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Die Leuchtsegel des Heiligen Georg

Eine französische Spezialfirma lieferte die Weihnachtsbeleuchtung für den Georgsbrunnen.

Prächtig illuminiert: Der Heilige Georg, wie er mit dem Drachenkämpft.

Burglengenfeld. Paris, Moskau, Wien, Berlin – und Burglengenfeld. Zumindest in der Referenzliste des französischen Beleuchtungsspezialisten Blachère Illumination wird Burglengenfeld künftig in einem Atemzug mit den großen europäischen Metropolen genannt. Der Grund dafür ist die neue weihnachtliche Beleuchtung des Georgsbrunnens auf dem Marktplatz. Sie ist ein Unikat, eine Sonderanfertigung, bestehend aus acht goldschimmernden „Segeln“ aus Organza und mehr als 2000 LED-Lämpchen. Noch einen Schritt weiter geht Lisa Steinberger, Projektmanagerin bei Blachère. Sie sagt: „Diese Konstruktion ist einzigartig.“

Eine „leuchtende Überraschung“ hatte Bürgermeister Heinz Karg für den diesjährigen Adventsmarkt angekündigt. Am Wochenende um den 1.Advent war der Brunnen schon für einige Tage erleuchtet. „Und aus den Gesprächen, die ich seitdem geführt habe, nehme ich mit, dass uns diese Überraschung gelungen ist. Wir haben viele Komplimente bekommen für die Idee und deren Umsetzung“, sagt Karg. Die Beleuchtung, die nun erneut am Brunnen angebracht wurde, soll jetzt bis Silvester dranbleiben.

In jedem Fall sorgte die Beleuchtung mit den acht geschwungenen und lämpchenbesetzten Teilelementen für viel Gesprächsstoff. Für die einen ist es eine Blüte, die den Heiligen Georg umschließt. Andere denken an Segel, die sich im Wind wiegen. Wieder andere fühlen sich an eine Christbaumkugel erinnert.

Wie es zu dieser Idee kam, das wollte die MZ vom Bürgermeister wissen. „Den Anfang hat das Projekt in Österreich, genauer: in Salzburg“, berichtet Karg. Dort nahm der Rathaus-Chef im Februar zum wiederholten Male am Internationalen Kongress „Stadtmarketing – Citymanagement“ teil.

Auf dem Kongress treffen sich unter anderem Bürgermeister, Verantwortliche für Stadtmarketing oder Citymanagement, Wirtschaftsförderer, Werbegemeinschaften, Geschäftsführer von Tourismus-, Einzelhandels- und Kommunikationsunternehmen. Es werden nachahmenswerte Projekte aus anderen Städten in Deutschland und Österreich vorgestellt. In den Vorträgen und Workshops geht es im Kern immer darum, wie man Menschen für Innenstädte begeistern kann, wie Städte und Einzelhändler effektiv zusammenarbeiten können. „Für die nachhaltige Belebung der Innenstadt gibt es hier immer wieder wertvolle Anregungen und Denkanstöße“, sagt der Bürgermeister.

Und was hat das mit dem leuchtenden Brunnen zu tun? Für die Fachleute gehört die Weihnachtsbeleuchtung zum Stadtmarketing, sie schafft, ebenso wie die Weihnachtsmärkte, eine besondere Atmosphäre.

Zum Salzburger Kongress gehört daher jedes Jahr auch eine eigene Tagung nur zum Thema Weihnachtsmärkte. Daran hatte Karg zwar nicht teilgenommen, aber er kam ins Gespräch mit einigen Referenten und Ausstellern. Dazu gehörte auch Marko Reifenberger von der französischen Firma Blachère Illumination GmbH. Bürgermeister Heinz Karg erinnert sich: „Das Lichtermeer auf den Champs-Élysées und der blinkende Eiffelturm in Paris, das Kaufhaus am Roten Platz in Moskau oder das weihnachtlich illuminierte Sony Center in Berlin: Angesichts dieser Referenzen habe ich mir zunächst gedacht, dass eine Zusammenarbeit mit der Firma Blachère wohl eine ordentliche Nummer zu groß für uns ist.“

Schließlich stellte Reifenberger aber auch Projekte in kleineren österreichischen Städten wie Vöcklabruck und Wels vor. Also bat der Bürgermeister um Vorschläge, wie eine leuchtende Attraktion für Burglengenfeld aussehen könnte. Denn, so Karg: „Ohne festliche Beleuchtung wäre Weihnachten doch nur halb so schön.“

Die Stadt bekam dann nach ihren Vorgaben eine ganze Reihe von Illustrationen von neuer weihnachtlicher Beleuchtung für das Rathaus über die Pithiviers-Brücke bis hin zum Brunnen. Andere Städte lassen eigene Lichtkonzepte für ihre Innenstädte ausarbeiten. „Für uns war aber klar, dass wir einen gezielten Schwerpunkt oder besser gesagt: Lichtpunkt setzen wollen“, sagt Karg. Und daher habe man sich im Rathaus für die Beleuchtung des Brunnens entschieden, weil der ein markantes Symbol, ein Wahrzeichen der Stadt sei.

Stadtbaumeister Franz Haneder übernahm dann im Detail die Abstimmung mit der Firma Blachère. Energiesparen war für ihn ein wichtiges Thema. So fiel die Wahl auf warmweiße LED-Leuchten mit einer Lebensdauer von rund 50000 Stunden. Die Montage der acht Segel übernahm schließlich der Bauhof unter Anleitung eines Experten von Blachère. Inzwischen hat der Bauhof nochmals nachgebessert: Zwei zusätzliche Strahler beleuchten die Figur des Heiligen Georg.

„Licht zieht an, fällt auf und erweckt großes Interesse. Für mich ist die Beleuchtung des Georgsbrunnens selbst ein kleines Kunstwerk“, bilanziert der Bürgermeister.

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