MyMz
Anzeige

Kultur

Die Jugend hat Freude an der Musik

Das Konzept trägt Früchte: Das Kreisjugendorchester sorgt in Teublitz vor 300 Zuhörern für ein sehr erfreuliches Erlebnis.
Von Werner Artmann und Norbert Hintermeier

300 Besucher waren von der Leistung der Musiker beeindruckt. Die Intiatoren freuen sich, denn ihr Konzept scheint aufzugehen.

TEUBLITZ. Ein kurzweiliges und abwechslungsreiches Blasmusikkonzert boten die 53 jungen Musiker des hochmotivierten Kreisjugendorchester Schwandorf des Nordbayerischen Musikbund mit Nachwuchsmusikern aus den Blas- und Jugendblaskapellen Fensterbach, Nabburg, Pischdorf, Schwandorf, Schwarzenfeld, Teublitz und Wackersdorf-Steinberg Sonntagabend in der Dreifachsporthalle Teublitz. Für die rund 300 Zuhörer war es ein nicht alltägliches Konzertereignis.

Stefan Neger (42), Dirigent des Kreisjugendorchesters aus Ursensollen: „Gern habe ich die Aufgabe, ein Jugendorchester auszubilden, übernommen. Der Nachwuchs ist voll dabei.“ Co-Dirigentin Conny Gaschler (27) (Nachwuchsorchester Wackersdorf-Steinberg) unterstützt ihn. Foto: Bat
Stefan Neger (42), Dirigent des Kreisjugendorchesters aus Ursensollen: „Gern habe ich die Aufgabe, ein Jugendorchester auszubilden, übernommen. Der Nachwuchs ist voll dabei.“ Co-Dirigentin Conny Gaschler (27) (Nachwuchsorchester Wackersdorf-Steinberg) unterstützt ihn. Foto: Bat

Die Nachwuchsmusiker unter der Leitung von Dirigent Stefan Neger und seiner Co-Dirigentin Conny Gaschler boten ein abwechslungsreiches Programm mit modernen und sinfonischen Kompositionen, aber auch Märsche und Polkas sowie Musical- und Filmmelodien.

Sprungbrett für Bezirksebene

Die Hausherrin und Teublitzer Bürgermeisterin, Maria Steger, wünschte den jungen Musikern einen gelungenen und harmonischen Auftritt in Teublitz, und der sollte ihnen denn auch gelingen. Kreisvorsitzender Joseph Ferstl erinnerte an die Entstehung des Kreisjugendorchesters und freute sich, dass dieses Konzept jetzt die entsprechenden Früchte trage.

Kreisvorsitzender des Nordbayerischen Musikbundes Schwandorf Joseph Ferstl. Foto: bat
Kreisvorsitzender des Nordbayerischen Musikbundes Schwandorf Joseph Ferstl. Foto: bat

Aus den Anfängen von 2012 heraus habe Ferstl ab 2014 das Fortbildungsmodul „Jungbläser-Coaching“ entwickelt. Schließlich wurden ein weiteren Schritt getan und engagierte Nachwuchskräfte aus allen Kapellen auf Kreisebene gewonnen und 2016 ein Kreisjugendorchester gegründet. Das Jugendensemble des Kreisverbands verstehe sich als Teil des musikalischen Aus- und Weiterbildungsprogramms des NBMB im Bezirksverband Oberpfalz und als Sprungbrett in das Bezirksjugendorchester.

Tobias Zettel (12), spielt seit vier Jahren Tuba in der Jugendblaskapelle Schwarzenfeld. „Ich bin bereits zwei Jahre beim Kreisjugendorchester und ich habe das Gefühl, dass für mich diese Ausbildung etwas bringt. Dazu gehören aber auch Spaß und Freude für die Musik in der Gemeinschaft. Foto: bat
Tobias Zettel (12), spielt seit vier Jahren Tuba in der Jugendblaskapelle Schwarzenfeld. „Ich bin bereits zwei Jahre beim Kreisjugendorchester und ich habe das Gefühl, dass für mich diese Ausbildung etwas bringt. Dazu gehören aber auch Spaß und Freude für die Musik in der Gemeinschaft. Foto: bat

„Mit diesem zusätzlichen Fortbildungsangebot soll frühzeitig und zielgerichtet der Nachwuchs unserer Mitgliedskapellen gefördert werden,“ sagte Ferstl. Die jungen Musiker erhalten dadurch eine Chance, echte Orchestererfahrung zu sammeln. Dies sei im Heimatverein oft aufgrund der nicht so starken Nachwuchsgruppen schwierig oder gar nicht möglich.

Das Musikprogramm wurde mit dem Marsch aus Peter Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“ von Stefan Neger eröffnet. Die Ballettmusik gehört zu Recht zu den populärsten Werken des russischen Komponisten. Die jungen Musiker bewiesen hier schon gute rhythmische Erziehung. Im Musikstück „Sun Calypso“ wurde das Thema unisono vorangestellt. Es durchlief das ganze Stück und wurde durch Pausen durchsetzt. Cornelia Gaschner hatte hier das Orchester in fester Hand.

Auch im folgenden Werk „Music From Brave“ war das gesamte Orchester gefordert: Nach einer Schlagwerkeinleitung folgte ein choralartiger Teil. Gut aufgebaute Crescendi und eine Steigerung zum vollen Klangkörper gelangen dabei vorzüglich.

Christin Ehlerding (9), spielt seit 2016 Flöte in der Jugendblaskapelle Fensterbach und ist im Kreisjugendorchester einer der Jüngsten. „Mir macht es viel Spaß mit vielen Jugendlichen zu musizieren. Flöte ist mein Hobby; mein Wunsch ist, später wie meine Mama Oboe zu lernen. Foto: bat
Christin Ehlerding (9), spielt seit 2016 Flöte in der Jugendblaskapelle Fensterbach und ist im Kreisjugendorchester einer der Jüngsten. „Mir macht es viel Spaß mit vielen Jugendlichen zu musizieren. Flöte ist mein Hobby; mein Wunsch ist, später wie meine Mama Oboe zu lernen. Foto: bat

Vor der Pause wurden auch die Blasmusik typischen Formen Walzer und Polka vorgestellt. Beide Werke stammten von dem 1970 geborenen Alexander Pfluger. Die Musik aus Böhmen und Mähren war unverkennbar herauszuhören. Das Legato-Spiel, die gesangliche, liedhafte Themenbildung und der instrumentengerechte Einsatz des tiefen Blechs und der Hörner wurden treffend wiedergegeben.

Gelungene Interpretationen

Rhythmus und „moderner Sound“ waren vor allem im zweiten Teil des Konzerts vorherrschend. Mit Filmmusik von Elmer Bernstein zu „The Magnificent Seven“ (Die glorreichen Sieben) wurde dieser Programmteil eröffnet. Bei ersten Soli lernen die Musiker auch die verschiedenen Formen und Instrumentaleinsätze in der konzertanten Musik kennen.

Das Kreisjugendorchester bot ein abwechslungsreiches Musikprogramm beim Abschlusskonzert in der Dreifachsporthalle in Teublitz. Fotos: Werner Artmann
Das Kreisjugendorchester bot ein abwechslungsreiches Musikprogramm beim Abschlusskonzert in der Dreifachsporthalle in Teublitz. Fotos: Werner Artmann

„Superspy“ von Luigi di Ghisallo wurde von den Instrumentalisten äußerst ansprechend interpretiert, vor allem durch das Zusammenspiel von Holzbläsern (Klarinetten) und den Blechblasinstrumenten. Sehr populär waren die Musikbeispiele „The Best Of Queen“, denn wer kennt nicht den bekannten Klatschrhythmus „We Will Rock You“ oder den wohl bedeutendsten Song der Rockgruppe von 1977 „We Are The Champions“.

Der Schlagzeugeinsatz, die dynamischen Gegensätze und die ansprechende Gesamtinterpretation bei Anna Kendricks „Cups“ ließen nochmals die Zuhörer aufhorchen und mit Applaus entsprechende Zugaben zu erbeten. Diese wurden auch gegeben mit „Shut Up And Dance“ und „Countdown Marsch“ in überzeugenden Darbietungen. Dieses Konzert war nicht nur gut zusammengestellt und gespielt, sondern auch von der Länge genau passend, kurzweilig und vielseitig. Bekanntlich ist es besser, wenn man sagt: „Schade, dass es schon zu Ende ist“ als die umgekehrte Äußerung!

Hier lesen Sie mehr Nachrichten aus Teublitz.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht