilitonin sei es dann gewesen, die ihn zum gemeinsamen Kauf einer seinerzeit noch analogen, hochwertigen Spiegelreflexkamera bewegt habe. 2011 sei dann der Einstieg ins digitale Fotografiezeitalter vor seiner Nepalreise erfolgt.

„Ursprünglich bin ich gelernter Elektroniker.“

Josef Merkl

Seine neueste Errungenschaft ist eine kleine, kompakte, ganz im „Retrolook“ gehaltene „Fuji XT2“, die er ständig bei sich tragen könne. Die „große Canon“ nutzt er selbstverständlich immer noch, etwa wenn lange Brennweiten gefordert sind. Um sich das nötige Handwerkszeug anzueignen, besuchte er zwei Kurse an der Volkshochschule. Den richtigen Blick für Qualität erhielt er jedoch erst vor rund 15 Jahren, mit dem Beitritt zur „Fotografischen Gesellschaft Regensburg“. Bei den Zusammenkünften würden unter anderem die Fotos gegenseitig sehr kritisch unter die Lupe genommen. „Dabei lernt man unendlich viel und so steigert sich die Qualität langsam.“

Die Biberfamilie entdeckte Merkl bei einem Spaziergang im Juni 2015 im Garten eines Nachbarn, unweit seines eigenen Hauses in Zangenstein. Foto: Josef Merkl
Die Biberfamilie entdeckte Merkl bei einem Spaziergang im Juni 2015 im Garten eines Nachbarn, unweit seines eigenen Hauses in Zangenstein. Foto: Josef Merkl

Eine der Lehren daraus ist, dass die besten Bilder eine eher dramatische Szenerie aufweisen und blauer Himmel schlicht langweilig ist. „Wenn du im Verein mit einem Sonnenuntergang daherkommst, muss das Bild gestalterisch schon etwas ganz Besonderes sein“, berichtet er.

Natur und Landschaft im Fokus

Bei der Motivsuche konzentriert sich Josef Merkl auf Landschaften, die Natur- und Reisefotografie. Als die für ihn schönsten Jahreszeiten bezeichnet er das Frühjahr und den Herbst, aber auch der strenge Winter 2016/2017 habe ihn sehr inspiriert. Für sich entdeckt hat er auch die Leidenschaft für Luftbilder, sei es bei einer Fahrt mit einem Heißluftballon oder mit einem sogenannten Gyrocopter, einer Art Hubschrauber, der sich aber in der Antriebstechnik vom Helikopter unterscheidet.

Für die Fotografie geht Merkl auch gern in die Luft, sei es mit dem Heißluftballon oder dem Tragschrauber. Diese Aufnahme entstand bei einem Überflug von Wölsendorf im Mai 2015. Foto: Josef Merkl
Für die Fotografie geht Merkl auch gern in die Luft, sei es mit dem Heißluftballon oder dem Tragschrauber. Diese Aufnahme entstand bei einem Überflug von Wölsendorf im Mai 2015. Foto: Josef Merkl

Eine sehr differenzierte Betrachtungsweise hat Josef Merkl, was die Bildbearbeitung betrifft. Ohne die ginge es vor allem der Verarbeitung von Bildern im „Roh-Format“ überhaupt nicht. Verschiedene Bilder „zusammenzubasteln“ lehnt er für sich allerdings grundlegend ab.

Was die Präsentation seiner Werke betrifft, steht er noch etwas am Anfang. Viel zu sehen gibt es von ihm auf seiner Homepage. Im Herbst 2014 präsentierte er in der Sparkasse Schwandorf seinen Bilderzyklus über Nepal und Norwegen in einer Ausstellung und aktuell ist er mit seinem Vortrag über die Schwarzach in der Region unterwegs. „Aber kein Powerpoint“, stellt er ausdrücklich fest. Für 2018 ist auch ein Termin in Schwarzhofen geplant.

Klicken Sie sich durch unser Quiz mit Bildern von Josef Merkl:

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