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Sicherheit

Die Polizei hat die Lage im Griff

Weniger Delikte, mehr gelöste Fälle – die Bilanz 2017 fürs Städtedreieck lässt sich sehen. Es gibt aber auch Wermutstropfen.
Von Josef schaller

PI-Chef Viehauser zieht eine positive Bilanz für 2017. Die Zunahme der Gewaltdelikte stimmt ihn allerdings nachdenklich. Fotos (2): Schaller

Burglengenfeld.Die durch den Leiter der Polizeiinspektion Burglengenfeld, Egid Viehhauser, für das Jahr 2016 als „gut“ eingestufte Sicherheitslage im Städtedreieck hat sich 2017 weiter positiv entwickelt. Das ist die Kernbotschaft des „Sicherheitsgesprächs“, das am Dienstag stattfand.

Die Gesamtzahl der Straftaten ist, wie der Erste Polizeihauptkommissar bekannt gab, um 11 Prozent zurückgegangen und damit wieder unter die Marke von Tausend gefallen. 987 Straftaten mussten die 34 Polizeibeamten der PI Burglengenfeld nachgehen, die niedrigste Zahl seit zehn Jahren. 703 Fälle (70,1 %) konnten aufgeklärt werden. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 9,6 Prozent. Zum Vergleich: Im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz lag die Aufklärungsquote bei 67,4 Prozent.

Heißes Eisen: Beziehungstaten

Betrachtet man nur die Statistik zur Gewaltkriminalität, fallen die Zahlen allerdings nicht so rosig aus. Zwar sind auch in diesem Deliktsbereich die Fälle in Burglengenfeld und Teublitz zurückgegangen; doch in Maxhütte-Haidhof war eine deutliche Zunahme zu verzeichnen, die schließlich zu einem prozentualen Anstieg im gesamten Städtedreieck um 30,8 Prozent führte. In Fallzahlen ausgedrückt: ein Plus von acht Delikten. Oft habe es sich dabei um Beziehungstaten oder Delikte mit einer jeweiligen Vorgeschichte gehandelt, so Viehauser.

Bei 25 der 34 Fälle handelte es sich um Körperverletzungen. Die gefährlichen Körperverletzungen nahmen um 13,6 Prozent zu, Raubdelikte um 25 Prozent, was aber lediglich einen Anstieg von vier auf fünf Fälle bedeutet. Speziell in Burglengenfeld hätten in den Problembezirken die privaten Sicherheitsdienste zu einer spürbaren Verbesserung beigetragen, betonte der PI-Leiter.

Dasselbe Bild zeichnete sich auch im Bereich der Straßenkriminalität ab. In Burglengenfeld und Teublitz war eine Abnahme von 22,6 bzw. 34,1 Prozent festzustellen, in Maxhütte-Haidhof kam es zu einem Anstieg um 14 auf insgesamt 64 Fälle (plus 28 Prozent). Die Anzahl bei den Diebstählen an/aus Kraftfahrzeugen hat sich mehr als halbiert (minus 52,8 % auf 25 Fälle). Die Fahrraddiebstähle haben ebenfalls abgenommen.

Die Zahl der festgestellten Verstöße nach dem Betäubungsmittelgesetz stieg von 76 auf 93 Fälle an. Hier beeinflusst Burglengenfeld mit einer sehr negativen Entwicklung (plus 78,9 %, entspricht 38 Fallzahlen) die Gesamtstatistik im Städtedreieck. In Maxhütte-Haidhof und Teublitz hat nämlich die Rauschgiftkriminalität abgenommen. Im Vergleich mit dem Jahr 2014 bedeuten die aktuellen Zahlen für Burglengenfeld sogar eine Steigerung um 100 Prozent.

Drogen: Täter immer jünger

„Das Bedauerliche“, so Viehauser: „Die Täter werden immer jünger.“ Das Einstiegsalter beim Konsum von Betäubungsmittel (Btm) beginne inzwischen bereits bei elf Jahren. Dagegen gehöre das Verkaufen von Btm in der Öffentlichkeit eher der Vergangenheit an. Dies finde mittlerweile überwiegend in Wohnräumen statt.

Insgesamt ist die Zahl der Straftaten allerdings in allen drei Städten gesunken: in Burglengenfeld um 79, in Maxhütte-Haidhof um 9 und in Teublitz um 22 Fälle. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl wurden 40 von 1000 Burglengenfeldern Opfer einer Straftat; in Maxhütte waren es von 1000 Bewohnern 28 und in Teublitz 21. Damit liegen alle drei Kommunen bei der „Häufigkeitszahl“ unter dem Oberpfalz-Durchschnitt von 48.

In seinem Resümee bezeichnete der PI-Leiter Viehauser den Rückgang der Straftaten um 11 Prozent mit einer gleichzeitigen Steigerung der Aufklärungsquote um fast 10 Prozent als Beweis für eine gute Sicherheitslage im Städtedreieck. Die Zunahme der Gewaltdelikte um knapp 31 Prozent stimmt ihn allerdings nachdenklich.

Inspektionsleiter Viehauser lobte die Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern im Städtedreieck. Unser Bild zeigt den PI-Chef (Zweiter von links) mit seinem Kollegen Polizeihauptkommissar Karlheinz Kuhn sowie den Rathauschefs Dr. Susanne Plank, Maria Steger und Thomas Gesche. Foto: Schaller

Sein Dank galt den Bürgermeistern für die „stets gute Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis“. Die Zusammenarbeit mit den Ordnungsämtern und Verkehrsbehörden bezeichnete er als „hervorragend“. Das gute Verhältnis und die enge Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsbehörden, Städten und Polizei sei ein Garant für die Sicherheit der Bürger.

Viehausers Dank galt ferner den Hilfsorganisationen, allen voran den Rettungskräften und Feuerwehren, die „gute Arbeit verrichten und uns sehr viel abnehmen“, aber auch den Angehörigen der Sicherheitswacht. Bürgermeister Gesche bescheinigte den Beamten der PI ein „tolles Ergebnis“.

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Blick in die Unfallstatistik 2017

  • Gesamtsituation:

    Sämtliche Unfallzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Insgesamt 827 Verkehrsunfälle (minus 1,07 %) mussten die Beamten der Inspektion Burglengenfeld bearbeiten. In drei Fällen verlief ein Verkehrsunfall tödlich. „Unfallschwerpunkte haben sich nicht herauskristallisiert“, wie Polizeihauptkommissar Karlheinz Kuhn betont. Bei den meisten Unfällen sei menschliches Versagen der Anlass gewesen. An der berüchtigten Ponholzer Kreuzung habe sich im vergangenen Jahr lediglich ein Unfall zugetragen.

  • Details:

    Das Straßennetz im Bereich der PI Burglengenfeld ist 450 Kilometer lang.

  • Unfälle mit Personenschaden: 102 (Rückgang um 10,5 %); Schwer verletzte Unfallteilnehmer: 21;

  • Unfälle mit Sachschaden: 155 (Rückgang um 21,7 %)

  • Kleinunfälle: 570 (Anstieg um 8,8 %); Wildunfälle: 282; Schulwegunfälle: 1; Alkoholunfälle: 5;

  • Unfallfluchten: 79

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  • HS
    Heinrich Stockinger
    12.04.2018 04:19

    Die Berggasse in BUL sollte sich die Polizei mal näher ansehen, hier werden täglich "Straftaten" zu Genüge begangen und keinen scherte es bisher außer uns Anliegern. Kinder auf Rädern düsen stehend auf ihren Pedalen in die Einbahnstrasse zur Berggasse Richtung Gerstmeier. Die haben einfach verdammtes Glück, doch irgendwann schepperts und diese Kinder rasen in ein Auto

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