MyMz
Anzeige

Wahlkampf

Die SPD verschärft den Ton

Bezirksvorsitzender Franz Schindler greift den politischen Gegner an. Landratskandidat Peter Wein stellt sein Programm vor.
Von Rudolf Hirsch

Wahlkampf-Auftakt der SPD beim Kräuterbeck in Nabburg: Der SPD-Landratskandidat Peter Wein (am Rednerpult) genoss den aufmunternden Beifall der Mitglieder. Foto: Rudolf Hirsch
Wahlkampf-Auftakt der SPD beim Kräuterbeck in Nabburg: Der SPD-Landratskandidat Peter Wein (am Rednerpult) genoss den aufmunternden Beifall der Mitglieder. Foto: Rudolf Hirsch

Nabburg.„Ich freue mich, dass es endlich härter zur Sache geht“, sagte Bezirksvorsitzender Franz Schindler beim Wahlkampfauftakt der SPD am Samstag beim „Kräuterbeck“ in Nabburg. Und dann zog er auch gleich vom Leder und nahm den politischen Gegner ins Visier. „Der Aiwanger, der spinnt doch, wenn er meint, er könne die Stromversorgung mit Biogas sichern“, sagte der Schwandorfer Kreis- und Stadtrat über die Energiepolitik der Freien Wähler.

Auch CSU-Landrat Thomas Ebeling kam nicht ungeschoren davon: „Außer Baxi und einer Aufblähung der Verwaltung hat er doch nichts zuwege gebracht, und das trotz voller Kassen“. Jurist Franz Schindler ist grundsätzlich für eine „Resozialisierung von Straftätern, aber doch bitte nicht auf dem Stuhl des Schwandorfer Oberbürgermeisters“. Mit diesen Worten reagierte er auf die Nominierung des Freie-Wähler-Kandidaten in der Kreisstadt. Nabburgs Bürgermeister Armin Schärtl bat um Unterstützung des „politischen Nachwuchstalents Peter Wein“, der in die Fußstapfen der Altlandräte Hans Schuierer und Volker Liedtke treten soll. Der Landratskandidat nutzte auch gleich die Gelegenheit, seinen Parteifreunden das Wahlprogramm vorzustellen. Peter Wein redet den Landkreis in keinster Weise „schlecht“.

Wie die Zukunft gestalten?

Im Gegenteil: „Die Bürger genießen hier eine hohe Lebensqualität“. Für den SPD-Bewerber stelle sich aber die Frage: „Wie wollen wir die nächsten zehn Jahre gestalten?“ Beim Klimaschutz gehe es darum, die Maßnahmen „sozial gerecht“ umzusetzen. Digitalisierung und Globalisierung würden die Arbeitswelt und das gesellschaftliche Zusammenleben verändern. „Wir müssen den Menschen die Angst davor nehmen“, gibt Peter Wein zu verstehen.

Die DNA der SPD

  • Grundsatz:

    „Die SPD steht für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit“, sagte Landratskandidat Peter Wein beim Wahlkampfauftakt. Seine Partei stelle sich jeglichem rechten Gedankengut entschieden entgegen. Das gehöre zur DNA der Sozialdemokraten und zum politischen Auftrag der SPD.

  • Zünftig:

    Mit Blasmusik eröffnete die SPD den Wahlkampf auf Kreisebene. Die „Alten Freind“ spielten zur Unterhaltung im Gasthaus Kräuterbeck in Nabburg auf.

In einem Zehn-Punkte-Paket fassen die Sozialdemokraten ihr Programm zusammen. Den Menschen stellen sie dabei in den Mittelpunkt, vor allem den Sozialschwachen. „Wir sparen nicht auf dem Rücken der Menschen, die den Sozialstaat brauchen“, sagte der SPD-Politiker. Seine Partei werde „gute Arbeit im Landkreis fördern“ und versuchen, Fachkräfte zu gewinnen. Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge sollten nur jene Firmen zum Zuge kommen, „die ihre Mitarbeiter ordentlich bezahlen“. Mit guter Bildung will die SPD den Grundstein legen. Peter Wein macht sich für eine Digital-Offensive an den Schulen stark und strebt eine Zusammenarbeit mit den Hochschulen an. Beim Thema „Umwelt“ setzt sich die Partei zum Ziel, den Landkreis als Vorreiter der Energiewende zu positionieren. Mut wolle seine Partei bei der Änderung von Flächennutzungsplänen zeigen, wenn es darum gehe, im Landkreis mehr Windkrafträder zu installieren. „Klimaschutz wird aber nur dann funktionieren, wenn wir die Bürger mitnehmen“, zeigte sich Peter Wein überzeugt.

„Vernünftige Mischung“

Bei der Mobilität setzt die SPD auf eine „vernünftige Mischung“ von Auto-, Zug-, Bus- und Fahrradverkehr und drängt auf den „zügigen durchgängigen Ausbau der B 85“. Den Tourismus wollen die Sozialdemokraten ausbauen und dabei auf den Erhalt der Lebensgrundlagen achten. Die Stärkung des Ehrenamtes ist ein weiteres Anliegen der Partei. „Wir wollen den Vereinen entgegenkommen und bei der Organisation von Festen ihr Partner sein“, sagte der Landratskandidat. Eine solide Finanzpolitik hält er für „die Grundlage jeder politischen Arbeit“. Zu guter Letzt möchte Wein den Bürgerservice verbessern und dafür sorgen, „dass so viel wie möglich online von zu Hause aus erledigt werden kann“.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht