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Fortschritt

Die Kugel-Handwerker holen auf

Die Brandschäden an der Holzkugel am Steinberger See sind aufgearbeitet. Anfang Juli werden die riesigen Leimbinder montiert.
Von Reinhold Willfurth

Millimeterarbeit: Techniker setzen die jeweils 750 Kilo schweren Verbindungselement in die Betonfundamente ein.Fotos: Willfurth
Millimeterarbeit: Techniker setzen die jeweils 750 Kilo schweren Verbindungselement in die Betonfundamente ein.Fotos: Willfurth

Schwandorf.Die beiden Techniker haben es nicht leicht: Jedes der 20 stählernen Verbindungselemente zwischen dem äußeren Betonfundament und den künftigen Leimbindern der Holzkugel am Steinberger See wiegt 750 Kilo. Ein großer Baukran hilft ihnen bei der Aufgabe, die Löcher in den Auflageplatten punktgenau auf die jeweils acht Stahlstäbe in den Betonelementen zu versenken, mit denen Holz und Fundament Anfang Juli sicher verschraubt werden: Millimeterarbeit auf der Baustelle der größten begehbaren Holzkugel der Welt. Pünktlich zum Beginn der großen Ferien soll der „Inmotion Park“ am See eröffnet werden.

Kurz vor der Vollendung steht das nach dem Brand im April wiederaufgebaute Funktionsgebäude.
Kurz vor der Vollendung steht das nach dem Brand im April wiederaufgebaute Funktionsgebäude.

Der Baukran, aufgestellt am Dienstag, ist das schon von weitem sichtbare Zeichen dafür, dass es vorwärtsgeht auf der Kugel-Baustelle. Etwas nördlich davon kündet ein weiterer Baukran und das Klopfen der Dachdecker davon, dass eine schmerzliche Wunde in der Terminplanung für den „Inmotion Park“ am Steinberger See am Verheilen ist: Der nördliche Teil des Gastronomie- und Verwaltungsgebäudes war Ende April einem Brand zum Opfer gefallen.

Gastrogebäude bei der Holzkugel am Steinberger See wird brandsaniert

Handwerker arbeiten seitdem, assistiert von einem Brandsanierer, daran, dass das Gebäude wenigstens noch in dieser Saison seiner Bestimmung übergeben werden kann. „Wir wollen es Mitte/Ende September eröffnen“, so die „vorsichtige Prognose“ von Kim Kappenberger von der Inmotion Park GmbH aus Lappersdorf. Die hölzerne Außenhaut des abgebrannten Toilettentrakts und der Spielzone für Kleinkinder ist bereits wieder fertiggestellt, das Dach steht kurz vor der Vollendung.

Ein Video vom Brand an der Holzkugel-Baustelle am Steinberger See sehen Sie hier:

Brand an der Steinberger Holzkugel-Baustelle

Der Schock war groß, als das Gebäude in der Nacht zum 28. April in Flammen aufging. Schon flammten auch Gerüchte auf, wonach dies das Ende des „Leuchtturmprojekts“ Holzkugel bedeuten könnte. Zunächst war von einem Millionenschaden die Rede. Das stellte sich glücklicherweise als zu pessimistisch heraus, und die Festnahme des mutmaßlichen Brandstifters nur wenige Tage später beruhigte die Gemüter.

Bilder vom Brand im Freizeitpark in Steinberg am See sehen Sie hier:

Brand in Freizeitpark am Steinberger See

Das Gastrogebäude, das Ende April in Flammen aufging, ist fast wieder komplett – und das Kassenhäuschen (links) steht auch schon.
Das Gastrogebäude, das Ende April in Flammen aufging, ist fast wieder komplett – und das Kassenhäuschen (links) steht auch schon.

Der 28-Jährige aus dem Landkreis Schwandorf sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Hintergründe der Tat sind aber noch nicht aufgeklärt. Die Untersuchungen seien nicht abgeschlossen, die Ermittlungsgruppe der Amberger Kripo nach wie vor tätig, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Noch am Morgen nach der Tat begannen die Aufräumarbeiten. Gut vier Wochen danach ist dem Gebäude zumindest äußerlich nicht mehr anzumerken, dass es lichterloh in Flammen stand.

Chefwechsel beim Verband

Nördlich des Funktionsgebäudes sind bereits die Fundamente für einen Untermieter des „Inmotion Park“ betoniert. Gleichzeitig mit der Holzkugel will hier der Tourismusverband Oberpfälzer Seenland eröffnen. Sobald die Regierung der Oberpfalz als Prüfungsbehörde für den Verbandshaushalt grünes Licht gegeben habe, beginne man mit der Ausschreibung für die beiden, über Eck stehenden Mobile Homes, so Geschäftsführer Joachim Häring. Die transportablen, acht mal vier Meter großen Wohneinheiten beherbergen die Touristen-Information und die Verbandsgeschäftsstelle.

Weitere Informationen zur Holzkugel am Steinberger See finden Sie hier:

Die Kugel

  • Details:

    Höhe: ca. 40 Meter, Durchmesser: 49 Meter; Gesamtgewicht: ca. 500 Tonnen ohne Fundament;

  • Kosten: 5,5 Millionen Euro. Holzart: steirisches Lärchenholz, Leimbinder mit europäischem Fichtenholz und Lärchenholz. Eröffnung August 2018. Barrierefreier Weg zur Aussichtsplattform in 38 Metern Höhe. Rückweg auf einer Rutsche möglich. An drei Ringen sind 40 Bewegungsstationen angebracht.

  • Erlebnisgastronomie:

    Grundfläche 753,33 Quadratmeter, 110 Sitzplätze, Eröffnung September 2018

  • Ferienpark:

    30 Holzhäuser mit gehobenem Standard (Drei Sterne plus) mit Fitnessraum und Sauna. Kosten: 4,5 Millionen Euro, geplanter Baubeginn: 2019

  • Stellplätze:

    Gemeindeeigener Parkplatz mit 166 Stellplätzen. Die Tageskarte soll fünf Euro kosten.

Die Fundamente für die Geschäftsstelle des Seenlands stehen bereits.
Die Fundamente für die Geschäftsstelle des Seenlands stehen bereits.

Mit dem Wechsel vom jetzigen provisorischen Domizil in der Schwandorfer Kreissparkasse an den Steinberger See geht auch ein personeller Wechsel einher: Nach genau zwei Jahren verlässt Joachim Häring den Verband, um sich neuen Herausforderungen zu stellen: Seine Frau leitet einen Gutshof im niederbayerischen Gäuboden, und die Familie will ihr Geschäftsfeld durch ein Boardinghaus erweitern, eine komfortable Übernachtungsmöglichkeit für Berufstätige auf Reisen. Da ist ein Touristiker wie Häring, der noch dazu Erfahrungen im Immobiliengeschäft hat, voll gefragt. Bis Ende des Jahres wird Häring seiner Nachfolgerin Verena Danner noch freiberuflich zur Seite stehen, dann verabschiedet er sich endgültig in die Selbstständigkeit.

Die neue Seenland-Geschäftsführerin Verena DannerFoto: Oberpfälzer Seenland
Die neue Seenland-Geschäftsführerin Verena DannerFoto: Oberpfälzer Seenland

Seine Nachfolgerin darf als bestens eingearbeitet gelten. Die gelernte Kulturwissenschaftlerin aus Donaustauf arbeitet seit Dezember 2014 im Verband als Projektmanagerin. Nach Jahren im Ausland und in München kehrte sie vor knapp zwei Jahren in ihrer Heimat zurück.

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