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Schule

Die Sommeruni am CFG macht neugierig

Die letzte Schulwoche am Schwandorfer Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium war geprägt von ungewöhnlichen Veranstaltungen.
Von Angelika Weigert, CFG-Gymnasium

Mit Spreizer und Schere können Autos zerlegt und es kann Metall durchschnitten oder zusammengepresst werden. Foto: Angelika Weigert
Mit Spreizer und Schere können Autos zerlegt und es kann Metall durchschnitten oder zusammengepresst werden. Foto: Angelika Weigert

Schwandorf.Lehrer und externe Referenten simulierten am Schwandorfer Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium einen Vorlesungsbetrieb – mit teils ungewöhnlichen Veranstaltungen.

Shakespeare ist alles andere als langweilig

Shakespeare als langweiliger, nicht zeitgemäßer Autor? Diese Vorstellung wollte StDin Rosemarie Macht widerlegen und brachte Schülerinnen und Schülern der 5. und 6. Jahrgangsstufe den berühmten englischen Autor näher. Gemeinsam wurde erarbeitet, dass er nicht nur Autor war, sondern bei Aufführungen seiner berühmten Dramen im Londoner Globe Theatre häufig selbst mitspielte. Zudem ist er Schöpfer berühmter Wendunden wie „fair play“, die in den Wortschatz eingegangen sind.

Drei junge Hexen aus Shakespeares „Macbeth“ Foto: Angelika Weigert
Drei junge Hexen aus Shakespeares „Macbeth“ Foto: Angelika Weigert

Anhand einer Szene aus dem Film „Shakespeare in Love“ fanden die Gymnasiasten heraus, was Theater im 17. Jahrhundert ausmachte und dass es Frauen verboten war, auf der Bühne zu stehen, sodass Männer in Frauenkleidern die weiblichen Rollen übernehmen mussten. In der zweiten Hälfte des Kurses studierten die jungen Akteure die 1. Szene aus Macbeth, in der drei Hexen die Rückkehr des Titelhelden aus der Schlacht erwarten, voller Begeisterung ein. Im Anschluss waren alle überzeugt, dass Shakespeare alles andere als langweilig und altmodisch ist.

Punktlandungen beim Flugwettbewerb

Der Traum vom Fliegen – so alt wie die Menschheit selbst. Dem Thema „Fliegen aus physikalischer Sicht“ nahm sich OStR Florian Meier an und erzählte Schülerinnen und Schülern der 6. Jahrgangsstufe von den Gebrüdern Montgolfiere, die als erste Menschen in einem Heißluftballon in die Luft gingen, und vom bahnbrechenden ersten Flug in einem Motorflugzeug durch die Gebrüder Wright. Zudem erläuterte Meier mithilfe von Bildern, Zeichnungen und kurzen Filmen die auf ein Flugzeug wirkenden Kräfte, die für die Steuerung notwendigen Ruder und sämtliche aerodynamischen Zusammenhänge.

Ein Papierflieger kurz vor dem Abflug Foto: Angelika Weigert
Ein Papierflieger kurz vor dem Abflug Foto: Angelika Weigert

Nach dem theoretischen Teil ging es ans Basteln von Papierfliegern. Dazu bekamen die Gymnasiasten Bastelanleitungen für fünf verschiedene Modelle. Im Anschluss fand in der Aula ein spannender Flugwettbewerb statt, bei dem jeweils der Sieger im weitesten Gleitflug, bei der genauesten Punktlandung und beim rasantesten Kunstflug ermittelt wurde.

On the run: Migration, Flucht, Vorurteile

„Was wir nicht kennen, mögen wir nicht.“ – „Wir machen uns oft ein einfaches Bild von anderen“ – Erkenntnisse der Gymnasiasten zum Thema Vorurteile. Zu einem höchst aktuellen Thema referierten Suse Haase und Uschi Maxim vom Jugendmigrationsdienst und Markus Elgass vom Jugendtreff. Mithilfe von vier Filmen berichteten sie vom Schicksal junger Flüchtlinge, die ihre Herkunftsländer wegen Krieg, Angst vor Beschneidung oder religiöser Verfolgung verließen und sich auf den langen und gefährlichen Weg nach Deutschland machten.

Uschi Maxim, Suse Haase und Markus Elgass berichten vom Schicksal junger Flüchtlinge. Foto: Angelika Weigert
Uschi Maxim, Suse Haase und Markus Elgass berichten vom Schicksal junger Flüchtlinge. Foto: Angelika Weigert

Hier werden sie in Wohnheimen oder Ankerzentren untergebracht und warten auf eine Aufenthaltsgenehmigung. Doch wegen mangelnder Sprachkenntnisse und Nichtanerkennung von Schulabschlüssen gelingt die Integration häufig nicht. Dennoch haben sie Hoffnung auf eine bessere Zukunft. „Wir hoffen, dass ihr der Welt, dem Leben und anderen Kulturen gegenüber offen bleibt“, appellierte Suse Haase an die Zuhörer.

