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Polizei

Die Belastungsgrenze ist längst erreicht

Abgeordneter Flierl sprach bei der Bereitschaftspolizei in Nabburg über die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen vor Ort.

MdL Alexander Flierl hat sich mit den beiden Personalratsvorsitzenden Manfred Butz und Andreas Lanzhammer zum Gespräch über den möglichen weiteren Ausbau der Bereitschaftspolizei in Nabburg getroffen.  Foto: tlz
MdL Alexander Flierl hat sich mit den beiden Personalratsvorsitzenden Manfred Butz und Andreas Lanzhammer zum Gespräch über den möglichen weiteren Ausbau der Bereitschaftspolizei in Nabburg getroffen. Foto: tlz

Nabburg.Zu einem konstruktiven Austausch trafen sich der Landtagsabgeordnete Alexander Flierl und die beiden Vertreter der Bereitschaftspolizei in Nabburg und der GdP-Bezirksgruppe der Bereitschaftspolizei Bayern, Manfred Butz und Andreas Lanzhammer. Butz hob hervor, dass die modulare Ausbildung ein tolles Konzept sei und nach wie vor, insbesondere wegen der Praxisnähe, qualitativ hervorragende Ergebnisse brächte. Davon profitierten die Dienststellen, zu denen die jungen, frisch ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen versetzt würden. Andreas Lanzhammer zeigte sich erfreut über die Investitionen der Politik, die die dringend erforderliche Erhöhung der Zahl an Polizisten gewährleiste.

Dennoch müsse auch die Grenze der Belastbarkeit für die dort Beschäftigten, die Ausbilder, Lehrer und die der vielfältigen Servicedienste beachtet werden. Die nun angekündigten zusätzlichen zwei Seminare für die Bereitschaftspolizei, von denen eines auch nach Nabburg kommen könnte, würden diese Grenze überschreiten. Denn bereits jetzt passen die Rahmenbedingungen nicht. In Nabburg fehlt es an Übungsflächen für die praktische Ausbildung. Die Straßen und Wege stünden nicht zur Verfügung, sondern würden als Parkflächen genutzt.

Bauliche Anpassungen nötig

Es fehlt an Sportstätten, insbesondere einem Schwimmbad, einem Dojo und Krafträumen. Der medizinische Dienst befindet sich noch, eher provisorisch eingerichtet, im zu kleinen Kellerbereich eines alten Gebäudes. Und auch das Wirtschaftsgebäude mit Küche und Speisesaal ist nicht für über 500 Auszubildende ausgelegt. Es gibt derzeit noch nicht einmal einen eigenen Geschäftsbereich für die Verwaltung der Außenstelle. „Wir warten hier dringend auf Abhilfe“, so die GdP-Funktionäre. Nur durch den hohen persönlichen Einsatz und das Engagement all der dort Beschäftigten sei die Durchführung der Ausbildung noch möglich. Die Frage sei aber, wie lange noch. Man müsse damit rechnen, dass die Einstellungszahlen über viele Jahre hoch bleiben. Bauliche Anpassungen würden auch langfristig für einen Standort mit guten Ausbildungsvoraussetzungen und ausreichender Beliebtheit bei künftig Einzustellenden sorgen.

Ob die rasante Erhöhung der Ausbildungszahlen am Standort Nabburg zu bewältigen sei, konnte zur Planungszeit nur vermutet werden. „Jetzt muss man feststellen“, so Butz und Lanzhammer, „dass nicht nur weitere bauliche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, sondern auch, dass mehr Personal erforderlich ist.“ Woher aber soll man die Polizeibeamten nehmen? Zusätzliche Tarifbeschäftigte hingegen müssten nicht erst ausgebildet werden, sie könnten sofort ihre Arbeit in vielen Bereichen, wie Verwaltung und Instandhaltung der Unterkünfte, in der Küche und im IT-Bereich aufnehmen.

Bauliche und personelle Verbesserungen würden den Standort auch für die Zukunft festigen, was gut sei für die Region, stellte MdL Flierl positiv fest. Butz wies zudem auf den bayernweit, seit Jahren ständigen Stellenabbau bei den Tarifbeschäftigten der Polizei hin. In der heutigen Lage, in der es überall an Polizeivollzugsbeamten mangelt, könne man sich das nicht leisten.

Ausbildung muss machbar sein

Dann sprachen Butz und Lanzhammer den Standort Sulzbach-Rosenberg an. Auch dort bliebe die rasante Entwicklung nicht folgenlos. Viele Erkrankungen zeigten, dass die Kolleginnen und Kollegen den Belastungen nicht mehr standhielten. Sollte nun ein weiteres Seminar nach Sulzbach-Rosenberg kommen, dann müsste hier erst einmal die personelle Lage korrigiert werden und die Aufstellung des Seminars, unter Berücksichtigung der bisher gemachten Erfahrungen, mit angemessener, personeller Aufstockung einhergehen.

Als Fazit betonte Butz: „Mehr Stellen für Polizeibeamte sind gut, aber deren Ausbildung muss machbar sein, ohne die Ausbilder, Lehrer und Servicekräfte über die persönlichen Grenzen hinaus zu belasten.“ (tlz)

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