MyMz
Anzeige

Brauchtum

Die Narren beerdigten den Fasching

In Nittenau trug die Allotria die fünfte Jahreszeit symbolisch zu Grabe. Seit 1960 ist der Trauerzug schon Tradition.
Von Philipp Seitz

Allotria-Präsident Josef Süß nahm die letzte Amtshandlung der Faschingssession vor: Er hielt die Trauerrede. Foto: Seitz
Allotria-Präsident Josef Süß nahm die letzte Amtshandlung der Faschingssession vor: Er hielt die Trauerrede. Foto: Seitz

Nittenau.Für die Faschingsfreunde der Allotria ist mit dem Kehraus der Fasching noch nicht ganz abgeschlossen. Seit 1960 ist es in Nittenau Tradition, dass der Fasching von den Narren zu Grabe getragen wird. Bei einer Laternenprozession durch die Stadt klagen die Narren ihr Leid, dass die Session schon wieder so früh zu Ende gegangen ist und beweinen die fünfte Jahreszeit. Auf einer Trage wird eine Faschingspuppe aufgebahrt.

Früher bastelten die Faschingsfreunde die Figur noch aus Strohballen, erzählt Präsident Josef Süß. Heuer war sie mit Zeitungspapieren und Pappdeckeln befüllt. Josef Süß stimmte auf der Regenbrücke die Trauerrede an: „Aschermittwoch, Fasenacht, kommst du denn schon wieder. Vorheriges Jahr bist du übrig geblieben, heuer kommst schon wieder.“ Nachdem die Faschingsfigur mit den letzten Norgerln Bier und Senf bespritzt wurde, schlägt schon ihre letzte Stunde.

Die brennende Faschingspuppe wurde in die Fluten des Regens geworfen. Foto: Seitz
Die brennende Faschingspuppe wurde in die Fluten des Regens geworfen. Foto: Seitz

Die Narren begießen sie mit Spiritus, zünden sie an und werfen den brennenden Fasching in die Fluten des Regens. Nach zweihundert Metern ist die Figur dann komplett verbrannt und in die letzten Reste des Faschings verschwunden. Für die Allotria beginnt dann aber schon wieder die Vorbereitung für die nächste Session. Präsident Süß liegen sogar schon Bewerbungen von potenziellen Prinzenpaaren vor. „Das ist wirklich selten, liegt aber auch daran, dass wir eine tolle Truppe sind“, sagt Süß.

Der 66-jährige Faschingspräsident will demnächst einen Generationenwechsel einläuten. Seit 37 Jahren ist er im Amt. „Jetzt müssen dann die Jungen ran“, sagt er. Bei der Hauptversammlung im April werden erste Weichen gestellt. (ph)

Ein Video von der Beerdigung des Faschings sehen Sie hier:

Die Nittenauer Allotria beerdigte den Fasching.

Helau, Alaaf und Radi Radi! Hier finden Sie sämtliche Artikel, Bildergalerien und Videos zum Schwandorfer Faschingstreiben in der Saison 2017/18.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht