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Bildung

Die „grünen Berufe“ boomen

Die Berufsschule muss heuer rund 60 Schüler mehr als im Vorjahr aufnehmen. Den größten Zuwachs verzeichnen die Forstwirte.
Von Ralf Gohlke

Neunburger Forstschüler waren heuer, auch überregional medienwirksam, bei der Instandsetzung der WAA-Gedenkstätte am „Franziskus-Marterl“ eifrig bei der Sache. Foto: Anton Lehner/Berufsschule
Neunburger Forstschüler waren heuer, auch überregional medienwirksam, bei der Instandsetzung der WAA-Gedenkstätte am „Franziskus-Marterl“ eifrig bei der Sache. Foto: Anton Lehner/Berufsschule

Neunburg.Bereits am Montag hat die Neunburger Außenstelle des Oscar-von-Miller-Berufschulzentrums Schwandorf ihren Betrieb wieder aufgenommen. Die Außenstelle ist zuständig für die Beschulung aller auszubildenden Forstwirte in Bayern sowie oberpfalzweit für den Schulbereich der Mechatroniker für die Land- und Baumaschinentechnik. Neunburg ist zudem Schulstandort für das Berufsgrundschuljahr in der Agrarwirtschaft in den Landkreisen Schwandorf, Cham, Neumarkt und einigen Gemeinden in den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Regensburg.

Florian Reitmeier und Alexander Heindl ergänzen das Lehrerkollegium im neuen Schuljahr.
Florian Reitmeier und Alexander Heindl ergänzen das Lehrerkollegium im neuen Schuljahr.

„In allen drei Berufsgruppen zeichnet sich ein enormer Zuwachs für das Schuljahr 2018/2019 ab“, betont der Außenstellenleiter, Studiendirektor Günter Dirnberger, im Gespräch mit dem Reporter unseres Medienhauses. Erwartet wurden insgesamt 535 Schülerinnen und Schüler, die in 21 Klassen unterrichtet werden. Gegenüber dem Vorjahr bedeute das ein Plus von über 60 Schülern (473).

Für ihn bedeutete dies eine Bestätigung dafür, dass die „grünen Berufe“ in der Verbindung mit moderner Technik nach wie vor sehr gefragt seien. „Wir haben sehr viele Schüler dabei, die bereits mit einem Berufsabschluss als Mechaniker oder Elektroniker zu uns kommen, weil sie lieber ungebunden auf dem elterlichen Betrieb arbeiten möchten als in einer Fabrikhalle“, so Dirnberger. Diese Entwicklung verfolge er bereits seit gut 20 Jahren.

Ausbildungsoffensive wirkt

Den größten Zuwachs verzeichnen die Forstwirte, die mit 275 Auszubildenden (217 im Vorjahr) nahezu die Hälfte der gesamten Schülerschaft stellten und somit zu einer bedeutenden Stütze für die Schule würden. Den Grund dafür sieht Dirnberger in der 2017 gestarteten Ausbildungsoffensive der Bayerischen Staatsforsten, bei der allein 67 Azubis neu eingestellt worden seien, 60 davon mit dem Ziel Forstwirt.

Zusammen mit den 157 Mechatronikern (Vorjahr 167) und 103 Auszubildenden in der Agrarwirtschaft (Vorjahr 89) sei die Schule voll und ganz ausgelastet. „Aus diesem Grund werden, wie auch schon im vergangenen Schuljahr, Funktionsräume zu Klassenzimmern ausgebaut“, erklärte der Schulleiter. 2019 sei allerdings ein größerer Umbau geplant, der sich nicht in Eigenregie realisieren ließen. Dirnberger unterstrich in dem Zusammenhang die sehr gute Unterstützung durch den Landkreis als Schulaufwandsträger.

Sowohl die Forst- als auch die Landwirtschaftsschüler stellen ihre Fähigkeiten unter Beweis.
Sowohl die Forst- als auch die Landwirtschaftsschüler stellen ihre Fähigkeiten unter Beweis.

Auch personell fordere der Schülerzuwachs die Schule nicht unerheblich. Als Verstärkung des Kollegiums haben daher der Gymnasiallehrer Florian Reitmeier aus Furth im Wald und Studienreferendar Alexander Heindl aus Parkstein jetzt ihren Dienst in Neunburg angetreten. Während Reitmeier im Rahmen einer Mutterschaftsvertretung Deutsch und Sozialkunde unterrichten werde, freute sich Heindl auf die Unterstützung des Forstlehrerteams im Fachbereich Agrar- und Forstwirtschaft.

Ein weiblicher Schüleranteil ist in allen Bereichen vorhanden und mit der Technik gut vertraut.
Ein weiblicher Schüleranteil ist in allen Bereichen vorhanden und mit der Technik gut vertraut.

Aber nicht nur die Schule selbst stößt derzeit an die Auslastungsgrenzen, sondern auch das angegliederte, kreiseigene Schülerheim oder „Internat“. Heimleiter Roman Bauer stehen maximal 80 Plätze für die auswärtigen Schülerinnen und Schüler zur Verfügung, für die ein tägliches Pendeln während der Blockbeschulung aus verschiedensten Gründen nicht möglich wäre.

Umweltprojekte wichtig

„Die Überkapazitäten zu händeln ist aber kein neues Problem“, verdeutlich Günter Dirnberger. Zur Lösung gäbe es entsprechende Vereinbarungen sowohl mit privaten als auch gewerblichen Vermietern im Stadtbereich, um nicht zusätzliche Fahrten notwendig zu machen. Die Vermieter profitierten davon, weil so die Auslastung außerhalb der Ferienzeit gesichert sei. Neben der Organisation des „normalen Schulbetriebes“ verwies der Schulleiter auf die Umsetzung der sogenannten Schulentwicklungsziele. Aufgrund der überregionalen Verteilung der Ausbildungsstätten sei es immens wichtig, die Verbindung mit den Ausbildungsbetrieben zu pflegen. Dazu gehörten Besuche von Lehrkräften dort ebenso dazu, wie Info-Briefe, Ausbildertagungen oder die informative Homepage der Schule. Ein wichtiger Teil seien auch die Umweltprojekte, an deren Pflege die Schüler beteiligt seien. Fast 90 Prozent davon würden nachhaltig betrieben. Im April diesen Jahren wurde auch das Areal rund um das Franziskus-Martel zur Erinnerung an den Widerstand gegen die WAA einer gründlichen Renovierung unterzogen. „Das wollen wir auch künftig im Auge behalten“, versprach Riedmeier.

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