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Region Schwandorf
Montag, 23. Juli 2018 26° 2

Glaube

Die Auferstehung als Feier des Lebens

An den Ostertagen wurde in den Pfarreien des Städtedreiecks vor allem auf die hoffnungsfrohe Botschaft hingewiesen.
Von Werner Artmann und Josef Schaller

  • In der Osternacht wurde Hanna Hollnberger in Teublitz getauft und in die katholische Kirche aufgenommen. Foto: bat
  • Ein herrlich blühender Kirschbaum schmückte in der Osternacht die Pfarrkirche Herz-Jesu in Teublitz Foto: bat
  • Zwölf Mitgliedern der pfarrgemeindlichen Gremien wusch Pfarrer Michael Hirmer am Gründonnerstag die Füße. Foto: bat
  • Pfarrei St. Vitus in Burglengenfeld: Pfarrer Franz Baumgartner von St. Vitus entzündete am Osterfeuer die Osterkerze. Ostern sei das Fest, das unserer Sehnsucht eine Perspektive bereitet: „Es geht weiter nach dem Tod.“ Die Auferstehung Jesu sei Hoffnung für unsere Sehnsucht nach Leben, und danach Geliebte wiederzusehen.Foto: bjs

Teublitz.Beeindruckende christliche Feiern vom Letzten Abendmahl über die Karfreitagsliturgie bis hin zur Auferstehungsfeier in der Osternacht erlebten die Pfarrangehörigen der Teublitzer Herz-Jesu-Kirche an den Ostertagen. Am Gründonnerstag wusch traditionell Pfarrer Michael Hirmer zwölf Mitglieder der pfarrgemeindlichen Gremien die Füße, die Erstkommunionkinder gestalteten die Gabenprozession, der Altarraum wurde komplett leergeräumt und das „Leiden Jesu“ begann. Dabei sang der Kirchenchor unter Leitung von Dekanatskirchenmusiker Norbert Hintermeier eine deutsche Übersetzung des „Pange lingua“. Erstmals kam in der Pfarrkirche die elektrische Liederanzeige zum Einsatz. An die Liturgie vom „Letzten Abendmahl“ schlossen sich traditionell die Gebetsstunden an.

Das Leid wird verdrängt

Sabine Scherer vermittelte in der Osternacht in St. Vitus gesanglich die ersehnte Nachricht: „Ein Licht erschien in dieser Welt.“ Foto: bjs
Sabine Scherer vermittelte in der Osternacht in St. Vitus gesanglich die ersehnte Nachricht: „Ein Licht erschien in dieser Welt.“ Foto: bjs

Zu Beginn der Karfreitagsliturgie „warfen“ sich über 60 Ministranten mit Pfarrer Michael Hirmer, Vikar Pater John und Diakon Heinrich Neumüller vor dem Altar mit dem Gesicht zu Boden. In der Karfreitagspredigt stellte Diakon Heinrich Neumüller fest, dass der moderne Mensch gern das Kreuz und das Leiden verdrängt: „Leiden und Kreuz passen nicht in unsere moderne Wirtschaftswelt, in der alles genau geplant werden muss.“ Höhepunkt der Karfreitagsliturgie war die Erhöhung des Kreuzes durch Pfarrer Michael Hirmer. Nach dem Kirchenchor zogen alle Gläubigen vor das Kreuz, knieten nieder, um dem gekreuzigten Herrn zu huldigen.

In der überfüllten Pfarrkirche feierten die Gläubigen am Vorabend des Osterfestes die Osternacht in der Teublitzer Pfarrkirche mit. Dabei ließ Pfarrer Michael Hirmer heuer besonders die Zeichen und Symbole dieses wichtigsten Gottesdienstes der Christenheit sprechen, in dem die Auferstehung Christi gefeiert wird. „Ich finde es jedes Jahr spannend, wie unser Pfarrer versucht, die Botschaft den Leuten nahe zu bringen. Die Dialoge heuer gingen mir zu Herzen,“ stellte Pfarrgemeinderatsprecher Georg Niederalt fest.

Evangelische Gemeinde Maxhütte-Haidhof: „Die Auferstehung ist der Hauptgrund, warum wir Gottesdienst feiern“, sagte der evangelische Pfarrer Alexander Theiß. Aus dem Tod sei neues Leben entstanden, das die Welt verändere, uns vor neue Herausforderungen stelle, Maßstäbe setze und einen Perspektivwechsel erzwinge. Foto: bjs
Evangelische Gemeinde Maxhütte-Haidhof: „Die Auferstehung ist der Hauptgrund, warum wir Gottesdienst feiern“, sagte der evangelische Pfarrer Alexander Theiß. Aus dem Tod sei neues Leben entstanden, das die Welt verändere, uns vor neue Herausforderungen stelle, Maßstäbe setze und einen Perspektivwechsel erzwinge. Foto: bjs

Nach Einbruch der Nacht versammelten sich am Karsamstag rund 90 Ministranten mit Pfarrer Hirmer, Pfarrvikar John und Diakon Neumüller am Osterfeuer zwischen der Kirche und Pfarrheim, wo die Osterkerze angezündet und in die dunkle Kirche getragen wurde. An der Osterkerze entzündeten alle Gläubigen ihre Kerzen. Vor dem Altar sitzend stellten vier Jugendliche Pfarrer Michael Hirmer Fragen zu den Lesungen und dem Osterevangelium. „Das richtige Bild von Auferstehung gibt es nicht. Es sprengt unseren Verstand, was damals passierte und heute noch passiert. Der Herr ist wahrhaft auferstanden,“ stellte der Geistliche fest.

