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Region Schwandorf
Donnerstag, 19. April 2018 24° 1

Partnerschaft

Die Grenzen endlich überwinden

Hans Hien, der neue Vorsitzende des Nittenauer Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaften, hat ehrgeizige Ziele.
Von Renate Ahrens

Bei einem Picknick im Park lernte man sich besser kennen. Foto: Ahrens

Nittenau.Entfernungen zu anderen Ländern, so erklärt Hans Hien, spielten im heutigen Zeitalter der Digitalisierung keine Rolle mehr. „Unsere Kinder wachsen damit auf. Worauf warten wir, um Grenzen zu überwinden?“, fragt der 61-Jährige, der vor kurzem zum Vorsitzenden des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaften der Stadt Nittenau (STPV) gewählt wurde. Er ist der Nachfolger von Julius Schmatz und der Erste, der nicht aus den Reihen der Stadtverwaltung kommt.

Kontakte pflegen und ausbauen

Viele Gedanken habe er sich bereits gemacht, so erklärt der Nittenauer, wie man die „gewachsenen Freundschaften“ mit Prestice, Lake Zurich und auch Biblis weiter pflegen und ausbauen könne. Sein Wunsch und Ziel sei es außerdem, die Kontakte zu China und Afrika zu intensivieren. Ab Januar ist der Firmenkundenberater der Sparkasse im Ruhestand und will dann viel Zeit dafür verwenden. Zum Beispiel wird er Gespräche führen, unter anderem mit Fraktionsvorsitzenden, Firmen, Vereinen und Privatpersonen, um vom kulturellen Wert der Partnerschaften zu überzeugen.

Andere Länder faszinieren Hien schon immer, beruflich hat er oft Erfahrungen mit internationalen Kunden sammeln können. Geprägt habe ihn auch seine Großmutter: „Sie hatte immer gerne Besuch. Schon als Kind habe ich gespürt, der Gast ist vorrangig und wir müssen uns zurücknehmen. Und ich habe dabei gemerkt: Man bekommt viel zurück“, erzählt er. Sein Traum, die Zukunft ohne die von Menschen gesetzten Grenzen planen zu können, sei nicht so einfach, räumt er ein. Dazu brauche es vor allem langfristige Entscheidungen, die „aus dem Bauch oder vielmehr aus dem Herzen heraus“ getroffen werden sollten.

Der Verein

  • Der STPV

    besteht seit 2015 und hat 25 Mitglieder. Der Jahresbeitrag kostet aktuell 20,45 Euro für eine Einzelperson. In den nächsten Jahren stehen einige wichtige Termine an, bei dem der STPV zukunftsweisend wirken könne, so Hans Hien. Bereits im Jahr 2018 jährt sich die Partnerschaft mit Prestice zum 25. Mal – und diese sei geprägt von vielen Freundschaften und Begegnungen zwischen Vereinen und Privatpersonen.

  • 2019

    folgt das 20-jährige Jubiläum mit Lake Zurich. Vor allem das Gymnasium pflegt mit der amerikanischen Stadt sehr aktiv Kontakte.

  • Für Biblis

    nimmt sich Hans Hien für das nächste Jahr einen Besuch beim Gurkenfest vor. Diese Freundschaft pflegt seit vielen Jahren die zweite Vorsitzende Irene Herrmann.

  • Geplant

    ist auch eine Homepage.

„All dies hat mich bewegt, die Aufgabe des Vorsitzenden zu übernehmen.“ Für ihn stellte sich zu Beginn gleich die Frage, wer überhaupt für die Pflege der Partnerschaften verantwortlich sei. Dies, so verweist Hien auf eine Urkunde vom Jahr 1999 an der Wand im Rathaussaal, sei im Fall von Lake Zurich durch eine Übereinkunft zwischen Vertretern beider Städte geregelt. „Zuständig sind die Partnerschaftsvereine beider Städte und die Städte selbst verpflichten sich, dabei zu unterstützen“, so steht es dort festgeschrieben. Allerdings, so betont Hien, gäbe es weder in Lake Zurich noch in Prestice Partnerschaftsvereine. „Alle Seiten wollen jedoch Überzeugungsarbeit leisten.“

Prestice, so weiß Hien aus Gesprächen mit dem Dolmetscher und Mitbegründer der Partnerschaft, Oldrich Vaca, wünscht sich einen eigenen Verein – und man hoffe, dass er gegründet werde. Auch die Verantwortlichen und Freunde in Lake Zurich wollten das. Gemeinsam mit dem STPV könnte dieser Verein die Jubiläumsfeiern 2018 und 2019 vorbereiten, Interessen bündeln und das Finanzielle regeln.

Fördermöglichkeiten nutzen

Hans Hien (5. v. l.) mit der Vorstandschaft des STPV Foto: Ahrens

Zum letzten Punkt hat Hien bereits Ideen: Er will Fördermöglichkeiten nutzen und ausschöpfen – um zum Beispiel damit eine zwei- oder dreisprachige Broschüre erstellen zu lassen. Hien nennt das Projekt „Völkerverständigung und Wahrung des Friedens und der Freiheit auf kommunaler Ebene“. Grundsätzlich baue er weiterhin auf die Unterstützung der bisherigen Vorstandschaft, damit „Wissen nicht verlorengeht“, wie er sagt. Der neue Vorsitzende ist sehr optimistisch, was die Zukunft der freundschaftlichen Beziehungen mit den anderen Ländern angehe. „Partnerschaften stehen unter dem oftmals negativen Eindruck der großen Politik, zum Beispiel aus USA, China oder der Türkei. Dem standzuhalten ist zwar eine Kunst, doch Völker und einzelne Personen hatten noch nie Probleme miteinander“, erklärt er.

Kommunikation sei der Schlüssel dazu. „Miteinander zu reden ist besser als übereinander zu reden.“ Das gelte für ihn übrigens sowohl zu Hause als auch auf internationaler Ebene. So habe der Verein den Versuch gestartet, den tschechischen und den amerikanischen Freunden Zeitungsartikel über besondere Ereignisse aus Nittenau zukommen zu lassen, um sie daran teilnehmen zu lassen. „Auch das ist ein Weg zur Verständigung.“

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