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Bildung

Die Vorstadt steckt voller Geschichten

Burglengenfelds Ortsheimatpfleger Günther Plößl führt durch das Stadtviertel. Es war vielen Veränderungen unterworfen.

Diese Ansichtskarte zeigt den Bahnhof Burglengenfeld im Jahr 1904: Mit dem Anschluss an die Bahn schaffte die Stadt Ende des 19. Jahrhunderts den Sprung in die Moderne.  Foto: Dr. Margit Berwing-Wittel
Diese Ansichtskarte zeigt den Bahnhof Burglengenfeld im Jahr 1904: Mit dem Anschluss an die Bahn schaffte die Stadt Ende des 19. Jahrhunderts den Sprung in die Moderne. Foto: Dr. Margit Berwing-Wittel

Burglengenfeld.Die Vorstadt in ihrer ursprünglichen Ausdehnung zwischen Friedhof und Brunnmühle ist Thema einer spannenden Stadtführung am Sonntag, 6. Oktober, mit Ortsheimatpfleger Günther Plößl. Bekanntlich war die Vorstadt viel früher besiedelt als die Alt-Stadt. Mit der Pfarrkirche St. Georg auf der Widen war sie im frühen Mittelalter auch das eigentliche religiöse Zentrum, als die Ansiedlung noch weitgehend aus vier autonomen sogenannten „Urhöfen“ – zwei links und zwei rechts der Naab – bestand. Die Georgskirche selbst wurde 1817 als „entbehrlich“ betrachtet und abgerissen.

In der Vorstadt gab es zudem neben mehreren Wirtshäusern auch eine eigene Schule, die ebenfalls abgerissen wurde. Das frühere Armenhaus dort wurde in den 1980er Jahren ein Raub der Flammen. Günther Plößl weiß neben historischen Gegebenheiten zahlreiche Anekdoten und Kuriositäten aus dem Leben der Vorstadtbewohner zu erzählen – von dramatischen Unglücksfällen und Hochwasserereignissen bis zur Badeordnung der 1930er Jahre – die beim Fährbetrieb von der Vorstadt zum Irlbad ausgehängt war.

Geschichte

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Die Vorstadt ist ein Stadtviertel, das stets Veränderungen unterworfen war. Seitdem hat sich gerade in diesem Stadtviertel viel verändert – heute bestimmen Industrie- und Gewerbebetriebe das Bild. So nahm 1913 das Zweigwerk der HeidelbergCement AG (damals noch Portland-Zementwerk) seinen Betrieb auf, in der Folge spezialisierten sich Veredelungsbetriebe, aber auch Künstler auf den neuen Werkstoff. Handwerk, Handel und Gewerbe haben in der Vorstadt ebenso eine lange Tradition – angefangen bei der Griesmühle (später Schweinesbein-Mühle), deren Silo in den 1990er Jahren zu einem Wohnensemble umgebaut wurde, bis hin zu Handwerkern aller Art (mehrere Schreiner, Metzger, Glaser, Schmied, Fischer usw.), die den kurzen Weg über die Naabbrücke nutzten, um ihre Produkte bei den Bürgern der Altstadt anzubieten.

Die Führung

  • Termin:

    Die Vorstadt in ihrer ursprünglichen Ausdehnung zwischen Friedhof und Brunnmühle ist Thema einer Stadtführung am Sonntag, 6. Oktober. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Georgianger (Volksfestplatz). Die Führung dauert rund anderthalb Stunden,

  • Kosten:

    Erwachsene zahlen drei Euro, Kinder unter acht Jahren sind frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Mit dem verspäteten Bau eines Eisenbahnanschlusses Ende des 19. Jahrhunderts schaffte Burglengenfeld dann endlich den Sprung in die Moderne. Die Eisenbahnära nahm aber mit der Einstellung des Personenverkehrs 1967 wieder ein Ende. Heute fahren zuweilen noch mit Zement beladene Güterzüge auf den alten Gleisen, und auch das Bahnhofsgebäude hat seine alte Form bis heute behalten.

Wegen des Bahnhofsbaus musste die St. Sebastianskirche – errichtet zum Dank für die Errettung der Stadt vor der letzten großen Pestepidemie 1713 – um rund 60 Meter versetzt werden und wurde am neuen Standort mit einem von Günter Mauermann (Weiden) gestalteten Brunnen aufgewertet.

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