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Wirtschaft

Digitalisierung ist Chefsache

Der bayerische Staatsminister Georg Eisenreich war zu Besuch beim Ingenieurbüro Preihsl+Schwan in Burglengenfeld.
Von Josef Schaller

Digitalisierung war das Thema eines Arbeitsgesprächs mit Staatsminister Georg Eisenreich. Foto: Schaller
Digitalisierung war das Thema eines Arbeitsgesprächs mit Staatsminister Georg Eisenreich. Foto: Schaller

Burglengenfeld.Das Ingenieurbüro Preihsl+Schwan war bereits vor 30 Jahren eines der ersten Unternehmen in der Region, das auf die CAD-Software setzte. Und auch heute zählt es mit dem Umstieg in die neue Technologie „BIM“ (Building Information Modeling), die nächste Stufe der Bauplanung, als ein Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Bei einem Arbeitsgespräch, zu dem neben Landrat Thomas Ebeling und MdL Alexander Flierl auch der Bayerische Staatsminister für Digitales, Medien und Europa, Georg Eisenreich, aus München angereist war, wurde die neue BIM-Technologie vorgestellt und über das Thema Digitalisierung, das insbesondere für den Mittelstand im ländlichen Raum enorme Wichtigkeit hat, diskutiert.

BIM hat viele Vorteile

Fabian Biersack begrüßte Staatsminister Georg Eisenreich. Foto: Schaller
Fabian Biersack begrüßte Staatsminister Georg Eisenreich. Foto: Schaller

Bisher seien Bauteile am Computer zwar stets als Zeichenobjekte dargestellt worden, sagte Fabian Biersack, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. Weitere Daten seien dabei allerdings nicht hinterlegt worden. Dank der neuen Technologie werde nun bereits bei der Planerstellung unter anderem festgelegt, welche Materialien verwendet werden. So habe zum Beispiel eine Außenwand eines Wohnhauses auch zugleich relevante Daten wie Materialien, U-Wert oder Druckfestigkeit hinterlegt. Diese Angaben könnten anschließend direkt in das Ausschreibungsprogramm eingespielt werden. Dadurch könne auch bei größeren Umplanungen immer gewährleistet werden, dass die Ausschreibung den aktuellen Planungstand widerspiegele.

Die Planungstiefe bei BIM sei bereits im frühen Planungsstadium sehr hoch, wenn man die Vorteile dieser Software effektiv nutzen wolle. Dies sei jedoch erst der Anfang der BIM-Technologie, so Biersack. Fertig entwickelt soll der gesamte Lebenszyklus eines Projektes zusammengefasst werden können. Alle Fachplaner (Tragwerksplaner, Energieberater, Heizungstechniker usw.) könnten dann auf dasselbe Projekt zugreifen, was Schnittstellenverluste beim Datenaustausch vermeide und dafür sorge, dass jeder im aktuellen Planungsstand arbeite.

„Wir wollen an der Spitze des Fortschritts agieren und haben deshalb viel Geld in die Hand genommen, um diesen Schritt zu gehen.“ Durch den „Digitalbonus“, ein Förderprogramm des Freistaates Bayern, um im Zeitalter der Digitalisierung die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen zu erhalten und Wachstumspotenziale zu nutzen, sei ihnen die Entscheidung leicht gefallen, sagte der Diplomingenieur (FH). Die neue Technologie sei zwar noch nicht uneingeschränkt nutzbar. Doch die Entwicklungen verliefen so rasend schnell, dass es riskant wäre, hier zunächst abzuwarten.

Förderprogramm

  • Digitalisierungsbonus:

    Damit sollen kleine und mittlere Unternehmen unterstützt werden, sich durch die Anschaffung neuer Hard- und Software und Verbesserung der IT-Sicherheit für die Herausforderungen der digitalen Welt rüsten zu können.

  • Förderungsmöglichkeiten Digitalbonus Standard:

    Maximal 10 000 Euro. Digitalbonus Plus: Maximal 50 000 Euro für besonders innovative Projekte. Digitalkredit: Zinsverbilligtes Darlehen, Förderung von 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben.

Bestätigung für diese Einschätzung fand Fabian Biersack beim Staatsminister, der sagte: „Diejenigen, die bei der Digitalisierung schlafen, bei denen geht in fünf Jahren eine Tür nach der anderen zu. Leider haben noch nicht alle Unternehmen erkannt, dass sie sich auf diesen Weg begeben müssen.“ Die Welt von morgen sei eine digitale Welt. Digitalisierung sei eine Querschnittsaufgabe. Jeder müsse das Thema mitdenken. Jeder Minister sei in seinem Bereich auch ein „Digitalminister“.

Digitalisierung müsse Chefsache sein. „Überall! Im Landkreis, in der Kommune, in jeder Schule.“ Wichtig sei auch, alle Mitarbeiter einzubinden.

Die Welt entwickle sich nicht linear, sondern dynamisch, wie der Minister sagte. Gerade in Bereichen, in denen Bayern stark sei (Medizin, Bau, Handwerk, Industrie) biete die Digitalisierung eine Riesenchance. „Wir müssen unsere Substanz nutzen, dann können wir viel gewinnen.“

Unterstützung durch Freistaat

MdL Alexander Flierl stimmt dem Minister zu. „Digitalisierung bietet Chancen für den ländlichen Raum. Wir müssen dem Mittelstand klar machen, welche Möglichkeiten es mit staatlichen Programmen wie dem Digitalbonus gibt.“ Alle politischen Ebenen müssten bei der Digitalisierung mit anpacken, auch die Wirtschaft.

Die Staatsregierung unterstützt bayerische Unternehmen dabei, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Ziel sei es, Arbeitsplätze und nachhaltigen Wohlstand für den Freistaat zu sichern und Bayern zur Leitregion des digitalen Aufbruchs zumachen, wie das Bayerische Ministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie auf seiner Internetseite ankündigt. Mit dem „Masterplan Bayern Digital II“ habe der Ministerrat Ende Mai 2017 ein umfangreiches Digitalisierungsprogramm beschlossen. Zusammen mit dem ersten Programm, dem „Masterplan Bayern Digital I“, seien für die Jahre 2015 bis 2022 Mittel von 5,5 Milliarden Euro budgetiert worden.

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