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Doppeltes Fest für die Pfarrei Leonberg

Die Einweihung des Kinderhauses und die Innenrenovierung der Pfarrkirche wurden gefeiert. Beide Projekte sind gelungen.
Von Norbert Wanner

Die Kinder des Kinderhauses zogen als erste zum Dankgottesdienst ein. Foto: Norbert Wanner
Die Kinder des Kinderhauses zogen als erste zum Dankgottesdienst ein. Foto: Norbert Wanner

Maxhütte.„Ein Haus voll Glorie, schauet weit über alle Land, aus ew’gem Stein erbauet, von Gottes Meisterhand.“ Selten passten diese Zeilen so gut wie am Samstagabend in der Pfarrkirche St. Leonhard. Mit diesem Lied wurde der festliche Dankgottesdienst zur Einweihung der Kinderkrippe des Kinderhauses St. Leonhard und der Abschluss der Kircheninnenrenovierung eröffnet. Zwei Großereignisse mit einem Volumen von rund 1,5 Millionen Euro. Neben Dank, der in keiner der Ansprachen fehlte, war das Wort Zukunft ein zentraler Begriff.

Kinder sind Zukunft, fit für die Zukunft ist die renovierte Pfarrkirche und Gedanken über die Zukunft seiner Kirche machte sich der Ehrengast, Weihbischof Dr. Josef Graf. Die Feier begann mit der kirchlichen Segnung der Räume der Kinderkrippe durch den Weihbischof. Der wurde, wie auch alle weiteren Gäste, im Namen des Elternbeirats von Matthias Huber und Richard Weiß begrüßt.

Neues Gebäude bietet zwölf Kindern Platz

Pfarrer Hans-Peter Greimel, Weihbischof Dr. Josef Graf, Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank, Architektin Christiane Koller und Kinderhausleiterin Dagmar Strebl bei der kirchlichen Segnung der Räume (von links) Foto: Wanner
Pfarrer Hans-Peter Greimel, Weihbischof Dr. Josef Graf, Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank, Architektin Christiane Koller und Kinderhausleiterin Dagmar Strebl bei der kirchlichen Segnung der Räume (von links) Foto: Wanner

Kinderhausleiterin Dagmar Strebl freute sich über die gelungene Gestaltung der Erweiterung. Zwölf Kindern im Alter von ein bis drei Jahren bietet das neue Gebäude Platz und alle Plätze sind bereits belegt, sagte sie. Eine Herausforderung sei die für die Erweiterung des Kinderhauses zur Verfügung stehende Grundstücksfläche gewesen, so Strebl.

Besucher und Vereine formierten sich zum Kirchzug. Gemeinsam zu den Klängen einer Abordnung der Jugendblaskapelle der FFW Leonberg ging es zum Gottesdienst, mitgestaltet vom Kirchenchor und Heavens Voice. Zunächst hatte Kirchenpfleger Johann Nuber das Wort. Er stellte seine Rede unter die Überschrift „Was lange währt“: Der Gedanke an die Sanierung sei schließlich bereits vor der Jahrtausendwende aufgekommen, doch zunächst mussten 2001 der Kirchturm und 2006 Fassade und Dach erneuert werden. Nuber dankte allen, die ihren Teil beitrugen, namentlich Pfarrer Hans-Peter Greimel und Restaurator Stefano Cafaggi. Dieser war mit zwei Kollegen verantwortlich für die Renovierung der Fresken, die eigentlich nur gesäubert werden sollten, verriet Nuber. Doch das habe der Restaurator nicht mit seiner Berufsehre vereinbaren können und die Kirchenverwaltung davon überzeugt, die Mittel für eine Restaurierung zur Verfügung zu stellen. Zum Glück darf man hinzufügen, denn ein Blick auf die strahlenden Fresken genügt, um festzustellen, dass die Arbeit der Restauratoren jeden Cent wert war.

Umfangreiche Investitionen

  • Kinderkrippe:

    Das Investitionsvolumen liegt bei circa 740 000 Euro. 90 Prozent der Neubaukosten trägt die Stadt Maxhütte-Haidhof, zehn Prozent die Pfarrei. Der Neubau hat eine Fläche von 163 Quadratmetern, verfügt neben Gruppen- und Intensivraum unter anderem über eine Küche und einen Kinderwagenraum. Die Räume sind nach Süden und Osten ausgerichtet, um möglichst viel Sonnenlicht einzufangen.

  • Kirche:

    Das Investitionsvolumen liegt bei rund 800 000 Euro, die Hälfte davon getragen von Kirchenbauverein, Vereinsaktionen und Spenden sowie Rücklagen der Pfarrei. Zuschüsse gaben die Bischöfliche Finanzkammer, die Stadt und die Bayerischen Landesstiftung. Neben der gesamten Raumschale wurde unter anderem auch die Elektrik saniert, die Orgel gereinigt und auch noch ein WC angebaut. (bxh)

Weihbischof Dr. Graf befasste sich in seiner Predigt mit der „tieferen Wirklichkeit“ der Kirche und stellte fest, dass die Kinder des Kinderhauses die Zukunft der Pfarrei und des Gotteshauses darstellten. Damit es diese Zukunft geben kann, hielt der Weihbischof die Kirche aber nicht nur in ihren Bauwerken für „renovierungsbedürftig“. Der Bischof ging der Frage nach, wie Kirche heute wahrgenommen wird, also zum Beispiel als Sozialeinrichtung oder als Einrichtung für Denkmals- und Brauchtumspflege.

Die wahre Bedeutung von Kirche sei aber zu verkünden und zu bezeugen, dass Jesus der Christus sei. Dies und zur Kirche als Glaubensgemeinschaft zu stehen, ist allerdings nicht immer leicht, so der Bischof. Darüber hinaus sprach er über mögliche Gründe, warum sich Menschen von der Kirche abwenden. Die Missbrauchsstudie, das zutagetretende Leid seien eine Anfechtung für die Gläubigen. Auch Priester und Bischöfe machten Fehler, die heilige Kirche wäre immer auch eine Kirche der Sünder.

Bürgermeisterin Plank würdigte gelungenes Fest

Bürgermeisterin Dr. Susanne Plank ging in ihrer Ansprache auf die Symbolhaftigkeit des Doppelereignisses ein und sprach von einem „wahrlich gelungenen Fest“. Die Kirchenrenovierung sei Symbol für die Bereitschaft, den christlichen Glauben zu leben, die Wurzeln der Vergangenheit zu achten und mit der Renovierung dem Heute Raum zu geben. Die Krippe wiederum stehe für die Zukunft der Pfarrei.

Anschließend hatte der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Günter Bengler, das Wort. Bei ihm gab es nicht nur Dank an alle Verantwortlichen, sondern auch Dank an die Kirchengemeinde, die Gottesdienstbesucher, die die Ausweichmöglichkeiten Kappl oder den Anbau des St. Clemenshauses angenommen hatten. Namentlich galt sein Dank Georg Amann, der die neue Tafel für die Sterbebilder entworfen hat, und Mesnerin Theresia Praller, die dafür sorgte, dass auch die Gottesdienste in den Ausweichquartieren funktionierten. Das letzte Wort hatte schließlich Hausherr Pfarrer Hans-Peter Greimel: Er sagte allen Vergelt’s Gott und lud zum Stehempfang.

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