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Die Campingplätze profitieren

Bei einem Wirtschaftsgespräch diskutierten Vertreter von Tourismus, Gastronomie und Gemeinde über die Folgen von Corona.

Auch der Campingplatz in Wackersdorf am Murner See profitiert von den Auswirkungen von Corona auf den Tourismus. Symbolfoto: Jan-Philipp Strobel/dpa
Auch der Campingplatz in Wackersdorf am Murner See profitiert von den Auswirkungen von Corona auf den Tourismus. Symbolfoto: Jan-Philipp Strobel/dpa Foto: Jan-Philipp Strobel/picture alliance / dpa

Wackersdorf.Ende Mai konnte die Gastronomie schrittweise und unter Auflagen wieder öffnen. Seit Samstag, und damit passend zum Start in die bayerischen Pfingstferien, sind touristische Übernachtungen im Freistaat wieder möglich. Sind diese Lockerungen der große Startschuss für das Tourismus- und Freizeitjahr im Oberpfälzer Seenland? Das fragte sich auch die Gemeinde Wackersdorf und veranstaltete dazu Ende Mai ein umfassendes Tourismus- und Gastronomie-Wirtschaftsgespräch, wie die Gemeinde in einer Pressemitteilung meldet.

Demnach lud Bürgermeister Thomas Falter zu der Gesprächsrunde ein. In der Sporthalle trafen sich Landrat Thomas Ebeling, Gastronomen, Freizeit- und Tourismus-Dienstleister sowie Vertreter von Landkreis, Tourismusverbänden, Tourismusverein, Wasserwacht und Gemeindeverwaltung – mit Mundschutz und Mindestabstand. Auf der Agenda stand die Tourismussaison 2020: Wie kann der Start aussehen und wie kann man sich gemeinsam darauf vorbereiten? Welche Vorschriften sind zu beachten? Wie sehen der aktuelle Stand und Fahrplan aller Beteiligten aus? Für die vielen fachlichen Fragen bezüglich geltender und zu erwartender Regularien stand Gerhard Domeier, Sachgebietsleiter des Corona-Krisenteams des Landratsamtes Schwandorf, Rede und Antwort.

Gastronomie schwer getroffen

Bereits vor dem Beginn der Pfingstferien zeichneten sich demnach zwei klare Tendenzen ab: Thomas Lutter, Betreiber des Wackersdorfer Campingplatzes am Murner See, sagte: „Wir sind ab Pfingsten zu 100 Prozent ausgelastet.“ Allgemein scheine Camping in diesem Jahr das große Thema zu sein. Landrat Thomas Ebeling kann das nachvollziehen: „Ich reise in meinem Wohnwagen, mit meinem eigenen Hausstand, kümmere mich um die nötige Hygiene selbst.“ Man sei seitens des Landratsamts dabei, zusätzliche Camping-Kapazitäten in der Region zu schaffen, so Ebeling.

Tourismus

Camping wird zum Corona-Trend

Ende Mai öffnen die Campingplätze in Bodenwöhr und Nittenau. Die Betreiber warten auf Auflagen und müssen Gäste vertrösten.

Anders präsentiere sich die Nachfrage bei Hotels und Gästehäusern: „Die Leute sind sehr vorsichtig. Wir haben keinen Ansturm“, sagte Hans Kraus von Hotelgasthof Glück-Auf. Die Betreiber des zweiten Hotels in der Ortsmitte, Karlheinz und Martina Bösl, pflichteten ihm bei. „Wir haben sehr viele Stornierungen“, sagte Martina Bösl. Anton Zitzler vom Tourismus- und Kulturverein Wackersdorf-Steinberg am See sprach stellvertretend für alle Ferienhäuser und -zimmer: „Wir bekommen schon Anfragen, aber die Buchungen fehlen.“

Panoramabad und Erlebnispark

  • Bedingungen:

    Für das Bad und den Park wird ein Hygienekonzept erarbeitet. Neuigkeiten zur Wiedereröffnung gibt es unter www.oberpfaelzerwald.de.

Für die Gastronomie seien laut Karlheinz Bösl die Zeiten alles andere als rosig. „Das ist nur meine persönliche Einschätzung. Aber wir werden nach diesem Jahr große Verluste haben. Viele Restaurants und Wirtschaften werden das nicht überleben“, befürchtete er. Die Gesprächsrunde zeige zwar, dass sich die Wackersdorfer Gastronomen mit der Situation arrangiert hätten, allerdings fehle die Planungssicherheit oder eine brauchbare Perspektive, sagte auch Hans Kraus: „Das Jahr ist gelaufen. Selbst eine Weihnachtsfeier im Dezember kann ich nicht zusagen. Die Veranstaltungen, Feste und Feiern fehlen uns.“ Reinhold Wellisch vom Restaurant Seaside teilt die Einschätzung: Alleine für die nächsten Wochen habe er sieben Hochzeitsfeiern absagen müssen.

Murner See im Fokus

Mit Blick auf das touristische Herzstück der Gemeinde diskutierte die Runde mögliche Verbesserungen: „Bei den öffentlichen Toilettenanlagen wären Hinweisschilder am Rundweg sinnvoll“, sagte Thomas Lutter. Reinhold Wellisch ergänzte: „Der Druck auf die Toiletten ist bei mir im Restaurant Seaside enorm.“ Er habe Sorge, wie er die Hygienevorschriften einhalten solle. Steffan Müller, der Betreiber des Bootsverleihs am Murner See, brachte eine andere Lösung ins Spiel: „In unserem Bootshaus sehen wir, dass der Großteil nur zum Händewaschen in die Toiletten geht. Eventuell kann man übergangsweise mobile Handwasch-Stationen am See installieren.“ Ein anderer Wunsch lag den Gastronomen im Hauptort und den Ortsteilen am Herzen: Durch Hinweise am Großparkplatz und am Vier-Seen-Weg erhoffen sie sich mehr Besucher und Gäste.

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