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Diese Hindernisse sind gewollt

Die Pferdefreunde im Landkreis Schwandorf sind stets bemüht, ihr Vereins- und Trainingsgelände bei Büchelkühn zu optimieren.
Von Rudi Hirsch

Freiwillige Helfer packen mit an und bauen auf dem Gelände regelmäßig neue Hindernisse auf. Vorsitzender Dr. Heinz Rödl gibt die Richtung vor. Foto: xih
Freiwillige Helfer packen mit an und bauen auf dem Gelände regelmäßig neue Hindernisse auf. Vorsitzender Dr. Heinz Rödl gibt die Richtung vor. Foto: xih

Schwandorf. Schwandorf. Die Pferdefreunde im Landkreis bereiten sich auf das nächste Ereignis vor und richten vom 3. bis 5. August auf dem Vereinsgelände in Schwandorf-Büchelkühn ein Vielseitigkeitsturnier mit Dressur, Springen und Geländeritt aus. Erstmals in der höheren Kategorie L „Wir haben die Hindernisse erhöht“, erklärt Vorsitzender Dr. Heinz Rödl.

Die maximale Höhe beträgt jetzt 1,08 Meter bei einer Tiefe von 1,30 Meter. 38 Hindernisse verteilen sich über das drei Hektar große Gelände: Gräben, Mauern, Holzstöße, Zäune, Baumstämme, Bergauf- und Bergabsprünge. Samstag für Samstag sind freiwillige Helfer damit beschäftigt, den Parcours zu optimieren, neue Hindernisse zu bauen und das von der Stadt gepachtete Areal in Ordnung zu halten.

Alles für den Pferdesport

Den Platz nutzen nämlich nicht nur die Aktiven des Vereins, sondern auch auswärtige Reiter, die sich auf diverse Turniere im In- und Ausland vorbereiten. In Büchelkühn findet der Pferdesportler alles, was er braucht: ein Dressur-Viereck, einen Springplatz, einen Abreitplatz und ein Gelände für die Vielseitigkeit. Der Verein hat auch die Infrastruktur mit Meldestelle und Aufenthaltsräumen geschaffen.

„Es gibt mutige und ängstliche Pferde.“

Dr. Heinz Rödl, Vorsitzender der Pferdefreunde

Beim Marsch über das Gelände erklärt Dr. Heinz Rödl, wie unterschiedlich Pferd und Reiter auf die Hindernisse reagieren. Bergauf zu reiten sei für den Mann oder die Frau im Sattel kein Problem, für das Pferd schon. Genau umgekehrt sei es beim Abwärtsritt. Bei den Tieren sei es wie bei den Menschen: „Es gibt mutige und ängstliche“. Aufgabe des Reiters sei es, so Dr. Rödl, dem Pferd Sicherheit zu geben: „Wir schaffen das gemeinsam“.

Im Oktober werden die Pferde und Reiter wieder zur Schleppjagd entlang der Naabauen aufbrechen. Foto: xih
Im Oktober werden die Pferde und Reiter wieder zur Schleppjagd entlang der Naabauen aufbrechen. Foto: xih

Der Mediziner aus Nittenau ließ sich vor kurzem an die Spitze des Vereins mit rund 300 Mitgliedern wählen und packt selbst tatkräftig mit an. Genauso wie sein Stellvertreter Michael Rester und andere freiwillige Helfer. So wie am vergangenen Samstag, als eine Gruppe von handwerklich geschickten Männern ein neues Hindernis postierte.

Seit drei Jahrzehnten pflegt der Verein auch das jagdliche Reiten. Im Oktober steht die 31. Schleppjagd entlang der Naabauen an – erstmals mit Nachwuchsreitern des Vereins, die eine eigene Gruppe bilden werden und behutsam an diese Form des Geländeritts herangeführt werden sollen.

Mit einem dreifachen „Horrido“ machen sich die Reiter aus ganz Bayern auf den Weg und galoppieren entlang der Naab den Foxhounds hinterher, begleitet von zahlreichen Zuschauern und Jagdhornbläsern. Auf dem Weg nach Münchshofen baut der Verein 20 natürliche Hindernisse auf, die die Teilnehmer überspringen oder auch links und rechts liegenlassen können.

Nach der Rückkehr bekommen die Hunde des „Schleppjagdvereins Bayern“ als Belohnung ein „Curee“ aus Rinderpansen. Die Reiter lassen sich dagegen den Braten in der Vereinsunterkunft schmecken. Mit den Pferdefreunden eng verbunden ist Toni Wiedemann. Er war mit seinen Hunden, die damals noch „Kappenberger Meute“ hießen, schon bei der Premiere 1985 in Sonnenried dabei. Seitdem kommt der Vorsitzende des „Schleppjagdvereins Bayern“ jedes Jahr nach Büchelkühn. Bis auf zweimal, da fiel die Jagd wegen Hochwassers aus.

„Wir wollen die Rituale auch in Zukunft erhalten.“

Dr. Heinz Rödl, Vorsitzender der Pferdefreunde

„Wir wollen die Rituale auch in Zukunft erhalten“, sagt Vorsitzender Dr. Heinz Rödl. Eine Schleppjagd habe ihre eigenen Gesetze. Der Ritt im Gelände sei durchaus mit Risiko behaftet, laufe in der Regel aber unfallfrei ab. „Auch wenn so mancher Reiter unfreiwillig den Sattel verlassen muss“.

15 Gründungsmitglieder

Die Mitglieder haben ihre Pferde entweder bei sich oder in einem Reitstall der Umgebung untergebracht. Einen vereinseigenen Stall besitzen die Pferdefreunde nicht. Das Vereinsheim ist der Landgasthof Obermeier in Klardorf. Dort treffen sich die Mitglieder zehnmal im Jahr zu Versammlungen und besprechen die anstehenden Termine. Im August veranstaltet der Verein erstmals ein Zeltlager für die Kinder und Jugendlichen.

15 sattelfeste Reiter fanden sich am 11. Januar 1974 zur Gründungsversammlung im „Café Waldlust“ in Schwandorf ein und wählten Josef Brunner zum ersten und Gustav Süß zum zweiten Vorsitzenden. Zu den Gründungsmitgliedern gehörte auch Hermann Ehrenstraßer, der den Verein 26 Jahre lang als Vorsitzender führte. Nach seinem Rückzug gab es einen häufigen Wechsel an der Spitze. Bei der letzten Mitgliederversammlung übernahm Dr. Heinz Rödl die Führung. Obwohl in Deutschland 900 000 Aktive diesem Hobby nachgehen, bleibe Reiten eine Randsportart, ist sich Dr. Heinz Rödl bewusst.

Mehr aus unserer Themenserie: Menschen prägen ihre Vereine, die Vereine beleben die Stadt. Wir stellen Menschen und ihr Engagement für ihren Verein im Landkreis Schwandorf vor.

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