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Politik

Drei Kandidaten wollen Planks Chefsessel

Das Rennen um den Bürgermeisterposten in Maxhütte ist eröffnet. Bald soll es einen Ortsverband der Grünen geben.
Von Norbert Wanner

Amtsinhaberin Dr. Susanne Plank kandidiert nicht mehr. Foto: MZ-Archiv/Anita Alt
Amtsinhaberin Dr. Susanne Plank kandidiert nicht mehr. Foto: MZ-Archiv/Anita Alt

MAXHÜTTE-HAIDHOF.„Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“. Dieses Bonmot stimmt nicht immer. Dass die jeweiligen Fraktionsvorsitzenden Horst Viertlmeister für die SPD und Rudolf Seidl für die UWM ins Rennen um den Chefsessel im Rathaus einsteigen, ist eine sichere Prognose. Die Mittelbayerische hat Beide gefragt und die Antwort war jeweils klar, wenn auch zurückhaltend, da entscheidende Gremiensitzungen noch ausstehen.

Damit endet das seit Februar andauernde Rätselraten, als die CSU Matthias Meier auf den Schild hob. „Ich werde auf jeden Fall zur Verfügung stehen“, sagte Viertlmeister. Selbstverständlich hätten aber die Ortsvereine das letzte Wort. Seidl sagte der Mittelbayerischen, dass die „UWM sicher wieder antreten werden“. Als Vorsitzender werde er vorschlagen, erneut einen Bürgermeisterkandidaten aufzustellen. „Für diese Position würde ich mich zur Verfügung stellen.“ Das letzte Wort darüber liege bei den Mitgliedern.

Grüne planen Ortsverband

Dass das Trio zum Quartett wird, ist beim Blick in die Glaskugel nicht unmöglich. Eine weitere gesicherte Prognose lautet, dass es demnächst einen Ortsverband „Bündnis 90/Die Grünen“ geben wird. Dessen Gründung steht vor der Tür, wie Rudi Sommer, kommunalpolitischer Wahlkampfsprecher des Kreisverbands, der MZ bestätigte. Dr. Franz Schmidkunz ist der Mann, bei dem die Dinge zusammenlaufen. Er sagte der MZ auf Anfrage, dass er das Amt des Gründungsvorsitzenden annehmen würde, wenn die Versammlung ihn dazu befrage. „Bei den Grünen wird das basisdemokratisch entschieden.“

„Die Junge Union darf mit einer eigenen Liste antreten.“

Franz Pfeffer, Stellvertretender Pressesprecher, Landratsamt Schwandorf

Der zweite Schritt nach der Gründung, auf den Dr. Schmidkunz hofft, ist, dass der neue Ortsverband mit einer eigenen Liste zur Wahl antreten kann. In Sachen Wahrscheinlichkeit gibt sich Dr. Schmidkunz zurückhaltend. „Es ist natürlich unsere Absicht anzutreten, aber es liegt an den Teilnehmern der Versammlung, an genug Mitgliedern.“ Er spreche sich mit Blick auf eine Liste dafür aus, offen zu sein für „alle umweltbewussten Bürgerinnen und Bürger“. Ob auch an einen Bürgermeisterkandidaten gedacht ist? „Das kann ich nicht einschätzen, wir stecken noch in den Kinderschuhen. Persönlich denke ich, wenn sich jemand anbietet, warum sollte man dann nicht ja sagen.“

Junge Union und weitere Listen

Damit zeichnet sich ab, dass diesmal die Wahlmöglichkeiten für die Maxhütter größer denn je sein könnten, ist doch die nächste gesicherte Prognose, dass auch die Junge Union erstmals mit einer eigenen Liste antreten wird, die, wenn es nach dem stellvertretenden JU-Ortsvorsitzenden Johannes Weiß geht, bereits im Lauf des Juni vorgestellt werden soll. „Wir haben einen umfangreichen Kandidatenpool.“ Nachdem der Ortsvorsitzende Matthias Meier als Bürgermeisterkandidat die CSU-Liste anführen wird, wird laut Weiß die JU-Liste voraussichtlich von einem von Meiers Stellvertretern geführt werden „und ich werde nicht dementieren, dass ich das annehmen würde.“

Wahlen

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Damit haben die Bürger der Stadt die Wahl zwischen zahlreichen Listen, denn auch die „Freien Wähler“ und die „Sozialen Bürger“ stellen erneut Listen. FW-Fraktionssprecher Ludwig Duscher sagte, dass er wieder zusammen mit Josef Seebauer antreten wolle. SBM-Stadtrat Lothar Schieber sagte: „Es wird wieder eine SBM-Liste geben,“ für die Schieber als Listenführer zur Verfügung stünde.

Fakten und Rückblick

  • Tarnlisten:

    Bei der Liste der Jungen Union kommt schnell die Frage auf, ob es eine Tarnliste ist, die unzulässig wäre. Schlüssel ist Artikel 24 des Gemeinde- und Landkreiswahlgesetzes. Die JU ist zwar eine Untergliederung der CSU, durch eine eigene Satzung aber unabhängig von der Mutterpartei. Damit ist eine eigene Liste zulässig, so die Auskunft des stellvertretenden Pressesprechers des Landratsamtes, Franz Pfeffer.

  • Rückblick:

    Bei der Kommunalwahl 2014 schaffte es Dr. Susanne Plank, trotz zweier Gegenkandidaten auf Anhieb, ihr Amt zu verteidigen. Sie erhielt 52,1 Prozent der Stimmen. Der „Stimmenkönig“ 2014 kam trotzdem aus der SPD. Franz Brunner erhielt auf der Stadtratsliste 5349 Stimmen, gefolgt von Dr. Plank, die auf der Liste 5270 Stimme erhielt. Insgesamt landete die SPD bei 38,7 Prozent, die CSU bei 37,3 Prozent. (bxh)

Bleibt die Frage, wird auch die AfD mit einer Liste antreten? Dazu äußerste sich deren stellvertretender Kreisvorsitzender, Johann Kellermeier, der in der Stadt seinen Wohnsitz hat, äußerst zurückhaltend. „Bestrebungen gibt es, aber die Konzentration gilt dem Kreistag.“ Es sei ein Problem, das auch viele andere Listen treffe, genügend Kandidaten zu finden.

Bei der Frage, wer am Ende seine Wahlziele erreicht, gilt der Eingangssatz: „Prognosen sind schwierig ...“. Das Rennen um den Bürgermeistersessel ist völlig offen. Durch den Abgang von Amtsinhaberin Dr. Susanne Plank gibt es keinen Kandidaten mit Amtsbonus.

Das Wahlziel mit Blick auf den Stadtrat ist bei CSU und SPD identisch, beide wollen eine Mehrheit von „zwölf plus X“ erreichen. Die CSU zusammen mit der JU, die SPD zusammen mit der SBM. Ob das einer der beiden großen Parteien gelingt, wird auch mit der Frage zusammenhängen, wie die kleineren Listen abschneiden. Klar ist, der „Standortvorteil“ der SPD, eine feste Kernwählerschaft, bedingt durch das ehemalige Eisenwerk, ist demografisch dahin, das Rennen ist offen und wird durch Personen und Programm entschieden werden. Für die CSU ist der starke Zuzug von Familien in die Neubaugebiete, die der Mittelklasse angehören, kein Nachteil. 2014 lagen SPD und CSU dicht auf. Bleibt der Faktor Grüne, der den großen Zwei im Stadtrat Stimmen kosten könnte.

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