Ärzte-Tipps für mögliche Lebensretter

Eine Herzdruckmassage kann lebenswichtig sein. Foto: Angelika Weigert
Eine Herzdruckmassage kann lebenswichtig sein. Foto: Angelika Weigert

„Leben retten ist wahnsinnig einfach“, erklärte der Internist Dr. Armin Beierlein, der seit zwölf Jahren als Notarzt tätig ist. In seiner kurzweiligen Präsentation wurden anfangs wichtige Fragen geklärt wie: Warum brauchen wir Menschen einen Kreislauf? Warum kommt es zu einem Herz-Kreislaufstillstand? Warum ist dieser gefährlich? Was kann ich tun, um einen Menschen zu reanimieren? Die Schlagworte lauten: Prüfen (Kontrolle des Bewusstseins und der Atmung) – Rufen (Notrufnummer 112) – Drücken (festes und schnelles Drücken auf die Mitte des Brustkorbs).

Das Schulfest zum Abschluss der Sommeruni wurde durch kulturelle Darbietungen von Gastschülern von der Partnerschule aus Xiamen/China bereichert. Foto: Angelika Weigert
Das Schulfest zum Abschluss der Sommeruni wurde durch kulturelle Darbietungen von Gastschülern von der Partnerschule aus Xiamen/China bereichert. Foto: Angelika Weigert

Im Anschluss durfte jeder Zuhörer die Herzdruckmassage an einer Puppe ausführen. Auch der Umgang mit einem Defibrillator wurde einstudiert. Im Notfall kann jede Sekunde über Leben und Tod eines Verletzten entscheiden. „Ihr könnte nichts falsch machen“, versicherte Dr. Beierlein, „alles ist besser, als nichts zu tun.“

Lkw-Ziehen mit den Helfern vom THW

Mit Spreizer und Schere können Autos zerlegt und es kann Metall durchschnitten oder zusammengepresst werden. Foto: Angelika Weigert
Mit Spreizer und Schere können Autos zerlegt und es kann Metall durchschnitten oder zusammengepresst werden. Foto: Angelika Weigert

Auf dem Parkplatz vor dem CFG stehen mehrere Einsatzfahrzeuge, ein Sturmboot und ein Einsatzgerüstsystem des THW. Ein Schüler zieht einen 18 Tonnen schweren LKW mit einer Kurbel zu sich, ein anderer arbeitet mit Spreizer und Schere und einige Schülerinnen seilen mit einer Art Flaschenzug eine Person ab. Das THW ist eine Katastrophenschutzorganisation, die technische Hilfe im Zivilschutz, in der Gefahrenabwehr und in der humanitären Hilfe der Bundesregierung im Ausland bietet. Sie hat 80 000 freiwillige Helfer, davon sind 15 000 Jugendliche.

Im Cockpit wuchs die Lust aufs Fliegen

Bereit zum Abflug Foto: Angelika Weigert
Bereit zum Abflug Foto: Angelika Weigert

Am letzten Tag der Sommeruni waren drei Vertreter des Flugsport-Clubs Schwandorf zu Gast. Nach einem theoretischen Teil zur Geschichte des Segelfliegens, den Aufbau und die Funktionsweise eines Segelflugzeugs erzählte Elisabeth Pilney, wie man Pilot wird: Man muss mindestens 13 Jahre alt sein und eine theoretische und eine praktische Ausbildung absolvieren, bevor man sich allein in die Lüfte erheben kann. Danach ging es auf den Sportplatz, wo ein Flugzeug auf die Schüler wartete. Sie durften auch im Cockpit Platz nehmen.

Die Sommeruni am Schwandorfer CFG

  • Das Projekt:

    Die Sommeruni fand von 2006 bis 2014 alle zwei Jahre statt, nach fünf Jahren Pause gab es 2019 eine Neuauflage.

  • Die Idee:

    Die letzte Schulwoche soll möglichst interessant gestaltet werden. Den Schülerinnen und Schülern wird ein abwechslungsreiches Programm geboten. Die Kurse fanden klassenübergreifend statt.

  • Die Umsetzung:

    Von Montag bis Mittwoch konnten die Gymnasiasten täglich aus mehr als 50 verschiedenen Kursangeboten auswählen.

  • Die Bandbreite:

    Die Kursangebote waren sehr vielfältig und reichten von „Boarisch Koartn“ über „Mit dem Navi durch das römische Reich“ , „50 Jahre Woodstock“, „Italienisch für den Urlaub“ bis hin zu „Parcours und free running“.

  • Die Referenten:

    Nicht nur Lehrkräfte vom CFG, sondern auch externe Referenten wie Vertreter von THW, Polizei, Segelflugverein, Kampfkunstschule Schwandorf oder der OTH Amberg sowie Schülerinnen und Schüler selbst bieten zwei-, vier- oder sechsstündige Kurse an.

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