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Region Schwandorf
Montag, 18. Juni 2018 23° 2

Fastenzeit

Die Starkbier-Saison ist eingeläutet

Zum traditionellen Jacobator-Anstich konnte die Brauerei Jacob in Bodenwöhr zahlreiche Gäste begrüßen.
Von Renate Ahrens

Bodenwöhr.Drei Schläge, so lobte Moderator Josef Piendl alias Bäff, habe ihre Hoheit, Weißbierkönigin Kathrin des Jahres 2017, nur zum Anstechen des ersten Fasses Starkbiers gebraucht. Vielleicht waren es etwas mehr, aber das tat der guten Laune keinen Abbruch. Bei der Brauerei Jacob, die heuer ihr 260-jähriges Bestehen feiert, ist dieser zünftige Beginn der Fastenzeit schon Tradition. Zwei Sorten werden beim Jacobator ausgeschenkt: Doppelbock und dunkler Weißbierdoppelbock. Gerne würden die Besucher, so witzelte Dr. Frieder Rosskopf, die Doppelbock-Flatrate nutzen. Essen und Getränke waren beim Jacobator im Eintrittspreis inbegriffen, also „all inclusive“.

Dr. Frieder Rosskopf liest den Anwesenden die Leviten

„Bruck ist eine Augenweide, nicht trostlos wie die Ludwigsheide, wo altes forstliches Gerümpel, dümpelt an dem Hammer-Tümpel.“Dr. Frieder Rosskopf Foto: Ahrens
„Bruck ist eine Augenweide, nicht trostlos wie die Ludwigsheide, wo altes forstliches Gerümpel, dümpelt an dem Hammer-Tümpel.“Dr. Frieder Rosskopf Foto: Ahrens

Kapellmeister und Apotheker Dr. Frieder Rosskopfs Rede ist schon Tradition beim Jacobator. Allen las er die Leviten, ob Bundes- oder Kommunalpolitikern, Veganern (Bier sei natürlich streng vegan) oder so manchen Persönlichkeiten des Umkreises. „Welcher Ort macht echt was her?“, fragte er, und wer dachte, darauf reime sich Bodenwöhr, sah sich schnell eines Besseren belehrt: „Bruck – bei Bodenwöhr!“ Brucks Bürgermeister Frankl habe ihn angewiesen, „vom eigenen Chaos abzulenken und den Bodenwöhrern kräftig einzuschenken.“ Doch der Betrachter kenne genau: „Nach Bruck verirrt sich keine Sau.“

Josef „Bäff“ Piendl moderierte den Abend mit viel Humor


Ein bayerisches Urgestein ist der Humorist und Gstanzlsänger Josef Piendl alias Bäff. Mit Humor und vielen Trinksprüchen moderierte er den Abend. Bäff ist aber auch die Werbeikone der Brauerei Jacob. Diese ist seit dem Jahr 1884 in Besitz der Familie Jacob. Doch bereits seit 260 Jahren wird am Hammersee Bier gebraut. Damals wollten die Arbeiter der Hüttenwerke ein Brauhaus vor Ort, um sie, so liest man in der Chronik der Brauerei, „vor den nicht besonders wohlschmeckenden Importtrunken aus den umliegenden Ortschaften zu befreien“. Natürlich trinkt Bäff das Bier heute selbst gerne. Bekannt ist er inzwischen aus Funk und Fernsehen.

Mehr Impressionen vom Abend sehen Sie in unserer Bildergalerie:

Jacobator-Anstich in Bodenwöhr

Schweinshaxen, Schnitzel und Brezen begleiten den Bock

Eine gute Unterlage braucht es zum Genuss des starken Fastenbieres: Eifrig schleppten die Bedienungen knusprige Schweinshaxen, Schnitzel, Brezen und Käse an die vollbesetzten Tische im Gewölbe. Bayerische Schmankerl, so erklärt Brauereichef Marcus Jacob, passen natürlich am besten zum süffigen Doppelbockbier. Die Gäste, so reimte Dr. Frieder Roßkopf, würden „in ihren Eingeweiden Schweinebeine sich einverleiben. Sie festigen die Unterlag’ mit einer Ladung Wurstsalat.“ Viele Trinksprüche gab es an diesem Abend. Auf den 50. Geburtstag, den Marcus Jacob kürzlich feierte, wurde natürlich extra angestoßen.

Kathrin Rottmeier hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich

O’zapft is! Foto: Ahrens
O’zapft is! Foto: Ahrens

Weißbierkönigin Kathrin Rottmeier wurde im vergangenen Jahr beim Jacobator gekürt. „Ein wunderschönes Jahr“ sei das gewesen, schwärmt die 25-jährige Bürokauffrau. Bei verschiedenen Anlässen habe sie die Brauerei würdig vertreten, sogar bis nach Frankreich zu einem Kunden habe sie reisen dürfen. In diesem Jahr wurde keine Weißbierkönigin gekrönt.

Die Tanngrindler Musikanten sorgten für die musikalische Unterhaltung und Kapellmeister Dr. Frieder Roßkopf (Mitte) außerdem mit seiner gereimten Rede für viel Spaß, wie etwa: „Dicht gedrängt bei schlechter Luft, sitzt man hier in der Jacobator-Gruft, und inhaliert den Jacobator – für manche wird’s ein Terminator“. Alle hätten sich heute eingefunden, wie politische Ehrengäste, ausgezehrte Hammerseeläufer, Freibiersäufer, Blaualgen oder Vereine. „Auf alle Gäste hoch die Tassen, das Starkbier nur nicht warm werden lassen!“ Das ließen sich die Gäste nicht zweimal sagen.

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