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Region Schwandorf
Samstag, 23. Juni 2018 16° 3

Bezirksversammlung

Die Sicherheit im Verkehr fördern

Polizei und Verkehrswacht ziehen beim Thema Sicherheit im Verkehr an einem Strang. Gerade Senioren am Steuer müssten sich selbstkritisch hinterfragen.

  • Apotheker Thomas Wittleben Fotos: sxu
  • Stephan Gürster von der Autobahnpolizei

SCHWANDORF. Die Schmidtbräu-Gaststätte war am Samstag Tagungsort der Bezirksversammlung der Verkehrswachten, von 26 Ortsgruppen waren 13 in Schwandorf vertreten. Der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Schwandorf, Dr. Wolfgang Laaths aus Schwarzenfeld, begrüßte neben den Fachreferenten auch Polizei- und Behördenvertreter. Der Redner stellte dabei auch den neuen Bezirksgeschäftsführer Manfred Raubold vor.

EPHK Armin Kott, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Schwandorf, sprach in seinem Grußwort von vielen gemeinsamen Zielen von Polizei und Verkehrswacht. Man wolle gemeinsam die Verkehrssicherheit fördern und Verkehrsunfälle verhindern helfen. „Zum Schutz und zum Wohl aller Verkehrsteilnehmer, insbesondere der ,Risikogruppen‘ wie Kindern oder älteren Menschen werden wir auch weiterhin in bewährter Weise zusammenarbeiten“, sagte Kott.

Den Wortbeiträgen verschiedener Kreisvorsitzender konnte man entnehmen, dass auch in der Verkehrswacht ein Umbruch stattfinden müsse, insbesondere müsse ein Schwerpunkt auf die Jugendarbeit mit modernen Medien gelegt werden. Zur Finanzierung dieser Aktionen wurden die Mitglieder der Verkehrswacht dazu aufgerufen, Sponsoren bei den Unternehmen vor Ort zu suchen und sich auch wegen Bußgeldzuwendungen an die Gerichte zu wenden. Um die Ziele der Verkehrswacht besser in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken, riet Dr. Laaths den Versammlungsteilnehmern, bei großen Veranstaltungen mit eigenen Info-Ständen präsent zu sein.

Senioren sollen sich hinterfragen

Zum Thema „ältere Verkehrsteilnehmer“ äußerte der Redner, dass sich die Senioren trotz vieler moderner Sicherheitseinrichtungen in Fahrzeugen auch selbstkritisch fragen sollten, ob sie noch in der Lage seien, am Verkehrsgeschehen teilzunehmen. Er verwies auf so genannte „Störparameter“ wie veränderte Verkehrsführungen in Baustellenbereichen, Tiere oder Kinder, die von älteren Verkehrsteilnehmern oft nicht mehr wahrgenommen würden. Es sei Aufgabe der Verkehrswacht, diese Probleme anzusprechen und das Bewusstsein der Senioren zu schärfen, sich selbstkritisch zu betrachten. Nur so könne man die Überzeugung schaffen, selbst im Bezug auf die Teilnahme am Straßenverkehr etwas zu tun.

Im zweiten Vortrag beschäftigte sich PHK Stephan Gürster, Leiter der Autobahnpolizei Schwandorf mit dem Themenbereich „ältere Verkehrsteilnehmer – besonders gefährdet oder gefährlich?“. Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz seien im vergangenen Jahr knapp 2000 Verkehrsunfälle von insgesamt 31 833 von Senioren über 65 Jahren verursacht worden, was einem Anteil von 6,2 Prozent aller Unfälle entspreche.

Bei allen Unfällen in der Oberpfalz seien 1195 Menschen verletzt worden, davon 530 Senioren (als Unfallversucher und auch als Geschädigte). Hauptursachen der Verkehrsunfälle seien Vorfahrtsmissachtungen, Abbiegen oder Wenden sowie die Nichteinhaltung des Rechtsfahrgebotes. PHK Gürster streifte auch das Unfallgeschehen mit Fahrrädern, hier lag die Zahl der Delikte im letzten Jahr bei 894, bei denen 805 Menschen verletzt und sieben getötet worden seien.

Gefährliche Medikamente

Apotheker Thomas Wittleben aus Schwarzenfeld referierte zum Thema „Medikamenteneinnahme und Verkehrsteilnahme“. Nach Schätzungen werde jeder vierte Unfall durch Medikamente mit verursacht, es gebe allerdings wenig aussagekräftiges Zahlenmaterial. Einer französischen Studie an 70 000 Probanden zufolge würden drei Prozent aller Unfälle unter Medikamenteneinfluss geschehen, führte Wittleben aus. Man dürfe allerdings nicht vergessen, dass in vielen Fällen die Teilnahme am Straßenverkehr erst durch Medikamente ermöglicht werde, sagte der Redner und verwies auf Diabetes, Bluthochdruck oder Epilepsie. Erhöhte Risiken würden schlechtes Sehen, schlechtes Hören, Übelkeit oder neurologische Einschränkungen bilden. Als gefährliche Wirkstoffe für die Teilnahme am Straßenverkehr nannte der Referent Beruhigungs- oder Schlafmittel, Narkosemittel, Psychopharmaka, Schmerzmittel und Mittel gegen Allergien. (sxu)

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