Ein weiterer Höhepunkt der Osternacht war die Taufe von Hanna Hollnberger. In einem kurzweiligen Gespräch stellte Pfarrer Hirmer den Täufling, deren Eltern, Paten und vor allem die große Schwester vor. Nach der Allerheiligen-Litanei taufte Pfarrer Hirmer den Täufling mit Weihwasser, dem Symbol des Lebens und salbte es mit Chrisam.

Pfarrei St. Barbara in Maxhütte-haidhof: Jean Luc Kalala von der Pfarrei St. Barbara in Maxhütte-Haidhof: „Ohne Ostern wäre unser Leben sinnlos.“ Denn mit der Auferstehung sei die Macht des Todes gebrochen worden. Der Auferstandene mache arme Menschen reich, er sei für einsame Menschen ein Freund und schenke den Toten ewiges Leben… Foto: bjs
Pfarrei St. Barbara in Maxhütte-haidhof: Jean Luc Kalala von der Pfarrei St. Barbara in Maxhütte-Haidhof: „Ohne Ostern wäre unser Leben sinnlos.“ Denn mit der Auferstehung sei die Macht des Todes gebrochen worden. Der Auferstandene mache arme Menschen reich, er sei für einsame Menschen ein Freund und schenke den Toten ewiges Leben… Foto: bjs

Das I-Pünktchen der feierlichen Osternacht war die Kirchenmusik. Unter der Leitung von Dekanatskirchenmusiker Norbert Hintermeier wurden, neben Kantorengesängen, Werke für Chor und Orchester dargeboten. Es wurde das festliche „Halleluja“ aus dem Oratorium „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel, ein „Laudate Dominum“ von Franz Danzi und Musik süddeutscher Klosterkomponisten des 18. Jahrhunderts musiziert.

Am Ende bedankte sich Pfarrer Hirmer bei den 170 Menschen, die an den Ostertagen engagiert und an der Vorbereitung und Durchführung der Gottesdienste beteiligt waren. Besonders bedankte sich Pfarrer Hirmer bei Mesner Günter Karcher mit seinem Team und bei Oberministrant Dominik Seck für den großartigen Dienst aller Ministranten.

Nach der Speisensegnung und dem großen Schlusssegen zogen viele der Mitfeiernden noch in den Pfarrgarten, wo die Gruppe DoReMi Wein und andere Getränke aus schenkten.

Leben ohne Ostern wäre sinnlos

Was wäre unser Leben ohne Ostern, ohne die Auferstehung Jesu Christi? Pfarrer Jean Luc Kalala von der Pfarrei St. Barbara in Maxhütte-Haidhof reichte in seiner Osterpredigt ein einziges Wort, um darauf eine treffende Antwort zu formulieren: „Sinnlos!“ Denn mit ihr sei die Macht des Todes gebrochen worden. Der Auferstandene mache arme Menschen reich, er sei für einsame Menschen ein Freund und schenke den Toten ewiges Leben…

Der evangelische Pfarrer Alexander Theiß bezeichnete die Auferstehung als ein „heikles Thema, das unsere Erfahrungswelt durcheinander wirbelt“. Aus dem Tod sei neues Leben entstanden, das die Welt verändere, uns vor neue Herausforderungen stelle, neue Maßstäbe setze und einen Perspektivwechsel erzwinge. „Das Auferstehungsfest ist eine Feier des Lebens“, so Theiß. Und zwar eines Lebens, das sich der Vergänglichkeit entziehe. Die Liebe sei ein deutlicher Hinweis darauf, „dass die Menschen, die von uns gehen, nicht einfach im Nichts verloren sind“. Denn Zuneigung ende ja nicht, wenn jemand sterbe. „Die Liebe bleibt!“ Liebe könne sich nicht im Nichts verlieren.

Angesichts des Todes tasteten die Finger unserer Seele nach Leben. Sie trügen den Namen „Sehnsucht“, betonte Pfarrer Franz Baumgartner in der Osterliturgie in St. Vitus in Burglengenfeld: „Ich möchte leben. Es darf nicht alles zu Ende sein, was mir liebens- und lebenswert scheint.“ Es müsse doch noch etwas geben danach. Ostern sei das Fest, das unserer Sehnsucht eine Perspektive bereitet: „Es geht weiter nach dem Tod.“ Die Auferstehung Jesu sei Hoffnung für unsere Sehnsucht nach Leben, für unsere Sehnsucht, Geliebte wiederzusehen, für unsere Sehnsucht, dass die Sinnlosigkeit so vieler Tode nicht das letzte Wort ist.

„Wie lange müssen wir noch auf dich warten?“ klang vor der Liturgie eine wunderbare Stimme, die diese Sehnsüchte in sich barg, durch die offene Kirchentür nach draußen, wo sich vor der Pfarrkirche St. Vitus die Ministranten um das Osterfeuer versammelten. Als kurz danach Pfarrer Franz Baumgartner die Osterkerze entzündete, war Sabine Scherers Stimme erneut zu hören. Diesmal mit einem beruhigenden Inhalt: „Ein Licht erschien in dieser Welt.“

Pfarrer Brügel von der Pfarrei St. Josef forderte die Gläubigen beim Ostergottesdienst auf, an der Freude ihres Glaubens festzuhalten und ihn in Wort und Tat in ihrem Alltag zu bezeugen. Dann werde sich der christliche Glaube weiter verbreiten, so wie das Licht der Osterkerze, das an alle Mitfeiernden in der Osternacht ausgeteilt wurde.

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