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Geld

Die nächste Bankenfusion in Schwandorf

Die VR-Bank Burglengenfeld und die Raiffeisenbank im Naabtal aus Nabburg gehen gemeinsame Wege. Hauptsitz wird Schwandorf.
Von Reinhold Willfurth

Die Vorstände Stefan Schiller, Dr. Christian Muck, Bernhard Werner und Sebastian Gehmacher besiegelten die Fusion.Foto: Willfurth
Die Vorstände Stefan Schiller, Dr. Christian Muck, Bernhard Werner und Sebastian Gehmacher besiegelten die Fusion.Foto: Willfurth

Schwandorf.Nach der Fusion der Raiffeisenbank Schwandorf-Nittenau mit der Volksbank Regensburg in diesem Jahr steht Anfang nächsten Jahres die nächste Bankenhochzeit im Landkreis an: Die VR-Bank Burglengenfeld und die Raiffeisenbank im Naabtal mit Sitz in Nabburg gehen ab Januar 2019 gemeinsame Wege. Die Fusion verkündeten die vier Vorstände Bernhard Werner, Stefan Schiller, Sebastian Gehmacher und Dr. Christian Muck am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Nabburg.

Die fusionierte Bank erhält einen neuen Namen („VR-Bank Mittlere Oberpfalz“) – und einen neuen Hauptsitz: In Schwandorf wird künftig der Vorstand unter einem Dach mit einer neuen Filiale residieren. Den alten Standort in der Schwaigerstraße werde man zugunsten eines Neubaus verlassen. Man sondiere noch den Grundstücksmarkt in der Kreisstadt, sagte Sebastian Gehmacher und verriet nur so viel: „Das Gebäude wird für Kunden und Mitarbeiter gut erreichbar sein“. Die Konzentration des Hauptsitzes in Schwandorf werde aber nicht zulasten der Hauptniederlassungen in Burglengenfeld und Nabburg gehen, versicherten Werner und Gehmacher.

Im ländlichen Raum verwurzelt

Bernhard Werner, Vorstandssprecher der Raiffeisenbank im Naabtal, betonte die Gemeinsamkeiten der Banken. Beide seien im ländlichen Raum verwurzelt, die Nabburger Bank unterhalte an drei Standorten im nördlichen Landkreis sogar noch eine Warenversorgung mit Millionenumsatz. „Das bleibt auch so“, versicherte Werner.

Der Hauptsitz der VR-Bank Burglengenfeld Foto: Rieke
Der Hauptsitz der VR-Bank Burglengenfeld Foto: Rieke

Mit der VR-Bank aus dem brummenden Häusermarkt Städtedreieck hole man sich Kompetenz in der Immobilienfinanzierung und -vermittlung ins Haus. Als Motto für das neue Haus gab Werner den Slogan „Kurze Wege, schnelle Entscheidungen, Präsenz vor Ort“ aus. Damit unterscheide sich die VR-Bank Mittlere Oberpfalz von den Mitbewerbern. Gerade bei mittelständischen Betrieben und Privatkunden seien rasche Kreditzusagen entscheidend. Und wenn die Hausfinanzierung einmal ins Stocken gerate, dann könne man miteinander reden, wie man das Problem aus der Welt schaffen könne. „Einer Direktbank ist egal, woher das Geld kommt, und wenn es nicht fließt, dann gibt es Probleme“, sagte Sebastian Gehmacher.

Im Interview erläutern die Vorstände Bernhard Werner und Sebastian Gehmacher die Gründe für die Fusion:

Interview

Der Landkreis Schwandorf steht im Fokus

Im Gespräch mit der MZ erläutern die Vorstände Bernhard Werner und Sebastian Gehmacher die Gründe für die Bankenfusion.

Beide Geldhäuser brachten es im Geschäftsjahr 2017 zusammen auf eine Bilanzsumme von knapp einer Milliarde Euro, in diesem Jahr überschreite man diese Grenze deutlich, so Werner. Die VR-Bank Burglengenfeld steuerte 292 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2017) bei, nach 294 Millionen im Vorjahr, die Raiffeisenbank im Naabtal 705 Millionen (700 Millionen) Euro.

Die Raiffeisenbank im Naabtal mit Sitz in Nabburg Foto: bp/Archiv
Die Raiffeisenbank im Naabtal mit Sitz in Nabburg Foto: bp/Archiv

Über 224 Millionen Euro Kundeneinlagen verfügte im Geschäftsjahr 2017 die VR-Bank, die künftigen Partner aus Nabburg verbuchten 567 Millionen Euro. Der Gradmesser für das Kundenvertrauen ist für Werner aber das gesamte Geschäftsvolumen inklusive von Vertriebspartnern wie Versicherungen und Fondsgesellschaften. Hier bringen es beide Banken in diesem Jahr zusammen auf über 2,2 Milliarden Euro, 200 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Gut ein Drittel davon stammt von der VR-Bank in Burglengenfeld. Damit liegt man im vorderen Feld der Oberpfälzer genossenschaftlichen Banken.

Bei den beiden Banken arbeiten 244 Mitarbeiter und 18 Azubis

Insgesamt bedienen beide Banken mit ihren 244 Mitarbeitern rund 56 000 Kunden in der Region. Großen Wert lege man auf die Ausbildung eigenen Nachwuchses, sagte Bernhard Werner. 18 Azubis lernen das Handwerk des Geldverkehrs derzeit in beiden Häusern. Zwar versprechen sich die Vorstände Synergien durch die Fusion, etwa für Aufgaben in der Digitalisierung und im Dienst der Bankenregulierung, doch von einem Abbau von Stellen wollten die Vorstände nicht sprechen. Im Gegenteil, der Fachkräftemangel mache sich auch in ihrer Branche bemerkbar. Der sorgsame Umgang mit den Mitarbeitern zähle zu den wichtigsten Aufgaben.

„Die Filiale bleibt unser zentraler Ankerpunkt.“

Bernhard Werner, Vorstand VR-Bank Mittlere Oberpfalz

Die Fusion kommt in einer Zeit, in der kleinere Banken unter ähnlichen Problemen leiden wie die großen Institute. Die Bürokratie und der anhaltende Niedrigzins zwingen zur Kooperation. Im Fall der beiden Schwandorfer Banken sei die Fusion aber nicht aus der Not geboren, betonte Sebastian Gehmacher. „Uns geht‘s jetzt gut, deshalb war der Augenblick gut gewählt“, sagte der Bankvorstand aus Burglengenfeld. Die Verhandlungen wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit seit Anfang des Jahres geführt. Im August wurden die jeweiligen Vertreter informiert.

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