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Region Schwandorf
Freitag, 21. September 2018 25° 3

Natur

Die Biber-Schäden halten sich im Rahmen

Jakob Rester ist ehrenamtlicher Biberbetreuer in Nittenau. Bei Problemen mit dem tierischen Baumeister steht er der Bevölkerung beratend zur Seite.
Von Simone Grebler

  • Am Regentalwanderweg hatte ein Biber großen Hunger auf Pappeln. Fotos: Grebler/dpa
  • Ein Stöckchen ist für einen Biber meist nur die Vorspeise.

Nittenau.Seine Spuren sind noch gut sichtbar, vom Täter selbst fehlt allerdings jede Spur. Der Biber war in Nittenau zugange und hat zwei Bäume am Regentalwanderweg angeknabbert. Da der Stamm der Pappeln nicht besorgniserregend angebissen ist, werden die Bäume erst einmal eine Zeitlang beobachtet und voraussichtlich im März gefällt, wie Bauamtsleiter Josef Fellner und Bauhofleiter Georg Dirmeier bei einer Besichtigung entschieden haben. Das Thema war in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses aufgekommen, als Stadtrat Willi Sturm berichtete, dass er einen angenagten Baum gesehen hat.

Seit vielen Jahren gibt es Biberpopulationen in Nittenau. Langsam aber kontinuierlich seien die Bestände in den vergangenen 40 Jahren angewachsen, sagt Jakob Rester, der als ehrenamtlicher Biberberater tätig ist. Das sogenannte Bibermanagement wird von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Schwandorf gehandhabt. Vor etwa zehn Jahren wurde diese Stelle eingerichtet und an mehreren Standorten Biberberater engagiert. Jakob Rester betreut seitdem die Region Nittenau und Bruck. In dieser Zeit habe er keine überverhältnismäßig starke Steigerung der Schäden durch Biber feststellen können. „Die Beschädigungen sind trotz mehr Bibern in den vergangenen Jahren auf dem konstant gleichen Niveau geblieben“, sagt Rester.

Die Tiere würden ständig Bäume anknabbern, sagt Josef Fellner. Aber die Situation sei nicht allzu schlimm. „An allen Ecken und Enden gibt es Verbiss in Nittenau, aber meistens wird der Baum gefällt, dann ist das Problem beseitigt“, so Fellner. Wenn es größere Schäden gäbe, wäre dies den Förstern auch aufgefallen. In diesem Fall handelt es sich um etwa 80 Jahre alte Pappeln, die den Wanderweg säumen. Diese seien einfach zu fällen, meint auch Georg Dirmeier.

In der Teichwirtschaft mausert sich der Biber zu einem größeren Problem in den Bereichen der Fischweiher. Das bestätigt Alois Neft, Vorsitzender des Fischereivereins. „In den Weiheranlagen macht uns der Biber ganz schön zu schaffen. Er baut Dämme, verbaut damit Zuläufe, leitet Wasser um“, zählt Neft auf. Für die Fische selbst sei der Biber somit zwar kein direktes, aber ein indirektes Problem.

Wenn ein Baum ins Wasser falle, dann müsse dieser mühsam wieder herausgeholt und zerkleinert werden. „Seitdem der Biber wieder in der Überzahl ist, richtet er viel Schaden an“, sagt Neft. Im Fluss Regen sei die Situation hingegen entspannter. „Momentan haben wir aber nur vereinzelt Probleme“, sagt Rester. Bei vielen Privatleuten, die Probleme mit Biberverbiss haben, genügt ein Anruf bei Jakob Rester. „Ein Betroffener ruft mich an und ich schaue mir die Schäden an“, sagt der Biberberater. In erster Linie sei er dazu da, um dann vor Ort eine geeignete Lösung zu finden. Im Großteil der Fälle reichen Sicherungs- oder Vergrämungsmaßnahmen. „Wenn man ein Drahtgitter um die Bäume herum macht, dann ist das Problem schnell gelöst“, sagt Rester. Diese schützen die Bäume wie eine Barriere vor den kräftigen Zähnen der Nagetiere. Nur im äußerten Notfall könne man auch Verbiss-Schutzmittel einsetzen.

Zu einer Handvoll Einsätze rückt Jakob Rester pro Jahr aus. Seiner Meinung nach sind Biber zwar schon ein Problem, doch es komme immer auf die Warte an, von der aus man die Sache betrachte. Biber seien nämlich eine streng geschützte Tierart. Und solange es keinen Anstieg der Flurschäden gebe, halte sich alles im Rahmen.

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