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Die Ettmannsdorfer Orgel wird saniert

Das Projekt war lange geplant, nun haben endlich die Arbeiten dafür begonnen. Die Kosten belaufen sich auf 360 000 Euro.
Von Ingrid Hirsch

Der Spieltisch der Orgel wurde mit einem Lastenaufzug abtransportiert.  Foto: Ingrid Hirsch
Der Spieltisch der Orgel wurde mit einem Lastenaufzug abtransportiert. Foto: Ingrid Hirsch Foto: Ingrid Hirsch

Schwandorf.Die Sanierung der Kirchenorgel in St. Konrad in Ettmannsdorf schien zur unendlichen Geschichte zu werden. Jetzt, zehn Jahre nach den ersten Planungen, nimmt sie ein gutes Ende: Am Dienstag begannen die Abbrucharbeiten auf der Empore der Kirche. Die Diözese Regensburg hatte andere Prioritäten gesetzt und wollte zunächst das Pfarrhaus sanieren und den Orgelbau zurückstellen.

Doch der Vorsitzende des Kirchenbauvereins, Stefan Wenisch, blieb hartnäckig und pochte auf den Vorrang der Orgelsanierung. Mit Erfolg: Die bischöfliche Finanzkammer hat den von Beginn an zugesagten Zuschuss von 45 Prozent inzwischen überwiesen und damit die Finanzierung gesichert. 120 000 Euro hat der Kirchenbauverein zweckgebunden angespart, den Rest steuert die Kirchenstiftung St. Konrad bei. Die gesamten Kosten für die Orgelsanierung und die Restaurierung der Empore belaufen sich auf 360 000 Euro.

Kirche

Glocken, die im Takt des Lebens schlagen

Die Glocken von St. Jakob in Schwandorf rufen nicht nur zum Gebet oder verkünden traurige Botschaften. Jede hat eine Aufgabe.

Mit dem Auf- und Abbau der Orgel wurden die Firmen Mühleisen aus Leonberg bei Stuttgart und Bäumler aus Weiden beauftragt. Bei den Abbauarbeiten halfen ehrenamtliche Mitglieder der Pfarrei mit. Allen voran Organist Andreas Merl, der am Dienstag bei der Frühmesse zum letzten Mal am Spieltisch saß. Gleich darauf wurde das 55 Jahre alte Instrument abgebaut und zur Sanierung abtransportiert. „80 Prozent der Pfeifen werden wieder verwendet“, erklärt Andreas Merl. Nach der Sanierung werde die Orgel aus 31 „klingenden Registern“ bestehen. Bereits vor zehn Jahren hatte er auf den Schimmel, die technischen Mängel und das nachlassende Klangvolumen hingewiesen. „Es war ein steiniger Weg“, erinnert sich Andreas Merl an die vielen Anläufe bis zur Sanierung.

Kirchenbauverein

  • Info:

    Seit elf Jahren ist Stefan Wenisch Vorsitzender des Kirchenbauvereins mit rund 100 Mitgliedern. In dieser Zeit gab der Förderverein 13 000 Euro für die Erneuerung des Beichtstuhls und die Wegpflasterung vor der Kirche aus.

  • Ziel:

    Der Verein hat es sich seit seiner Gründung zum Ziel gesetzt, die Pfarrei beim Bau und Erhalt der neuen Kirche St. Konrad zu unterstützen.

Ohne die Initiative des Kirchenbauvereins wäre das Projekt nicht zu verwirklichen gewesen. Seiner Gründung ging ein dramatisches Ereignis voraus. Am 7. Februar 1958 stürzte plötzlich der Turm der baufälligen Kirche St. Vitalis ein. Verletzt wurde niemand. Die Gottesdienstbesucher hatten das Gebäude wenige Minuten vorher verlassen. Die alte Kirche wurde abgerissen und an anderer Stelle neu aufgebaut.

Gleichzeitig schlug die Geburtsstunde des Kirchenbauvereins. Dieser sammelte 120 000 Euro für die Orgelsanierung. Das Geld stammt aus den Erlösen von Konzerten, Basaren, Floh- und Handwerkermärkten sowie Weinfesten im Kloster. Die Zeit dränge, erklärt Wenisch, denn das Finanzamt habe signalisiert, für die Ersparnisse Steuern erheben zu wollen, sollte die Sanierung nicht heuer umgesetzt werden.

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